Stromfresser aufspüren

Handyakku schonen: Wie der Akku länger durchhält

Dass es nicht gut für den Akku sein kann, wenn das Handy in der prallen Sonne liegt, leuchtet ein. Doch es gibt noch viel mehr Tipps, die für eine längere Lebensdauer des Akkus sorgen. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass häufiges Ausschalten des Handys stromfressend sein kann?

Handy Vergleich© moggara12 / Fotolia.com

Die Akkulaufzeit ist für viele Verbraucher ein entscheidendes Kaufkriterium. Doch viele Geräte erreichen die vom Hersteller vollmundig propagierten Laufzeiten nur anfangs und bauen schnell ab. Was kann man tun, um den Akkus zu einer längeren Laufzeit zu verhelfen? Mal abgesehen davon, dass man vorsichtig mit dem Nachkauf von "Original-Akkus" sein sollte, die nämlich häufig keine sind, gibt es noch eine Reihe weiterer Tipps und Tricks.

Welche Akkus gibt es?

Welche Art Akkus sind eigentlich in den heutzutage benutzten Handys unterwegs? In der Regel sind es Lithium-Ionen-Akkus, abgekürzt Li-Ion. Doch in manchen Handys oder Schnurlostelefonen sind vielleicht noch ältere Nickel-Cadmium-, Nickel-Metallhydrid- oder Lithium-Polymer-Akkus in Betrieb. Die Pflegetipps unterscheiden sich je nach Akku-Art. Die Nickel-Cadmium-Akkus etwa sollte man nur dann wieder aufladen, wenn sie zuvor komplett entladen waren, ansonsten entsteht der so genannte Memory-Effekt.

Das gilt für die neuere Akkutechnik nicht. Immer wieder findet man Hinweise auf den Memory-Effekt und damit einhergehende Tipps, aber bei modernen Akkus schadet es im Gegenteil sogar eher, wenn man sie komplett entladen lässt. Zwischen 500 und 1.000 Ladezyklen sollte der Akku durchhalten, bis die Kapazität merklich abnimmt. Nutzen kann man den Akku dann natürlich noch weiter, die Leistung nimmt aber ab. Die tatsächliche Lebensdauer hängt aber von vielen Faktoren ab - nicht zuletzt vom sachgerechten Umgang mit dem Akku.

Vor hohen Temperaturen schützen

Bei schlechter Pflege halten Akkus statt der sonst rund drei Jahre manchmal nur ein halbes Jahr durch und sind danach nicht mehr zu gebrauchen. Vor allem eine hohe Betriebstemperatur ist schädlich für Lithium-Ionen-Akkus. Das Problem: Die Geräte werden, auch bei ganz normalem Betrieb, oft heißer als es der Akku mag - das gilt insbesondere für Notebooks und Laptops. Auch Handys werden schnell heiß, wenn sie eine Weile in der Sonne oder in der Nähe eines Heizkörpers liegen. Es ist dann unerheblich, ob sie ausgeschaltet sind oder nicht.

Die Hersteller wissen das und geben aus diesem Grund für ihre Akkus auch in der Regel nur sechs bis zwölf Monate Garantie. Umso mehr sollte man als Anwender also darauf achten, dass man den Akku pfleglich behandelt.

Die Standby-Zeiten verbessern

Die Standby-Zeit eines Handys ist von vielen Faktoren abhängig, unter anderem von der Netzqualität und der Anzahl der Dienste, die im Hintergrund laufen. Deshalb schaltet man, wenn man Energie sparen möchte, GPS und Bluetooth ab und sorgt dafür, dass Apps nicht im Hintergrund weiterlaufen. Nicht genutzte Anwendungen sollte man ordnungsgemäß beenden, statt nur das Display auszuschalten. Soll das Smartphone unterwegs noch länger durchhalten, kann man auch bequem den Energiesparmodus nutzen.

Die Standby-Zeit sinkt beispielsweise auch dadurch, wenn sich das Telefon immer wieder ein Netz suchen muss. Das ist etwa dann der Fall, wenn man sich zwischen zwei Sendestationen befindet. Die Abfragerate steigt in einem solchen Fall auch dann, wenn die Netzqualität gut ist.

Stromverbrauch des Handys senken

Das Display selbst ist auch ein großer Stromfresser; ist es "always on" und auf hohe Helligkeit eingestellt, verbraucht es mehr Strom. Unnötige Tastendrucke sollten ebenfalls vermieden werden, weil jedes Drücken das Gerät aus seinem Sleep-Modus holt. Auch sollte man versuchen, auf blinkende Symbole zu verzichten, die etwa dann entstehen, wenn aufgrund eines vollen SMS-Speichers ein blinkender Briefumschlag erscheint. Wenn das Handy in der Tasche oder in einer Schublade liegt, wird der Kontakt zum Netz erschwert, ebenso durch die Nähe eines Computers. Der aus energietechnischer Sicht beste Platz fürs Handy ist der hinter einem Außenfenster.

Noch ein Tipp, der zunächst ungewöhnlich klingt: Das Handy nicht zu oft ganz ausschalten. Wenn es sich beim Einschalten erneut ins Netz einwählen muss, wird ordentlich Strom verbraucht. Im Standby-Modus ist der Stromverbrauch deutlich geringer. Ein Ausschalten über Nacht ist jedoch durchaus sinnvoll.

Tipps für Zwischen- und Endlagerung

Dass man sein Handy nicht in der prallen Sonne liegen lassen sollte (in solchen Fällen erübrigt sich natürlich eine Aufbewahrung am Außenfenster!), ist klar. Manche Akkus leisten alleine dadurch nur noch die Hälfte. Wenn man den Akku länger nicht braucht, sollte man ihn herausnehmen und an einen kühlen, trockenen Platz legen - möglichst halb voll geladen, denn eine Komplettentladung wäre aufgrund der entstehenden chemischen Prozesse nicht gut für den Weiterbetrieb. Bevor der Akku wieder zum Einsatz kommt, sollte er wieder komplett aufgeladen werden. Und falls ein Akku weggeworfen werden muss - dafür stehen vielerorts Sammelbehälter bereit.

Bestenliste: Handys und Smartphones mit langer Standby-Zeit

Welche Handys und Smartphones eine lange Akku-Laufzeit bieten, zeigt unsere Bestenliste. Die Angaben zur Standby-Zeit beziehen sich auf die Herstellerangaben.

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