Auf Tour

Mit dem Smartphone in den Bergen: Planung, Sicherheit, Info

Wer eine Reise in die Berge plant und dort wandern möchte, bekommt zahlreiche Hilfen über Smartphone-Apps geliefert. Egal ob Tourenvorschläge, die nächste Berghütte zum Einkehren, Gipfelbestimmung oder die Wettervorhersage – mit dem Smartphone ist alles dabei.

Smartphone im Winter© Halfpoint / Fotolia.com

Ist man mit dem Smartphone in den Bergen unterwegs, sollte man unbedingt daran denken, dass man mit einem sensiblen technischen Gerät umgeht, das auch ausfallen kann. Das häufigste Problem ist wohl, dass der Akku gegebenenfalls nicht die gesamte Wanderung durchhält, weswegen man einen Ersatzakku oder eine Powerbank im Gepäck haben sollte. Besonders bei kalten Temperaturen gibt der Akku früher als gewohnt auf. Hier kann es sinnvoll sein, das Smartphone nah am Körper zu tragen.

Smartphone hat in den Bergen nicht immer Netz

Auch wenn man gewohnt ist, dass das Smartphone Sicherheit in Falle einer Notsituation gibt, muss man damit rechnen, in den Bergen keinen Empfang zu haben. Je nachdem, in welches Gebiet man sich vorwagt, gehören eine Karte und ein Kompass für den Notfall also trotz Smartphone ins Gepäck. Muss man einen Notruf absetzen und hat keine Empfang, sollte der erste Schritt sein, das Smartphone auszuschalten und direkt nach dem Einschalten ohne PIN-Eingabe die Notruffunktion zu nutzen. In diesem Fall wählt das Smartphone einfach das am stärksten verfügbare Netz und nicht das durch die SIM-Karte vorgegebene. Hat man immer noch keinen Empfang, hilft nur ein Ortswechsel.

Probleme bei der Handyortung

Was die Ortung im Notfall mittels des Smartphones angeht, so kommt es darauf an, wie gut der Netzempfang im Gebiet ist. Das Smartphone muss eingeschaltet und im Netz eingewählt sein. Trotzdem kann der Standort selten genau festgestellt werden – bei einer Handyortung ergibt sich ein teilweise mehrere Kilometer großer Suchradius. Ideal ist es daher, wenn man beim Absetzen eines Notrufes genaue Koordinaten zur Hand hat.

Begibt man sich in sehr abgelegene Gebiete, wo man ziemlich sicher kein Handynetz vorfinden wird, kann es außerdem sinnvoll sein, für Notfälle ein Satelliten-Telefon mit sich zu führen, welches weltweit Empfang hat. Da diese in der Anschaffung sehr teuer sind, gibt es einige Anbieter, die Satellitentelefone für den Outdoor-Urlaub vermieten.

Hilfreiche Apps für die Bergtour

Auch wenn der Urlaub in den Bergen gut geplant ist, schadet es nicht, auch unterwegs Zugang zu aktuellen Informationen und Tipps zu haben. Wer das Smartphone dabei hat, packt sich am besten vor der Reise gleich ein paar nützliche Apps aufs Gerät. Sofern nicht anders angegeben, sind die Apps für Android und iOS erhältlich. Links zu einigen der vorgestellten Apps gibt es am Ende des Ratgebers!

Allrounder

Eine sehr vielseitige App und eine gute Hilfe in den Alpen ist Alpenkalb. Hier erhält man Tourenvorschläge, Informationen zu Einkehrmöglichkeiten und Berggipfeln, sowie eine Wettervorhersage für den Ort. Jeder der Lust hat, kann nach dem Wikipedia-Prinzip etwas zur Datenbank beisteuern und mitarbeiten. Wer nicht alleine loswandern möchte, kann über das Pinboard der App Tourenpartner suchen, auf dem virtuellen Marktplatz wird Bergsteigerausrüstung gehandelt. Alpenkalb steht im Netz bei verschiedenen Quellen kostenlos zum Download bereit, in den entsprechenden App-Stores ist es jedoch nicht verfügbar.

Ebenfalls sehr umfangreich ist die Ortovox Bergtouren App, welche neben Tourenvorschlägen für Wanderer, Skifahrer und Kletterfreunde auch offline verfügbare topografische Karten beinhaltet, die Lifte, Pisten und Hangneigung vermerken. Wer mag, kann mit "Bergtouren" nicht nur navigieren, sondern auch seine eigenen Touren tracken – so lässt sich einfacher nachvollziehen, was man geleistet hat. Weiterhin nimmt die Sicherheit in den Bergen bei der App einen wichtigen Platz ein. So lassen sich Daten des Lawinenlageberichtes abrufen und eine Notruffunktion zeigt die derzeitige Position auf dem Display an. Nicht zuletzt lassen sich die umliegenden Gipfel via Live-Bild bestimmen.

Schöne Wege finden

Ein kostenloser Tourenplaner für die Alpen, der ebenfalls auch offline verfügbar ist, nennt sich Alpenvereinaktiv.com. Neben zahlreichen Tourenvorschlägen von familienfreundlich bis zum Experten-Niveau erhält man die Möglichkeit, seine eigenen Routen aufzuzeichnen, Touren via Start- und Zielpunkt zu planen und sich via aktivem Routing navigieren zu lassen, wie man es vom Auto-Navi kennt. Auch Schutzgebiete und Ruhezonen sind verzeichnet, außerdem lässt sich die aktuelle Lawinengefahr abrufen.

Gipfel bestimmen

Häufig tut sich während Wanderungen ein wunderbarer Panoramablick auf Gipfel und Täler auf. Meist kann man den gegenüberliegenden Berg jedoch nicht benennen – und wie hoch wird er wohl sein? Dank des Peakfinder für knapp drei Euro ist die Benennung der Gipfel weltweit und ohne Internet kein Problem mehr. Weiterhin werden die Höhe der Gipfel und die Entfernung zu diesen angegeben. So fällt das Orientieren in den Bergen leicht! Eine kostenlose Alternative stellt Peak.ar für Android-Nutzer dar.

Wandern ohne Überraschungen

In den Bergen ist man häufig weit ab von einem Zufluchtsort, daher sollte man stets gut vorbereitet loswandern. Unabdingbar ist es, vor Tourenstart die aktuelle Wetterlage zu prüfen. Soll es sonnig werden, droht ein Gewitter? Geeignete Apps sind grundsätzlich alle Wetterdienste wie etwa Wetter.de oder speziellere Apps wie beispielsweise Meteo Swiss. So erhält man Wetterprognosen, aktuelle Messwerte und Gefahrenwarnungen des Bundes. Gefahrenmeldungen sind zudem als Push-Meldungen möglich.

Ist man im Winter in den Bergen unterwegs kommt eine weitere Gefahr hinzu. Besonders, wenn man sich abseits der offiziellen Pisten bewegt, sollte man die Lawinengefahr vorab checken. Mit White Risk ist das eine Sache von Sekunden. Die App bietet nicht nur offizielle Warnungen vor Lawinen, sondern auch Schnee- und Wetterdaten sowie Hintergrundwissen zur Beurteilung der aktuellen Lawinengefahr.

Weiterführende Links
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