Handy-Technik

Der Touchscreen und seine Funktionsweise

Sie nehmen das Smartphone in die Hand, tippen auf das Display und eine Aktion wird ausgelöst. Aber wie funktioniert das überhaupt? Wie arbeitet ein Touchscreen und warum gibt es unterschiedliche Methoden, um diese empfindlichen Sensoren und Displays zu fertigen? Dieser Artikel erklärt es Ihnen!

Android-SmartphonesBeim Touchscreen gibt es resistive und kapazitive Modelle.© georgejmclittle / Fotolia.com / i12 GmbH

Der Touchscreen, Teil 1: resistive Modelle

Die ältere Variante der Touchscreens arbeitet resistiv – das heißt, sie funktioniert nach dem Prinzip des (physischen) Widerstands. Falls Sie einen solchen Touchscreen nur leicht berühren, passiert gar nichts. Dieser Touchscreen möchte fest betätigt werden. Nur bei einem Druck mit ausreichender Kraft registriert das Display diese Aktion und löst dann die gewünschte Aktion aus. In Smartphones ist diese Technik heute praktisch ausgestorben, obwohl Sie auch einige Vorteile mitbringen würde (dazu gleich mehr). Allerdings gibt es weiterhin Einsatzbereiche wie Kinderspielzeug, bestimmte Spielekonsolen sowie Industrieanlagen, in denen einige Anlagen durch resistive Touchscreens bedient werden. Warum das so ist, besprechen wir im übernächsten Kapitel.

Der Touchscreen, Teil 2: kapazitive Varianten

Dies ist der Touchscreen, den Sie jeden Tag auf dem Handy oder Tablet bedienen. Er arbeitet nach dem Prinzip des Körperstroms: In Ihrem Körper fließt eine geringe Menge Strom. Berühren Sie den Touchscreen, fließt dieser Strom und das Display nimmt dies als Druck war. Das ist auch der Grund, warum Sie das Display eines Smartphones nicht berühren müssen. Wenn Sie den Finger langsam in Richtung Touchscreen bewegen, werden Sie merken, dass der Tastendruck auch dann registriert wird, wenn Ihr Finger noch hauchdünn über dem Display hängt. Diese Touchscreens finden heute in zahlreichen Produkten Platz: von Smartphones über Tablets und 2-in-1-Geräte bis zu Smartwatches.

Vor- und Nachteile der Techniken

Zwar ist es angenehmer, einen kapazitiven Touchscreen zu nutzen, da der Bedarf nach Anpressdruck entfällt. In einigen Bereichen sind jedoch versehentliche Aktivierungen eines Touchscreens gar nicht gewünscht bzw. gefährlich – wie in den eingangs erwähnten Industriehallen. Außerdem können resistive Touchscreens auch dann genutzt werden, wenn Sie Handschuhe tragen. Es muss kein Strom fließen, sondern nur ein Druck festgestellt werden. Das klappt auch mit dem dicksten Handschuh problemlos. Die ansprechendere Bedienung der kapazitiven Touchscreens hat sich jedoch durchgesetzt und stellt heute das dar, was Käufer erwarten, wenn sie z.B. ein neues Smartphone in der Hand halten.

Resistive Touchscreens und Multi-Touch

Mehrere Finger zu nutzen ist notwendig, um bestimmte Aktionen auszuführen – wie das Zoomen von Bildern. Würde diese Technik über resistive Touchscreens umgesetzt werden, hieße das, zwei oder mehr Finger mit hohem Druck auf das Display drücken zu lassen. Abhängig vom Gerät und den Umständen kann dies sogar gefährlich für den Touchscreen werden. In der Praxis ist Multi-Touch auf resistiven Touchscreens daher niemals wirklich in Produktion gegangen und ist in keinem nennenswerten Gerät vorhanden. Auf kapazitiven Modellen sind diese Nachteile nicht zu finden: Selbst mit leichtem Auflegen der Finger oder kompletten Hand sind alle Aufgaben umsetzbar – komplett ohne jeglichen Druck.

Kapazitive Modelle gewinnen – auch in der Nachhaltigkeit

Ein letzter Punkt, der für kapazitive Touchscreens spricht, ist die Verschleißarmut. Resistive Displays sind mit dünnem Polyester – sprich: Plastik – überzogen. Hier reichen jedoch bereits leichte Krafteinwirkungen aus, um langfristige Kratzer im Bildschirm zu hinterlassen. Besonders für Smartphones und Tablets, die sich den Raum in Taschen und Rucksäcken oft mit vielen anderen, harten Gegenständen teilen müssen, wäre dies nicht denkbar und auch nicht im Sinne des Kunden. Das Gorilla Glas, das heute häufig für den Schutz von Smartphones genutzt wird, ist mit resistiver Technik nicht kompatibel. Über kurz oder lang werden resistive Touchscreens daher wahrscheinlich komplett aussterben.

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