Tablets im Test

iPad Air 4 und iPad 8 im Praxistest: Apple frischt Tabletserien auf

Im Test des iPad Air 4 und iPad 8 wird geklärt, wie gut sich die neuen Tablets im Alltag behaupten. Das Air 4 bekommt das Design des iPad Pro und das Einsteiger-iPad einen schnelleren Prozessor spendiert.

Christoph Liedtke, 17.11.2020, 11:38 Uhr (Quelle: DPA)
Apple iPad Air (2020)Apple spendiert dem iPad Air 4 das Design des iPad Pro.© Apple

Apple hat im Herbst zwei iPad-Serien aktualisiert: Während das normale iPad in der mittlerweile 8. Generation mit dem A12 nur ein schnelleres SoC erhält, fällt die Frischzellenkur beim iPad Air der 4. Generation umso spektakulärer aus: Es erbt das Design vom iPad Pro, nutzt Apples aktuelles A14 SoC, das auch in den neuen iPhone 12-Modellen steckt. Wir zeigen, wie sich das Apple iPad 8 und das Apple iPad Air 4 im Test schlagen.

iPad Air 4 nun mit Pro-Ambitionen

Apple zeigt klare Kante: Wie bei den aktuellen iPad Pro-Modellen umschließt nun auch das neue iPad Air in der 4. Generation ein markanter Edelstahlrahmen. Vom iPad Pro hat das neue Air auch weitere Features übernommen. So wird es nicht mehr mit einem Lightning-Kabel geladen, sondern verfügt über eine USB-C-Buchse. Es gibt aber durchaus noch Unterschiede zu den Pro-Modellen.

Auf den ersten Blick fällt auf, wie dünn die Ränder des Bildschirms beim iPad Air 4 geworden sind. Das ist vor allem der Tatsache zu verdanken, dass Apple den platzraubenden Home-Button am unteren Display-Rand abgeschafft hat. Das Gerät lässt sich aber weiterhin mit einem Fingerabdruck entsperren. Der Touch-ID-Sensor ist nun in den Ein- und Ausschaltknopf an der Oberseite gewandert. Diese Freischalt-Option würde man sich auch beim aktuellen iPhone wünschen.

Mit dem Gehäuse des neuen iPad Air setz Apple nun auch neue farbliche Akzente. Neben dem bewährten Finish in Silber, Grau und Rosa-Gold sind nun auch die Farben Blau und Grün zu haben.

Das Display überzeugt

Im Praxistest überzeugt vor allem die Display-Qualität des iPad Air 4. Hier wurde erneut wie beim Vorgänger eine entspiegelte Glasschicht auf das eigentliche Displaypanel laminiert. Das Ergebnis: Der 10,9-Zoll-Bildschirm reflektiert weniger Licht. Die Zahl der Pixel wurde entsprechend des leicht größeren Displays auf 3,87 Millionen Pixel erhöht, um die Pixeldichte bei 264 ppi zu halten.

In Verbindung mit dem Apple Pencil und der hohen Farbtreue bietet sich das iPad Air als mobile Maschine für die kreative Bildbearbeitung an. Apps wie Pixelmator Photo eignen sich hervorragend dafür. Wie der große Pro-Bruder ist das iPad Air 4 nun kompatibel mit der zweiten Generation des Apple Pencil, die an einer Seite abgeflacht ist, um magnetisch an der Gehäuseseite verstaut und geladen zu werden.

Auch als mobile Video-Bearbeitungsstation macht das iPad Air 4 eine gute Figur. Der A14 Bionic-Chip - genauer gesagt ein sogenanntes System-on-a-Chip (SoC) mit etlichen Einzelprozessoren - verleiht dem iPad so viel Leistungsfähigkeit, dass auch beim Videoschnitt in 4K-Auflösung in einer App wie Luma Fusion nichts ruckelt.

Die Kamera ist eher mau

Das Filmmaterial dazu sollte man im Zweifelsfall besser mit dem iPhone aufnehmen. Das iPad Air verfügt nämlich nicht über die beste Kamera, die im Apple-Universum zu finden ist. Zwar wurde die Auflösung von acht auf zwölf Megapixel erhöht. Das führt dazu, dass die Aufnahmen feinere Details darstellen. Auch die etwas größere Blendenöffnung (f/1,8 statt f/2,4) trägt zu einer verbesserten Darstellung bei.

Doch die gewaltigen Fortschritte bei Aufnahmen in dunklen Umgebungen, die mit dem iPhone 11 und 12 eingeführt wurden, werden hier schmerzlich vermisst. Selbst ein iPhone 8 kann bessere Fotos aufnehmen als das iPad Air. Die Kamera leistet aber gute Dienste, wenn es darum geht, Dokumente einzuscannen oder die Umgebung in AR-Apps anzuzeigen.

