Malware auf der Spur

Fünf Hinweise: Schadsoftware bei Android erkennen

Schadprogramme für Android-Smartphones stellen eine große Gefahr für Millionen Nutzer dar. Ihre Anzahl wächst und die Anwendungen werden zudem trickreicher. Dennoch kann man an einigen ganz einfachen Zeichen erkennen, ob ein Smartphone eventuell befallen ist.

Sicherheitslücke© pixel dreams / Fotolia.com

Holzwickede (red) - So hat Bitdefender herausgefunden, dass sich Malware in Deutschland von der ersten zur zweiten Jahreshälfte 2012 um rund 75 Prozentpunkte vermehrt hat. Gleichzeitig wird sie immer schwieriger zu entdecken, da sie ihre Spuren stärker verwischt. Doch Nutzer müssen keine Informatiker sein, um die Bedrohung zu erkennen. Dazu sind nur folgende fünf Anzeichen zu beachten:

1. Höhere Telefonrechnung

Häufig senden Schadprogramme SMS-Nachrichten von den infizierten Android-Geräten zu teuren Nummern, die auch bei einer Flatrate zusätzlich abgerechnet werden. Manche Trojaner verschicken nur eine oder wenige SMS-Botschaften monatlich, um nicht aufzufallen, oder deinstallieren sich nach Erzeugung einer gewissen Schadenssumme. Nutzer sollten daher nicht nur ihre monatliche Rechnung prüfen, sondern auch den Einzelnachweis, um solche ungewöhnlichen SMS-Versände zu entdecken.

2. Gesteigerte Datenübertragung

Schadprogramme schmuggeln auch Daten vom Mobilgerät zu einem Drittanbieter. Dies lässt sich häufig an einer ungewöhnlich hohen Datenrate auf der Rechnung erkennen. Veränderte Download- oder Upload-Muster weisen darauf hin, dass das Smartphone von außen bedient wird. Die Vorgabe bestimmter maximaler Datenmengen kann nicht nur helfen, eine Infektion schneller zu erkennen, sondern auch den finanziellen Schaden zu begrenzen.

3. Schnellerer Akku-Verbrauch

Die meisten Nutzer haben ein gutes Gefühl, wie lange der Akku des Smartphones normalerweise durchhält. Falls die Dauer unerwartet und nachhaltig sinkt, kann das ein Zeichen für ständig aktive Malware sein.

4. Längere Reaktionszeiten

Eine Infektion mit Schadprogrammen führt möglicherweise zu starken Leistungseinbußen, je nach Hardware-Ausstattung des Geräts. Entsprechend weist das Smartphone dann längere Reaktionszeiten beim Anzeigen, Speichern oder Übertragen von Daten auf. Eine ständig höhere Auslastung von Arbeitsspeicher (RAM) und Prozessor (CPU) sind weitere Indizien für Malware.

5. Häufige Abbrüche

Mobile Schadprogramme können laufende oder eingehende Telefonate stören. Verloren gegangene Anrufe oder seltsame Unterbrechungen sind entsprechende Folgen. Ein Anruf beim Netzanbieter klärt dabei meist, ob die Ursachen bei ihm liegen oder eventuell an einer aktiven Malware.

Was kann man tun?

Sich vor jeder Art Schadprogramme zu schützen ist so einfach wie das Installieren von mobiler Sicherheitssoftware. Nutzer sollten vertrauenswürdige Antivirus-Programme auf ihrem Mobilgerät einsetzen, da der mögliche Schaden durch Malware nicht zu unterschätzen ist. Zusätzlich ist jede Anfrage einer Android App nach Zugangs- und Übertragungsrechten genau zu überprüfen. Viele Apps bitten um Angaben, die sie überhaupt nicht benötigen.

Am häufigsten angegriffen werden die am weitesten verbreiteten Android-Versionen – Gingerbread, Ice Cream Sandwich und Jelly Bean. Diese werden von 87,4 Prozent der Android-Nutzer verwendet, gemäß dem Android Developer Dashboard. Daher sollten Anwender dieser Versionen besonders vorsichtig sein.

Top