Kleiner Bruder

Huawei P8 Lite: Preis-Leistungs-Tipp mit Schwächen

Huawei bringt den kleinen Bruder des P8, das P8 Lite auf den Markt. Vielleicht genau das richtige für all diejenigen, die nicht immer und überall maximale Leistung benötigen? Wir verraten, was man von dem kleinen Bruder für 230 Euro ohne Vertrag erwarten darf.

Huawei P8 LiteDas Huawei P8 Lite bietet ein super Preis-Leistungs-Verhältnis, hat aber auch ein paar erhebliche Schwächen.© Huawei Technologies Deutschland GmbH

Werfen wir zuerst einen Blick auf das Äußere des Huawei P8 Lite: Mit 71 x 143 x 7,7 Millimetern und 133 Gramm kommt ein schickes und modernes Smartphone daher. Die Gehäuserückseite besteht aus mattem Kunststoff, welcher angenehm in der Hand liegt. Ein ringsum verlaufender Metallrahmen sorgt für Stabilität, sodass alle Verwindungsversuche vereitelt werden.

Großes Display mit mäßiger Schärfe

Das Display misst fünf Zoll und bietet eine Auflösung von 295 ppi. So lassen sich zwar auch kleine Texte noch gut lesen, im Vergleich liegt der Wert jedoch 40 Prozent unter dem Durchschnitt aller getesteten Smartphones des letzten Jahres. Die Helligkeit geht mit 353 Candela pro Quadratmeter in Ordnung.

Bedient wird das P8 Lite über die Huwaei-eigene Nutzeroberfläche Emotion UI, unter welcher Android 5.0 liegt. Ein großes Plus für das Lite ist die "Tap 2 Wake"- Funktion, wobei das Smartphone per Doppeltipp aus dem Standby geholt werden kann.

Prozessor des P8 Lite unter dem Schnitt

Im Vergleich zum großen Bruder, dem Huawei P8, hat man hier beim Prozessor gespart: Acht Kerne arbeiten im P8 Lite mit je 1,2 Gigahertz und werden durch zwei Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt. In den Benchmarks landet das P8 Lite damit bei 28 Prozent unter dem Durchschnitt, die meisten Aktionen laufen dennoch flüssig.

Huawei P8 Lite

Huawei P8 lite

  • Betriebssystem Android
  • 13 Megapixel-Kamera
  • 5 Zoll IPS Display
  • 16 GB Speicher

Ausstattung des P8 Lite entspricht der des P8

An sonstiger Ausstattung unterscheidet sich das Huawei P8 Lite kaum vom großen Bruder. LTE, DC-HSPA, WLAN n, NFC, Bluetooth 4.0 und 16 Gigabyte interner Speicher, von denen 7,7 netto zur Nutzung verbleiben. Der interne Speicher lässt sich durch eine Micro-SD erweitern. Alternativ kann man diesen Steckplatz für eine zweite SIM-Karte nutzen. Beide Slots sind 4G-fähig, was keineswegs eine Selbstverständlichkeit darstellt.

Schlapper Akku

Der Akku fasst 2200 Milliamperestunden und hält damit 326 Minuten Videowiedergabe im Flugmodus durch. Selbst Normalnutzer könnten also in die Verlegenheit kommen, das Lite über den Tag hinweg nachtanken zu müssen.

Fotos im grünen Bereich, schwache Videoaufnahmen

Wenden wir uns nun den multimedialen Fähigkeiten des Huawei P8 Lite zu: Die Kamera bietet 13 Megapixel. Die Bilder gehen in Ordnung, könnten jedoch besser sein: Bei Sonnenlicht fehlt das letzte bisschen Schärfe, bei schlechterem Licht verwackeln die Bilder schnell und auch das Bildrauschen lässt sich nicht verhindern.

Die Videos in Full-HD sind leider als unbrauchbar zu bezeichnen: Unschärfe, fehlende Details, Komprimierungsartefakte und ein leiser Stereo-Ton machen das Filmen nicht gerade zur Freude. Der Klang des Musikplayers hingegen ist sehr gut.

Fazit zum Huawei P8 Lite: Preis-Leistungs-Tipp mit Stolperfallen

Um den Test noch einmal zusammenzufassen, lässt sich festhalten, dass das Huawei P8 Lite in vielen Dingen seinem großen Bruder entspricht. Abstriche muss man jedoch beim Prozessor machen, welcher rund 30 Prozent weniger Leistung als der des P8 bringt. Auch der Akku schwächelt etwas sehr früh. Bei der Kamera vermisst man gegenüber des P8 einen optischen Bildstabilisator, von den Videos sollte man besser die Finger lassen.

Drei Vorteile gegenüber dem großen Bruder hat das P8 Lite jedoch: Es kann eine zweite SIM-Karte schlucken, wacht über Doppeltipp auf das Display auf und kostet lediglich 230 Euro. Daraus ergibt sich ein Preis-Leistungsverhältnis von 46 Prozent über dem Durchschnitt. Wirklich empfehlen kann man das P8 Lite jedoch nur für Wenignutzer ohne Interesse an Videoaufnahmen. Normalnutzer sollten immer das Ladekabel dabei haben.

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