Wissenswert

Handys und Tablets im Ausland kaufen - eine gute Idee?

Technische Geräte wie Handys oder Tablets sind im Ausland oft günstiger zu haben als hierzulande. Aber lohnt es sich wirklich, eine Bestellung im Ausland aufzugeben? Es gibt da so einiges zu beachten.

Smartphone© Scanrail / Fotolia.com

In Deutschland gibt es eine große Auswahl an Handys und Tablets. Doch trotzdem kann man hierzulande nicht jedes Gerät erwerben, was einen durchaus zum Kauf im Ausland animieren könnte, zumal, wenn das Wunschgerät dort deutlich billiger angeboten wird. Wenn man alles richtig macht und sorgfältig vorgeht, dann kann es tatsächlich ein Schnäppchen werden.

Es sollten jedoch einige Punkte beachtet werden, damit die Ware einwandfrei ist, überhaupt ankommt und man obendrein keine unerwarteten Kosten hat. Gerade mit Importen aus Asien kommt es immer wieder mal zu Problemen, und die erschöpfen sich nicht bei der Suche nach einem deutschen Menü.

Risiken beim Handykauf im Ausland

Zu den Gefahren gehört zunächst einmal die Möglichkeit eines Plagiats. Man bekommt also kein originales Markenprodukt, sondern lediglich eine Produktfälschung. Sollte der Preisunterschied im Vergleich zu Deutschland also ungewöhnlich stark sein, dann sollte man vorher den Händler unbedingt genauer unter die Lupe nehmen. Vielleicht kauft man aber auch bewusst ein gefälschtes Gerät? Dann sollte man wissen, dass gefälschte Ware vom Zoll beschlagnahmt werden kann.

Probleme kann es auch dann geben, wenn das CE-Label fehlt, das besagt, dass die EU-Normen eingehalten werden. Das Gerät darf nicht eingeführt werden, wenn die Kennzeichnung fehlt. Wird die fehlende Kennzeichnung entdeckt, kann der Zoll das Tablet oder Telefon einkassieren. Im Gegensatz zu Fälschungen hat man hier immerhin eine Chance, sein Geld wiederzusehen, denn man kann das Handy oder Tablet meist an den Shop zurückschicken.

Unbedingt auf das Netz und die Frequenzen achten

Ein weiterer Faktor, der zu Schwierigkeiten führen kann, sind Unterschiede bei den unterstützten Frequenzbändern und Netzen. Mit den europäischen GSM-Netzen kommen immerhin die meisten Smartphones zurecht. Soll auch LTE funktionieren, dann sind die derzeit in Deutschland genutzten Bänder 3, 7 und 20 zu berücksichtigen. LTE-Smartphones aus China unterstützen beispielsweise oft das Band 20 nicht. Schon bei der Telefonie scheitern wird man mit Smartphones aus den USA, die nicht im GSM-Netz funken, sondern den dort ebenfalls verbreiteten CDMA-Standard nutzen.

Auch ein Blick aufs Netzteil oder Ladekabel sollte Pflicht sein, zumindest bevor es zum Einsatz kommt. Billig-Ladekabel haben schon zu schweren Unfällen geführt, weil sie schlecht verarbeitet waren und nicht europäischen Sicherheitsstandards genügten. Auch sollte die importierte Elektronik sich für die hiesige Netzspannung von 230 Volt eignen.

LadegeräteBillige Ladekabel können sogar gefährlich werden.© haitaucher39 / Fotolia.com

Nicht zuletzt sollte man noch sichergehen, dass nicht ein SIM-Lock oder eine andere Art von Providersperre eingerichtet ist. Das kommt beispielsweise in den USA öfter vor. Daher ist dieser Hinweis auch wichtig, wenn man nicht online bestellt, sondern sich ein Smartphone aus dem Urlaub mitbringt.

Die Sache mit der Garantie

Kauft man das Handy/Tablet innerhalb der EU, dann unterscheiden sich die Rechte im Vergleich zu Deutschland nicht. Bedeutet: Der Händler muss 24 Monate Gewährleistung geben, auch die Sache mit der Beweislastumkehr nach 6 Monaten verläuft wie gewohnt. Anders sieht es außerhalb der EU aus. Hier gelten nämlich die Regeln des Landes, in dem der Verkäufer seinen Sitz hat. Und diese Rechte durchzusetzen ist äußerst schwierig, außerdem kann der Versand mehrere Wochen in Anspruch nehmen und auch wieder Kosten verursachen. Glück haben kann man bei einigen großen Herstellern, die Schäden über die Garantie abwickeln. Dann kann man sich auch an eine Servicestelle im eigenen Land wenden.

Kommen Zollkosten auf mich zu?

Kommt das Gerät aus dem EU-Ausland, dann wird die Mehrwertsteuer automatisch berechnet und es ist wie bei einem deutschen Händler. Aus Nicht-EU-Ländern kommt es zu zusätzlichen Kosten, wenn der Warenwert 22 Euro übersteigt. Die Rede ist von Zollgebühren und der Einfuhrumsatzsteuer. Letztere sorgt dafür, dass der Preis der gekauften Ware um die anfallende Mehrwertsteuer anwächst, also in der Regel um 19 Prozent. Ab 150 Euro Warenwert können für technische Geräte noch Zollgebühren hinzukommen, Tablets und Mobiltelefone sind jedoch davon befreit.

Es gibt auch unseriöse Händler

Kennt man einen Online-Händler oder einen Importeur nicht, dann sollte man bei der Bestellung besonders vorsichtig sein. Fehlt zum Beispiel im Impressum oder unter "Kontakt" eine Postadresse, dann ist das kein Zeichen von Seriosität. Nicht selten zahlen Käufer den Betrag, bekommen am Ende aber nie eine Ware. Und wie oben schon erwähnt: Man kann sein Recht in Drittländern so gut wie nie durchsetzen. Besser ist es, wenn man nach Erfahrungsberichten von anderen Ausschau hält und sich auf die Suche nach Bewertungen macht. Plattformen dafür gibt es genug und sie zeigen schnell, ob ein Händler seriös ist oder nicht.

Der Unterschied zwischen EU und Nicht-EU

Um noch mal explizit auf das Thema EU einzugehen. Es gibt zwischen EU und Nicht-EU deutliche Unterschiede. Während im EU-Raum einheitliche Regeln gelten (beispielsweise für die Garantie), gelten bei Nicht-EU-Ländern immer deren Regeln. Demnach kann es sein, dass eine deutsche Niederlassung eines Konzerns die Garantieansprüche verweigert und auf das jeweilige Land verweist. Das liegt auch daran, weil die Geräte vielleicht gar nicht für den Verkauf in der EU bestimmt waren.

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