Verlust oder Defekt

Ist eine Smartphone-Versicherung sinnvoll?

Das Smartphone ist zu unserem alltäglichen Begleiter geworden. Ist es defekt oder verschwunden, sind auch Kontakte, Termine und Fotos fort. Besonders Leute, die viel in ihr Smartphone investieren, denken deswegen über eine Handyversicherung nach. Ob diese sich lohnt, hinterfragen wir.

kaputtes Handy© alexmillos / Fotolia.com

Wozu eine Smartphone-Versicherung ?

Die heutigen Smartphones haben meist nicht nur einen Wert von mehreren hundert Euro, sondern auch einen hohen ideellen Wert für uns persönlich. Denn Zeiten, in denen das Handy lediglich zum Anrufen und mal zum Simsen genutzt wurde, sind lange vorbei. Heute ist das Smartphone Internetzugang, Datenspeicher, Terminkalender, Kontaktbuch, Spielekonsole und Fernseher zugleich und so immer in unserer Tasche zu finden.

Umso schmerzhafter ist ein Verlust oder ein Schaden am Smartphone, besonders wenn man weiß, wie schnell ein Display bricht und wie teuer die Reparatur daraufhin ist. Doch lohnt sich eine Handyversicherung wirklich?

Für wen ist eine Handyversicherung sinnvoll?

Grundsätzlich kann man sagen, dass Handyversicherungen nur für Smartphones der gehobenen Klasse überhaupt Sinn machen. Eine Versicherung ist ab etwa drei Euro monatlich zu haben, was sich zuerst nach nicht viel anhört, sich jedoch schnell summiert. Besonders, weil bei den meisten Handyversicherungen eine Eigenbeteiligung im Schadensfall festgelegt ist und auch nur der Zeitwert, nicht aber der Kaufwert, versichert ist.

So könne es beispielsweise passieren, dass ein 600-Euro-Handy nach einigen Monaten kaputtgeht: Zu diesem Zeitpunkt hat man schon einiges an die Versicherung gezahlt, der Wert des Handys ist gefallen und man muss sich selber am Schaden beteiligen. Abschließend hat man vielleicht rund 100 Euro Ersparnis. Wenn es dumm läuft, sieht man vielleicht noch nicht einmal Geld für den Schaden, sondern bekommt ein Ersatz-Smartphone von der Versicherung, welches – je nach Versicherung – weder neuwertig noch das gleiche Modell sein muss.

Machen wir, aber…

Wer kennt das nicht: Ein gutes Angebot gefunden, das Kleingedruckte gelesen und schon ist das Angebot lange nicht mehr so toll wie erhofft. Das gilt auch für Handyversicherungen. Auf den ersten Blick sehen sie sehr verlockend aus, allerdings sind alltägliche Missgeschicke durch die Versicherung gar nicht erst abgedeckt und es gibt viele Ausnahmen. So ist bei vielen eine Erstattung bei Diebstahl ausgeschlossen. Ein Diebstahlschutz greift wiederum nur, wenn man mit Argusaugen über das Handy gewacht hat, ansonsten gilt es als selbstverschuldet.

Witterungseinflüsse, wie beispielsweise Regen oder generell Wasserschäden, sind meist nicht in der Versicherung inbegriffen, so wie Verschleißteile ebenfalls ausgenommen sind. Schwächelt der Akku, ist dies eben Pech für den Nutzer und keine Sache der Versicherung. Aber auch bei Viren oder Kratzern fühlt sich die Versicherung meist nicht zuständig.

Handyversicherungen vergleichen

Wem sein Handy eine Versicherung wert ist, auf den kommt noch etwas Arbeit zu: Handyversicherungen sind mittlerweile einige auf dem Markt. Man kann nicht nur zwischen verschiedenen Anbietern wählen, sondern auch zwischen verschiedenen Staffelungen. Aus diesem Grund kann man nie grundsätzlich davon ausgehen, dass der Schaden in der Versicherung inbegriffen ist, da kann das Paket noch so "rundum sorglos" sein. Wer ernsthaft über eine Handyversicherung nachdenkt, der muss sich vorab gut informieren, um nicht irgendeine Versicherung zu erstehen, die vielleicht gar nicht das abdeckt, was am wichtigsten ist.

Fazit: Nur für besonders teure Smartphones

Eine gute Handyversicherung sollte auf jeden Fall Schäden durch Stürze, Wasser, Kurzschluss, Vandalismus und Bedienungsfehler abdecken. Versicherungen mit diesen Leistungen sind jedoch entsprechend teuer und eine Selbstbeteiligung kommt meist hinzu. Grundsätzlich ist die Versicherung – wenn überhaupt – nur für Luxussmartphones empfehlenswert. Geht das Smartphone in den ersten Monaten kaputt, kann die Versicherung sich noch lohnen, aber etwa nach einem halben Jahr hat das Smartphone soviel an Wert verloren und man hat entsprechende Summen in die Versicherung einbezahlt, dass man den Schaden ohne großen Mehraufwand auch selber begleichen könnte.

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