Für die Anwender, die ständig in Videokonferenzen stecken, gibt es eine gute Nachricht: Die Frontkamera des iPad Air 4 bietet immerhin eine Auflösung von sieben Megapixeln und kann 1080p-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Die Kamera auf der Rückseite schafft sogar eine 4K-Auflösung mit 60 Frames pro Sekunde. Bei Tageslicht überzeugen die Ergebnisse, bei wenig Licht kommt man dagegen schnell an die Grenzen.

Optionale Tastatur ist sinnvoll

Ähnlich wie das iPad Pro positioniert Apple das neue iPad Air 4 als vollwertigen Notebook-Ersatz. Dazu ist man allerdings auf eine optional erhältliche Tastatur angewiesen. Zur Auswahl stehen das Smart Keyboard Folio für rund 190 Euro sowie das Magic Keyboard mit einem Trackpad, das satte 330 Euro kostet. Hier lohnt sich der Preisaufschlag, denn gerade bei der Arbeit mit einer Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation erweist sich das Trackpad als ungemein praktisch.

Im Vergleich zum iPad Pro verzichtet das iPad Air 4 auf das schnellere ProMotion-Display mit 90 Hertz, bietet nur zwei statt vier Lautsprecher und muss auf ein Ultraweitwinkelobjektiv sowie den LiDAR-Sensor verzichten. Darüber hinaus bleibt das Entsperren mit dem eigenen Gesicht per FaceID weiterhin ein exklusives Merkmal der iPad Pro-Serie.

Für viele Anwender dürften die Pro-Features des iPad Air ausreichen, das mit 64 Gigabyte Speicher rund 630 Euro kostet und damit 250 Euro billiger ist als das aktuelle iPad Pro 11 Zoll mit 128 GB. Wenn etwas mehr Speicher benötigt wird, kann man auch zu iPad Air 4 mit 256 GB für rund 800 Euro greifen.

Apple iPad Air (2020)

Apple iPad Air (2020)

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  • 12 Megapixel-Kamera
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  • bis zu 256 GB Speicher
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iPad 8: Gelebte Tradition

Apple iPad (2020) Altes Design, neues SoC mit mehr Leistung: Apples iPad 8.© Apple

Das iPad Air 4 ist für alle Anwender interessant, die wie mit einem Pro-Modell ernsthaft arbeiten wollen, aber nicht bereits sind, 860 Euro oder mehr dafür auszugeben. Wem die 630 Euro für den Einstiegspreis beim iPad Air 4 zu hoch ist, sollte sich das neue iPad 8 anschauen. Das kommt ganz traditionell mit einem abgerundeten Gehäuse und einem weiterhin breiteren Displayrand daher.

Es verfügt auch noch über die klassische Home-Taste und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse. Während das Design hier etwas altbacken wirkt, steckt im Innern mit dem A12-Bionic-Prozessor halbwegs aktuelle Technik. Im Praxistest liefen 3D-Spiele, Musik-Recording mit Garage Band oder der Videoschnitt in Luma Fusion flüssig.

Die Kameras können wie beim iPad Air 4 nicht wirklich überzeugen. Weder mit der Optik auf der Rückseite noch mit der Selfie-Kamera gelingen überragende Fotos. Für Schnappschüsse und das Einscannen von Dokumenten reicht es aber allemal. Das iPad 8 ist weniger ein Laptop-Ersatz, obwohl es auch für dieses einfachere Gerät eine Tastatur gibt, auf der sich gut schreiben lässt.

Das normale iPad bietet einen guten Kompromiss in Sachen Preis und Leistung. Es ist mehr als nur Abspielstation für Filme oder ein E-Book-Reader. Es macht Spaß auf dem Sofa mit dem iPad 8 zu surfen, Fotos zu bearbeiten und per Mail und Messenger mit Freunden in Kontakt zu bleiben.

Standard-iPad für Schule oder Uni

Das neue Standard-iPad von Apple dürfte sich mit einem Einstiegspreis von 369 Euro (32 GB) gut im Alltag in der Schule oder Uni schlagen. Das Modell mit 128 GB Speicher kostet 466 Euro. Die Kunden kaufen damit auch ein Stück Zukunftssicherheit ein, denn die Prozessorleistung gegenüber dem Vorgängermodell wurde enorm verbessert. Und Apple ist bekannt dafür, seine Geräte lange mit aktueller Software zu versorgen.

Außerdem findet sich erstmals bei einem einfachen iPad-Modell ein Spezialchip für KI-Anwendungen (Neural Engine). Das iPad 8 unterstützt auch den Apple Pencil, allerdings nur den einfacheren Stift der ersten Generation. Der rund 100 Euro teure Stift lässt sich auch durch günstigere Stifte ersetzen, etwa durch den nur 70 Euro teuren Logitech Crayon.

Der Aufschlag für den LTE-Mobilfunk (4G) wurde von einst 170 Euro auf 136 Euro abgesenkt. Beide neuen iPads kommen aber auch ohne 4G online: Das iPad 8 funkt noch mit Wi-Fi 5, das iPad Air 4 bereits mit Wi-Fi 6, mit dem um ein Drittel höhere Datenübertragungsraten möglich sind.

Apple iPad (2020)

Apple iPad (2020)

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