Mobil und sicher

Tipps zum Verschlüsseln von Smartphone-Daten

Auf dem Smartphone lagern oft wichtige Daten: Kontakte, Fotos, vielleicht sogar Passwörter. Da sollte man sich auch um die Sicherheit dieser Daten einmal Gedanken machen. Wie verschlüsselt man Daten auf dem Smartphone bei iOS, Android und Windows?

Internet Sicherheit© Andrea Danti / Fotolia.com

Auf dem Smartphone lagern mitunter überaus sensible Daten. Angefangen von intimen Fotos über vertrauliche Chats bis hin zu umfangreichen Passwortprotokollen, speichert ein Handy allerlei Daten und birgt im Verlustfall ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko. Dennoch: Sie müssen nicht auf den smarten Alltagsbegleiter verzichten; der Griff zum Handy soll und kann nach wie vor Spaß machen. Grundvoraussetzung hierfür ist jedoch das Sichern der Daten, etwa in Form einer Verschlüsselung.

Automatisch die Smartphone-Daten verschlüsseln

iOS

Die drei großen Betriebssysteme Android, iOS und Windows bieten ihren Kunden automatische Datenverschlüsselungen an. Wirklich komfortabel und sicher codieren jedoch lediglich iOS-Geräte, also iPhones beziehungsweise iPads. Folgen Sie den Punkten: Einstellungen > Allgemein > Code-Sperre. Hier können Sie eine mindestens vierstellige Nummern- und/oder Buchstabenfolge als Kennwort setzten. Ab iOS 6 besteht die Möglichkeit, jeder App eine Berechtigung zu erteilen, sodass zum Beispiel ohne Kennworteingabe auf Nachrichten geantwortet werden kann.

Android

Nutzer eines Android-Modells folgen zwecks Datenverschlüsselung auf ihrem Smartphone folgendem Pfad: Einstellungen > Sicherheit > Telefon verschlüsseln. Ist der letzte Punkt aktiviert, werden sämtliche Daten vor Fremdzugriffen geschützt – theoretisch. Praktisch gehen mit diesem Schritt einige Nachteile einher: Die Standard-Verschlüsselung unter Android ist erstaunlich leicht zu hacken, kann die Systemgeschwindigkeit stark reduzieren und ist lediglich rückgängig zu machen, wenn das Gerät auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt wird! Durch diesen Eingriff werden sämtliche Daten, Einstellungen und Konten getilgt.

Windows

Die automatische Verschlüsselung der Smartphone-Daten auf einem Windows-Gerät gelingt unter dem Pfad: Einstellungen > System > Geräteverschlüsselung. Ihre Daten werden bei diesem Verfahren zwar ähnlich gut geschützt wie unter iOS, doch die Sperre lässt sich ebenfalls nur aufheben, indem das Gerät in den Auslieferungszustand versetzt wird. Ein gravierender Nachteil von Windows ist zudem, dass das System keine SD-Karten-Verschlüsselung unterstützt. Dies gelingt einzig und allein mit einem aktuellen Android-Gerät – Speicher von iPhones sind nicht erweiterbar.

Eigenarbeit zahlt sich aus

Besitzer eines iPhones dürfen sich ihrer Daten bei aktivierter Verschlüsselung recht sicher sein, doch der Großteil der Smartphone-Nutzer entdeckt im Automatik-Datenschutz kaum Vorteile. Folglich lohnt es, nach einer Alternative Ausschau zu halten. Einen absoluten Klassiker der Datenverschlüsselung liefert die TrueCrypt Foundation. Deren Verschlüsselungssoftware galt lange Zeit als das A & O der PC-Sicherung, hat jedoch Konkurrenz erhalten und ist laut Entwicklern nicht mehr absolut sicher. Dennoch ist die Software nach wie vor zu haben – und zu empfehlen. Die Einstellungen von TrueCrypt sind umfangreich und die Verschlüsselung benötigt wenig Zeit. Neben der automatischen Komplettverschlüsselung sind je nach Smartphone beziehungsweise Hersteller zusätzliche Sicherheitsoptionen im System integriert. Samsung etwa stattet seine Galaxy-Modelle serienmäßig mit dem zuverlässigen Datentresor Knox aus.

Sicher in der Cloud

Sinnvoll ist überdies eine Verschlüsselung des Onlinespeichers: Viele Smartphone-Besitzer lagern ihre Daten gerne in einer Cloud (Wolke) ab und gewinnen somit Speicher – verlieren jedoch an Privatsphäre. Das Verschlüsseln der Cloud-Dateien sollte demnach Pflicht sein und gelingt zum Beispiel per Sophos Mobile Encryption oder Boxcryptor sehr flott. Die Verschlüsselung greift bei beiden Programmen automatisch, ist kostenlos für Smartphones mit iOS und Android zu haben und bietet gegen Aufpreis einige weitere Zusatzoptionen. Diese machen Ihnen das Leben zwar leichter, das der Hacker jedoch nur unwesentlich schwerer; die Free-Versionen reichen meist aus.

Die Macht der Datenkrake

Abschließend ein Hinweis an alle Google-Nutzer. Google mag mit Suchmaschine, Karten- und E-Mail-Dienst komfortable Anwendungen aufs Smartphone bringen, doch bei der Nutzung der Google-Dienste sollten Sie Vorsicht walten lassen. Machen Sie beispielsweise dem Tracking Ihres Smartphones ein Ende, in Sie bei Google Maps im Menü unter "Meine Zeitachse" prüfen, ob der Standort des Smartphones aufgezeichnet wird und das Tracking gegebenenfalls unterbinden. gehen Sie dazu in die Einstellungen > Google > Google-Konto > Persönliche Daten > Aktivitätseinstellungen.

Dank seiner Suchmaschine ist Google zudem grundsätzlich bestens über Ihre Vorlieben und Interessen unterrichtet: Auch wenn Sie sich nicht mit Ihrem Google-Account angemeldet haben, analysiert Sie Google durch die Identifizierung Ihres Smartphones. Um die Privatsphäre zumindest etwas anzuheben, lohnt der Griff zu alternativen Suchmaschinen wie Startpage, die Antworten auf Suchanfragen versprechen, ohne dass man hinterher von personalisierter Werbung verfolgt wird.

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