Kamera-Smartphone

Honor 6X: Preis-Schnäppchen mit zwei Linsen

Das Honor 6X kommt mit zwei Kameras, Octa-Core-Prozessor, 5,5-Zoll-Bildschirm, 32 Gigabyte internem Speicher und Fingerabdrucksensor. Ob es beim günstigen Preis von 249 Euro auch einen Haken gibt, zeigt unser Test.

Honor 6XDas Honor 6X hat Schnäppchen-Potenzial.© Huawei Honor

Auf den ersten Blick sieht das Honor 6X aus wie sein Vorgänger. Das 5,5-Zoll-Display liefert 404 ppi und 436 Candela pro Quadratmeter. Dank Dual-Domain-IPS ist die Blickwinkelstabilität außerdem hervorragend. Alles in allem ein Top-Display, welches sich für den günstigen Preis sehen lassen kann.

Verpackt ist alles in eine Aluhülle, welche den Rücken und die Seiten einfasst. Die Front besteht zur besseren Passage der Funksignale aus Plastik. Mit seinen 165 Gramm, 76 x 151 Millimetern und seiner variablen Höhe zwischen 7,8 und 9,1 sowie dem nahtlos eingepassten Frontglas liegt das Honor 6X angenehm in der Hand. Beim Verwindungsversuch zeigt sich, dass die durch die Aluminiumhülle angenommene Stabilität nicht vorhanden ist. Das Deckglas drückt nahezu flächig auf das Panel durch, was früher oder später Pixel schädigen könnte. Im Umgang mit dem Honor ist also Sorgfalt gefragt – besonders, wenn man gewohnt ist, sich auf das Smartphone zu setzen, wenn es sich in der Hosentasche befindet.

Ausreichend PS für die meisten Ansprüche

Die Rechenleistung stammt beim Honor 6X von acht Kernen, je zur Hälfte mit 2,1 und 1,7 Gigahertz ausgestattet. Zusammen mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher erbringt das Honor 6X eine Leistung, wie sie für jeden Normalnutzer ausreicht. Zwar lautet das Benchmarkergebnis sieben Prozent unterdurchschnittlich, aber selbst grafisch aufwendige Spiele werden problemlos dargestellt.

Honor 6X

Huawei Honor 6X

  • Betriebssystem Android
  • 12 Megapixel-Kamera
  • 5,5 Zoll Display
  • 32 GB Speicher

Der 3.340 Milliamperestunden fassende Akku bringt es in unserem Test bei gedimmtem Display und im Flugmodus auf 547 Minuten Videowiedergabe. Dieser Wert liegt etwas über dem Schnitt und dürfte Normalnutzer über den Tag bringen. Intensivnutzer sollten jedoch damit rechnen, nachtanken zu müssen. Voll geladen ist der Akku innerhalb von 178 Minuten, was 20 Prozent länger als üblich ist. Ob das nun negativ ist, bleibt jedoch fraglich, da Studien darauf hinwiesen, dass langsames Laden die Akkukapazität schont.

Großes Gedächtnis, viel Kommunikation

Der interne Speicher des Honor 6X fällt mit 32 (20,9 netto) Gigabyte erfreulich groß aus. Wem der Platz noch nicht ausreicht, kann diesen via MicroSD-Karte erweitern. Alternativ lässt sich der Steckplatz jedoch auch für eine zweite Nano-SIM nutzen. Und wer dann doch mal Daten auslagern muss, nutzt einfach USB-on-the-Go. Was die Funktechniken angeht, so surft man in LTE-Netzen mit bis zu 300 Megabit die Sekunde. Weiterhin stehen NFC, WLAN n und Bluetooth 4.1 zur Verfügung. Der Finderabdrucksensor entsperrt das Smartphone zuverlässig und lässt sich mit weiteren Funktionen wie dem Ausstellen eines Alarms oder dem Scrollen durchs Foto-Album verknüpfen.

Bedient wird das Honor 6x über Android 6.0 und die Nutzeroberfläche Emotion UI 4.1. Ein Update auf Android 7 ist seitens Huawei für März oder April 2017 zugesichert.

Die Zwei-Linsen-Kamera des Honor 6X

Bei der Kamera hat sich Huawei was Hübsches zurechtgelegt: Zwei Linsen fungieren als Hauptkamera. Die kleine Zwei-Megapixel-Kamera soll dabei einen Blendenwert von 0,95 haben. Die 12-Megapixel-Kamera kommt mit einer Blende von 16. Kombiniert soll so ein stufenlos wählbarer Spielraum zwischen beiden Blendenwerten möglich sein, die Bilder bei geöffneter Blende entsprechend hell. Möchte man Bilder mit offener Blende, also geringer Blendenzahl, schießen, weisen die den Fotos unterlegten Daten "nur" Blendenwerte von 2,2 aus, was erheblich realistischer erscheint.

Die Bildqualität bei gutem Licht geht in Ordnung, wenn auch etwas mehr Schärfe und Detailtreue wünschenswert wären. Bei mittleren Lichtbedingungen tritt in unserem Test die Stärke des Honor 6X zutage, die Bilder sind noch wunderbar ausgeleuchtet. Auch bei schlechtem Licht gelingen die Bilder bei ruhiger Hand noch sehr gut, sie fallen deutlich heller als beim Vorgänger aus und auch das Bildrauschen ist recht dezent. Schade nur, dass kein optischer Bildstabilisator verbaut ist, dieser hätte die Möglichkeiten bei wenig Licht noch einmal deutlich aufgestockt.

Enttäuschender sind die Full-HD-Videos, welche bezüglich Schärfe und Detailtreue recht schwach sind. Erfreulich wiederum sind die wenigen Komprimierungsartefakte, ein guter Ton und ein selten nachziehender Autofokus. Der Ton am Kopfhörerausgang ist voll und hochwertig, da gibts nichts auszusetzen.

Das Honor 6X: Ein Schnäppchen für Normalnutzer

Unterm Strich ist das Honor 6x ein solides Mittelklasse-Smartphone: angenehme Haptik, schicke Optik, wenn auch etwas instabil. Der Prozessor bringt im Vergleich zum Vorgänger ausreichend Leistung, der Speicherplatz ist mehr als ausreichend bemessen. Wer mag, kann in den SD-Slot alternativ auch eine zweite SIM-Karte einlegen. Der Akku sollte mit seinen 547 Minuten Laufzeit die meisten Interessenten über den Tag bringen. Die Kamera mit ihren zwei Linsen macht im Test gute Fotos, die Qualität der Videos könnte etwas besser ausfallen.

Bei allem muss man jedoch die moderate Preisempfehlung von 249 Euro bedenken, was ein Preis-Leistungs-Verhältnis von 28 Prozent über dem Durchschnitt macht. Und das ist ordentlich, bedenkt man, dass andere Smartphones gerne mal 30 bis 60 Prozent überdurchschnittlich einsteigen. Normalnutzer, welche die eine oder andere Schwäche im multimedialen Sektor verkraften können, machen mit dem Honor 6X somit ein echtes Schnäppchen.

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