LTE-Verfügbarkeit

Schnelles Internet für alle noch Zukunftsmusik

In Deutschland gibt es immer noch Haushalte, die keinen schnellen Internetzugang haben. Zwar haben die Netzbetreiber, auch durch den LTE-Ausbau, eine Abdeckung von über 90 Prozent erreicht, aber einigen bleibt die schnelle Netzanbindung weiterhin verwehrt.

LTE 4G© Sikov / Fotolia.com

Linden (red) - LTE sollte die "weißen Flecken" der Internet-Landschaft füllen, denn mit dem neuen Mobilfunkstandard soll auch dort schnelles Internet verfügbar werden, wo bisher noch kein DSL oder Kabelinternet verfügbar ist. Die Bundesnetzagentur hatte den LTE-Anbietern dabei die Vorgabe gemacht, als erstes eben diese weißen Flecken zu versorgen, bevor bestimmte Frequenzen für den LTE Ausbau in urbanen Zentren genutzt werden dürfen. Dieser Verpflichtung sind die Anbieter nachgekommen. Doch nach wie vor gibt es Gebiete, in denen keine schnelle Internetverbindung verfügbar ist. Das kann verschiedene Gründe haben.

Warum einige auf der Strecke bleiben können

In den besagten Gebieten haben über 90 Prozent der Haushalte Zugang zu schnellem Internet, womit die Vorgaben der Bundesnetzagentur als erfüllt gelten. Die Anbieter können das LTE-Netz nach eigenem Ermessen weiter auszubauen, ohne dass sie die restlichen Haushalte an das Highspeednetz anschließen müssen. Pech haben kann auch, wer eine langsame DSL-Leitung hat, aber trotzdem durchs Raster rutscht, weil die Verbindung gerade eben als schnell gilt. Denn die Anbieter sind nicht verpflichtet, zusätzlich LTE verfügbar zu machen.

Senderadius von LTE ist begrenzt

Auch die Reichweite der LTE-Funkmasten kann die Verfügbarkeit eingrenzen: Diese senden in einem Empfangsbereich von drei bis neun Kilometern. Ausschlaggebend für den Senderadius sind die geografischen Begebenheiten. Ist der nächste Funkmast neun Kilometer entfernt, empfängt man nur selten ein ausreichendes Signal. So kommt es, dass gerade in recht weitläufigen, ländlichen Gebieten eine Gemeinde bereits LTE buchen kann, die andere Ortschaft ganz in der Nähe aber nicht. Zudem ist es auch möglich, dass ein Haushalt am Ortseingang LTE empfangen kann, wohingegen das Signal am Ortsende zu schwach ist.

Das ist auch der Grund, weshalb Hybrid-Tarife für manche Adressen nicht verfügbar sind. Hier muss man auf der Website des Anbieters die Verfügbarkeit für die eigene Adresse kontrollieren.

LTE-Verfügbarkeit in den Städten am größten

Ob die LTE-Abdeckung in den Gebieten, in denen die Ausbaukriterien der Bundesnetzagentur erfüllt wurden, in naher Zukunft noch weiter steigen wird, ist ungewiss. Der wirtschaftlich rentablere Weg ist es aber wohl, die Städte mit LTE zu versorgen. Entsprechend ist die LTE-Verfügbarkeit in den Stadtstaaten mit nahezu 100 Prozent auch am größten. Länder mit mehr Fläche sind dagegen vielleicht "nur" zu 95 oder 96 Prozent versorgt. Zudem kann es sein, dass trotz LTE-Angebot die maximal erreichbare Geschwindigkeit in einer Region liegt, die einige kaum als "Breitband" bezeichnen würden. Ein Beispiel: Gemäß Breitbandatlas des Verkehrsministeriums lag Mitte 2016 die LTE-Verfügbarkeit in Mecklenburg-Vorpommern bei 92,6 Prozent. Trotzdem konnten nur 73,4 Prozent der Haushalte über alle Technologien hinweg eine Verbindung von 16 Mbit/s oder mehr bekommen.

2018 lag übrigens das Saarland hinten bei LTE-Abdeckung. Während Mecklenburg-Vorpommern die 96,5 Prozent erreichte, kommt man im Saarland auf gut 94 Prozent.

Wissenswertes zum Thema
Zum Seitenanfang
Der BT-Navigator
Quicklinks