Kleingedrucktes

Wie Wenigtelefonierer die Sperrung der Prepaidkarte vermeiden

Wer sein Prepaidhandy nur selten benutzt, muss damit rechnen, dass ihm die Karte gesperrt wird. Andere Anbieter erheben eine "Nichtnutzungsgebühr". Braucht man sein Handy nur für den Notfall, sollte man also vorher das Kleingedruckte ganz genau lesen.

Mobilfunk© goodluz / Fotolia.com

Linden (red) - Gerade Nutzer von Prepaidkarten sind oft Wenigtelefonierer. Man möchte sich nicht vertraglich binden, vielleicht einfach ein Notfallhandy zur Hand haben. Doch wenn die Karte abgeschaltet ist, kann nicht einmal mehr die Notruf-Funktion genutzt werden. Viele Mobilfunkdiscounter erheben auch dann eine pauschale Gebühr, wenn das Handy über längere Zeit nicht benutzt wird. Das ist besonders ärgerlich, weil man normalerweise davon ausgeht, dass man bei Prepaid keine Fixkosten hat und außerdem nur das zahlt, was man auch verbraucht.

Warum deaktiviert der Anbieter die Karte?

Anbieter rechtfertigen die Abschaltung oft mit einem gewissen Verwaltungsaufwand für ungenutzte Karten. Außerdem ist so eine Rufnummer "besetzt", die sonst anderweitig genutzt werden könnte. Meist liegt die Dauer bis zur Sperrung zwischen sechs und 24 Monaten. Die Abschaltung kann auch dann erfolgen, wenn noch Guthaben auf der Karte ist. Der Kunde hat zwar das Recht, nicht genutztes Guthaben zurückerstattet zu bekommen, er muss sich allerdings selbst darum kümmern und womöglich eine Gebühr zahlen.

AGB lesen und Benachrichtigungen nicht ignorieren

Eigentlich sollte jeder Anbieter den Kunden informieren, bevor die Prepaidkarte deaktiviert wird. Anscheinend ist das jedoch nicht immer der Fall und selbst wenn eine Information per SMS, E-Mail oder auf die Mailbox zugestellt wird, geht sie oft unter und wird vom Kunden nicht beachtet. Verbraucherschützer kritisieren zudem, dass Verkäufer oft ungenügend geschult sind und in den Handy-Shops falsche oder unzureichende Auskünfte geben. Das genaue Lesen der AGB und Fußnoten ist damit umso wichtiger und Sache jedes Einzelnen.

Was kann man tun, um ein Abschalten der Karte zu verhindern?

Jeder Mobilfunkanbieter verfährt anders: Die Fristen sind unterschiedlich, die Benachrichtigungswege und die Möglichkeiten, eine Sperrung zu verhindern, ebenso. Bei einigen Anbietern muss regelmäßig ein Guthaben aufgeladen werden, bei anderen reicht schon das Versenden einer SMS oder ein Anruf. Gut geeignet für reine Notfallhandys sind Prepaidtarife, bei denen entweder eine lange Nutzungsdauer von vornherein festgelegt ist oder bei denen eine Aktivität jedweder Art (also auch der Anruf bei einer kostenlosen Servicenummer oder der Empfang einer SMS) ausreicht, um die Aktivierung zu verlängern.

Leider ist es teilweise nicht ganz einfach, Auskunft über die genauen Bedingungen zu bekommen. Für einige Prepaid-Anbieter haben wir die Konditionen recherchiert. Es ist nicht auszuschließen, dass teilweise auch fallabhängig entschieden wird. Hin und wieder "behält man sich vor", die Karte zu sperren.

Anbieter Tarif Kartengültigkeit Verlängerung durch...
Vodafone CallYa Talk & SMS von Höhe der Aufladung abhängig
  • 15 Euro - 9 Monate
  • 25/50 Euro - 15 Monate
Karte nutzen / Guthaben aufladen
O2 Freikarte 6 Monate Guthaben aufladen
Aldi Talk Basis-Prepaid-Tarif von Höhe der Aufladung abhängig
  • 5 Euro - 4 Monate
  • 15 Euro - 12 Monate
  • 30 Euro - 24 Monate
Guthaben aufladen
Blau.de 9-Cent-Tarif von Höhe der Aufladung abhängig
  • bis 2,50 Euro - 6 Monate
  • über 2,50 Euro - 12 Monate
Guthaben aufladen
congstar Prepaid wie ich will 15 Monate Guthaben aufladen
Fyve Fyve Basic 3 Monate ohne Nutzung + 1 Jahr ohne Aufladung Karte nutzen / Guthaben aufladen
Fonic Classic 1 Jahr Guthaben aufladen

Stand: März 2017

Vorsicht vor Nichtnutzungs-Gebühren!

Eine andere Methode, bei sinkenden Preisen noch einen gewissen Umsatz zu generieren, wird von Mobilfunkdiscountern gern angewandt. Hierbei wird nach einer Zeit ohne Aktivität eine Nichtnutzungsgebühr fällig, beispielsweise ein Euro bei einer Nutzungspause von zwei Monaten. Dies wird aber auch von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich gehandhabt. Auch diese Informationen findet man häufig nur im Kleingedruckten und in Fußnoten. Hier ist also Aufmerksamkeit seitens des Nutzers gefordert.

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