Samsungs Flaggschiff

Stark und schnell: Das Galaxy S3 im Test

Über neun Millionen Vorbestellungen gab es beim Verkaufsstart des Galaxy S3 zu verzeichnen – mehr als bei jedem anderen Handy zuvor. Wir haben es getestet und sagen, ob Samsung zu viel versprochen hat oder ob das Super-Handy die Erwartungen erfüllt.

Samsung Galaxy S3 weiß

Linden (red) – Das Samsung Galaxy S3 ist der jüngste Versuch der Koreaner, das iPhone vom Smartphone-Thron zu stoßen. Neben innovativer Software und intelligenter Steuerung hat das Quad-Core-Smartphone auch ordentlich Power unter der Haube.

Optik und Handlichkeit

Trotz des großen Super-AMOLED-Displays mit 4,8-Zoll-Diagonale liegt das Samsung-Smartphone dank seiner sanften Rundungen überraschend gut in der Hand. Mit seinen schlanken Maßen (8,6 Millimeter dick) und dem leichten Kunststoff-Material findet es auch noch Platz in der Hosentasche, ohne allzu sehr aufzutragen. Das Gehäuse aus Polycarbonat wirkt nicht unbedingt hochwertig, vor allem die Rückseite hat einen eher "billigen" Touch. Dafür ist die Vorderseite gelungen und das Material hat auch seine Vorteile: Es ist sehr stabil und widerstandsfähig, man braucht sich beispielsweise um den Akkudeckel keine Sorgen zu machen.

Quad-Core-Prozessor mit beeindruckender Leistung

Wichtiger als die Optik ist aber wohl das, was drin steckt. Hier hat sich Samsung nicht lumpen lassen und einen Prozessor verbaut, der es schwer macht, das Smartphone an seine Grenzen zu bringen. Der Exynos Quad-Core-Prozessor taktet mit 1,4 GHz und sorgt dafür, dass das Galaxy S3 rasant und flüssig läuft. Unterstützt wird er dabei von einem 1-GB-Arbeitsspeicher. Das zeitgleiche Abspielen eines HD-Videos und eines 3D-Spiels funktioniert völlig problemlos und ruckelfrei. Auch Internetseiten sind im Nu geladen, denn das S3 unterstützt HSPA+ mit bis zu 21 Mbit/s Download-Geschwindigkeit. LTE kann allerdings hierzulande nicht genutzt werden.

Sensibler und hochauflösender Touchscreen

Der Touchscreen ist sehr sensibel und reagiert auf die kleinste Berührung, selbst bei verschwitzten Fingern. Auch eine reichliche Bestückung durch Widgets ist kein Problem. Außer über den Touchscreen lässt sich das Handy durch eine Menütaste in der Mitte und zwei Sensortasten links und rechts davon bedienen. Letztere leuchten auf, wenn man sie berührt, sind aber im Normalzustand nicht beleuchtet, sodass man sie anfangs nicht immer auf Anhieb trifft. Mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln ist das Bild gestochen scharf und bietet zudem etliche Möglichkeiten, Helligkeit und Kontrast selber einzustellen. Screenshots lassen sich jetzt ganz einfach mit einer Handbewegung anfertigen, indem man von links nach rechts über den Bildschirm streicht.

Tolle Fotos zum Nachbarhandy "beamen"

Die Hauptkamera mit acht Megapixeln, Autofokus und Blitz kann sich ebenfalls sehen lassen. Fotos und Videos kann man hier in HD aufnehmen und wiedergeben. Auch bezüglich der Bildqualität spielt das S3 in der oberen Liga. Das S3 ist NFC-fähig und hat zudem Android Beam an Bord. So lassen sich jegliche Inhalte wie Fotos, Videos, Webseiten oder Kontakte auf andere NFC-fähige Handys übertragen, indem man sie einfach aneinander hält. Auch bei Smartphones mit NFC, aber ohne die neue Android-Version, klappte die Übertragung von Kontakten und Webseiten im Browser. Erst mit Android 4.0, welches Android Beam mitbringt, lassen sich jedoch jegliche Inhalte "beamen".

Samsung Galaxy S3

Samsung Galaxy S3

  • Betriebssystem Android
  • 8 Megapixel-Kamera
  • 4,8 Zoll Super-AMOLED Display
  • bis zu 64 GB Speicher

Intelligente Software reagiert auf Blicke und Bewegungen

Kommen wir nun zu dem, was die besonderen Features des S3 sein sollen: die "intelligenten" Software-Funktionen. Das Smartphone soll erkennen, dass der Nutzer aufs Display schaut und dementsprechend den Bildschirm ausleuchten, bis der Blick abgewendet wird. Das funktioniert immerhin bei Tageslicht erstaunlich gut, bei schlechter Beleuchtung hapert es jedoch ein wenig. Wird der Bildschirm dunkler, führt ein erneutes Anschauen dazu, dass er sich direkt wieder erhellt. Auch die Bewegungserkennung klappt: Hat man einen Kontakt ausgewählt und führt das Handy zum Ohr, wird dieser automatisch angerufen.

Sprachassistent noch ausbaufähig

Die Sprachsteuerung ist noch ausbaufähig und läuft auch bei perfekter WLAN-Anbindung nicht immer rund. Im Test war die Funktion vor allem bei Nebengeräuschen weniger zu gebrauchen und ließ sich zudem etwas viel Zeit, was es zu einer netten Spielerei macht, die jedoch im Alltag noch verbesserungsbedürftig ist. Mit Apples Siri kann "S Voice" unserer Ansicht nach nicht mithalten. Hier "menschelt" es noch zu wenig, sowohl Stimme als auch Antworten an sich sind weniger flexibel und kreativ. Man hat eher als beim iPhone den Eindruck, mit einer Maschine zu kommunizieren.

Telefonie und Akku

Bei allem, was ein Smartphone sonst noch kann, sollte man doch nicht vergessen, dass es ein Telefon ist und demzufolge sich auch zum Telefonieren eignen sollte. Auch das tut das Galaxy S3: Es bietet eine angenehme und klare Sprachqualität und übersteuert auch bei voller Lautstärke nicht.

Für ein derart leistungsstarkes Smartphone bringt das Galaxy S3 einen guten 2100 mAh-Akku mit. Ein Tag ist damit trotz intensiver Nutzung locker drin. Der Akku hält trotz des nun größeren Displays deutlich länger durch als beim Vorgänger, dem Galaxy S2. Das aktuelle Modell wird auch nicht ganz so schnell heiß wie dieses.

Fazit zum Samsung Galaxy S3

Das Galaxy S3 punktet vor allem durch eine starke Leistung. Surfen, Multimedia und Gaming gehen blitzschnell und ohne Ruckeln über die Bühne, und das sogar gleichzeitig. Dabei fühlt sich das S3 gut an und ist trotz seiner Größe nicht zu schwer oder gar unhandlich. Die technischen Besonderheiten funktionieren ganz gut, bei der Sprachsteuerung dürfte aber noch nachgebessert werden. Der starke Akku sorgt dafür, dass die Rechenleistung das Smartphone nicht allzu schnell schlappmachen lässt.

Weiterführende Links
Top