VR-Brille inklusive

Alcatel erobert mit Idol 4S erneut die Oberklasse

Obwohl Alcatel bisher hauptsächlich im unteren Preissegment vertreten war, kann die mittlerweile chinesische Marke auch Oberklasse-Smartphones. Das beweist Alcatel einmal mehr mit dem Idol 4S. Ob sich ein Kauf lohnt, zeigt unser Test.

Alcatel Idol 4S© TCL Communication

Das erste, was bei einem neuen Smartphone ins Auge fällt, ist naturgemäß die Optik. Beim Alcatel Idol 4S bleibt man jedoch bereits bei der Verpackung hängen. Diese ist nämlich nicht einfach nur Verpackung für das neue Spitzenmodell Alcatels, sondern gleichzeitig VR-Brille. Zugegeben: Keine sehr hochwertige VR-Brille und nicht sonderlich handlich – um jedoch einen ersten Eindruck von der Technik zu erhalten, reicht die Packungs-VR-Brille allemal.

Alcatel Idol 4S: Stabiler Glas-Bolide

Das eigentliche Test-Objekt misst 75 x 152 x 7 Millimeter und bringt 150 Gramm auf die Waage. Die Linse der Hauptkamera trägt 1,4 Millimeter zusätzlich auf, was jedoch nicht weiter stört, weder bei der Handhabung noch bei der Ablage. Die Verarbeitung ist erstklassig, mit dem Material wird sich der ein oder andere aber erst anfreunden müssen: Die Rückseite besteht aus Glas, sodass Fingerabdrücke und Co. wunderbar konserviert werden und die Haptik recht rutschig ist.

Viel Display für wenig Geld

Das Display des Alcatel Idol 4S ist ein wahrer Genuss: Das 5,49 Zoll große AMOLED-Panel bietet 534 ppi und rangiert damit satte 71 Prozent über dem aktuellen Durchschnitt. Ebenso kann sich die Helligkeit mit sage und schreibe 601 Candela pro Quadratmeter sehen lassen, was im Vergleich zu anderem Smartphones 68 Prozent mehr ist. Setzt man das Ganze dann noch in Relation zum Preis, erhält man ganze 70 Prozent mehr Anzeigefläche und 45 Prozent mehr Schärfe als üblich. Respekt.

Der Prozessor des Idol 4S ist mit acht Kernen ausgestattet, welche zur Hälfte mit 1,8 und zur Hälfte mit 1,4 Gigahertz getaktet sind. Zusammen mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher lautet die Benchmark-Wertung 32 Prozent über dem Schnitt. Damit sollte nahezu jeder Nutzer gut auskommen – es sei denn, man gehört zu den ganz Anspruchsvollen.

Alcatel Idol 4S

Alcatel Idol 4S

  • Betriebssystem Android
  • 16 Megapixel-Kamera
  • 5,5 Zoll AMOLED Display
  • 32 GB Speicher

Ausreichend Akkuleistung für Durchschnittsnutzer

Der fest verbaute Akku des Idol 4S fasst 3.000 Milliamperestunden und bringt es in unserem Test auf 477 Minuten Videowiedergabe im Flugmodus. Das etwa dem allgemeinen Durchschnitt. 45 Prozent darunter liegt das Idol 4S in Sache Ladegeschwindigkeit. Für eine volle Ladung benötigt der Proband 245 Minuten. Das kann man jedoch auch positiv sehen: Studien weisen darauf hin, dass langsames Laden schonender für die Akku-Kapazität ist.

Was die restliche Ausstattung betrifft, so dürfte kaum einer etwas vermissen: LTE, Bluetooth 4.2, NFC, WLAN ac, USB on the Go und die Möglichkeit, eine zweite SIM-Karte zu nutzen, sofern man bereit ist, auf den zusätzlichen Speicher einer SD-Karte zu verzichten. Bei 32 Gigabyte internem Speicher, von welchem 20,45 Gigabyte netto zur Nutzung übrig bleiben, dürfte das für die meisten Interessenten jedoch kein Problem sein. Was tatsächlich fehlt, sind ein Fingerabdrucksensor und ein Infrarot-Sender.

Was bietet das Idol 4S für Multimedia-Freunde?

Die Kamera des Alcatel Idol 4S schießt mit ihren 15,9 Megapixeln wunderbar scharfe und farbintensive Bilder mit hoher Detailtreue. Unser Test offenbart ein kleines Manko: Die obere rechte Ecke bleibt stets unscharf. Fotografiert man bei schlechterem Licht, macht sich außerdem das Fehlen eines optischen Bildstabilisators bemerkbar, indem Bilder schneller verwackeln. Das Bildrauschen hingegen bleibt erfreulich moderat. Ähnliches gilt für die 4k-Videos des Testkandidaten. Tolle Schärfe und Detailwiedergabe – minus der rechten Ecke. Außerdem bleibt der Autofokus erfreulich stabil. Der Musikklang ist kräftig und natürlich – da haben auch anspruchsvolle Musikfreunde nichts zu meckern.

Komfortable, individualisierbare Bedienung

Die Bedienung erfolgt über Android 6.0.1, welches vom Hersteller nur an wenigen Stellen modifiziert wird. So lassen sich beispielsweise Schnellzugriffe editieren, das Smartphone merkt sich den zuletzt verwendeten USB-Modus, und Tap2Wake funktioniert. Außerdem lässt sich das Alcatel Idol 4S beliebig herum nutzen – oben ist gleich unten und unten ist gleich oben. Beim Angerufen-Werden ist das ungemein praktisch, da man das Smartphone erst nicht noch in die die richtige Position drehen muss. Außerdem befindet sich eine frei belegbare Taste in der Flanke des Idol 4S, über welche sich etwa die Kamera oder eine App starten lässt.

Idol 4S: Oberklasse für vergleichsweise wenig Geld

Seit geraumer Zeit macht sich Alcatel auch in der oberen Smartphoneklasse einen Namen und hat mit dem Idol 4S wieder ein ordentliches Modell auf den Markt gebracht, das sehr wohl in dieser Klasse mitmischen kann. Erstklassiges Display, gute Prozessorleistung, alle Funktechniken an Bord, großer interner Speicher, top Verarbeitung, angenehme und individualisierbare Bedienung – viel Positives ist uns beim Test aufgefallen.

Auch die Kamera nimmt Bilder in guter Qualität auf, selbst wenn man mit einer unscharfen Ecke und fehlenden optischen Bildstabilisator leben muss. Das Preis-Leistungs-Verhältnis schließlich geht zum Markteinstieg für einen Platzhirsch in Ordnung: Mit den veranschlagten 440 Euro liegt das Idol 4S nur 25 Prozent unter dem Durchschnitt. "Nur", denn durch hohe Einstiegspreise schneiden Top-Modelle in der Regel noch schlechter ab.

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