Pauschaltarif

Ärgernis: Flatrates, die keine sind

Eine Flatrate ist eine Flatrate ist eine Flatrate. Oder? Es gibt Flatrates, die dennoch Einschränkungen unterliegen. Was aber ist denn eine Flatrate genau und worauf muss man achten, wenn man einen Flatrate-Tarif abschließt?

Handytelefonat© Amir Kaljikovic / Fotolia.com

Die Provider arbeiten schon lange damit und das Konzept der Flatrate ist auch für den Kunden sehr attraktiv. Einmal zahlen und dann eine Leistung unbegrenzt nutzen, das klingt doch gut. Nur: Manchmal ist eine Flatrate keine richtige Flatrate und die Leistungen sind eben doch eingeschränkt.

Was ist überhaupt eine "Flatrate"?

Kennzeichen einer Flatrate ist, dass nicht einzelne Einheiten abgerechnet werden, sondern dann man einen Pauschaltarif zahlt und dann keine Folgekosten fürchten muss, egal, wie intensiv man eine Leistung nutzt. Dies können im Bereich der Telekommunikation zum Beispiel unlimitierte Minuten oder ein unlimitiertes Datenvolumen sein. Genau aus diesem Grund sind Flatrates auch so beliebt, denn man muss als Verbraucher keine Horrorrechnungen befürchten. Man weiß jeden Monat Bescheid, wie viel beispielsweise der DSL- und Festnetz-Vertrag kostet und muss nicht bei der Nutzung aufpassen. Viele Flatrates haben aber dennoch Einschränkungen.

Begrenzte Surf-Flatrates bei DSL und Festnetz

Bei einigen DSL-Flatrates ist es so, dass diese zwar tatsächlich kein Limit beim Datenvolumen haben, doch ab einem bestimmten Verbrauch gedrosselt wird. Man kann also theoretisch weiter ins Internet einsteigen, muss jedoch mit drastischen Geschwindigkeitsverlusten rechnen. Zum Glück ist diese Beschränkung im DSL-Bereich noch nicht so weit verbreitet, beim Mobilfunk sieht es da ganz anders aus. Hier ist es nicht unüblich, dass nach Verbrauch des gebuchten Datenvolumens der Speed deutlich nach unten gesetzt wird (üblich sind 16, 32 oder 64 kbit/s als Maximum). In Handytarifen ist das üblich und die Rede ist trotzdem von "Flatrate". Beim stationären Internet wird in der Regel gesondert darauf hingewiesen, wenn es sich um einen begrenzten Tarif handelt.

Flat telefonieren vom Festnetz aus

Flatrates für Telefonie hingegen sind bei Handytarifen gang und gäbe, insbesondere die Allnet-Flat (Flatrate in alle deutschen Netze) ist beliebt. Diese ist wiederum im Festnetz seltener anzutreffen. Hier gibt es aber in der Regel im Komplettpaket aus Internet und Telefonanschluss immerhin eine Festnetz-Flatrate. Telefonate ins Mobilfunknetz oder gar ins Ausland sind dagegen nicht inkludiert, sondern werden pro Minute abgerechnet. Flatrates ins Ausland gelten meist ebenfalls nur für Festnetz-Nummern. Steht also der Abschluss einer Flatrate fürs Festnetz an, dann sollte immer darauf geachtet werden, welche Gespräche wirklich abgedeckt sind. Auch in Bezug auf Freiminuten und Frei-SMS sind Obergrenzen (wie 3.000 oder 10.000 Minuten) nicht ausgeschlossen. Hier sollten Intensivnutzer einen Blick in die Fußnoten oder die Preislisten werfen.

Wann ist die Bezeichnung "Flatrate" unzulässig?

Im Grunde wäre ist es ganz einfach, denn wenn zum Beispiel der DSL- oder Handytarif keine unlimitierte Nutzung einer Leistung ermöglicht, dann darf dieser auch nicht als Flatrate bezeichnet werden. Ganz so leicht ist es dann doch nicht, denn trotz Drosselung ab einem bestimmten Verbrauch ist die Bezeichnung "Flatrate" bei Handytarifen üblich, da der Zugang zum Internet grundsätzlich dennoch genutzt werden kann. Kritisiert wird, dass durch die Drosselung manche Dienste nicht mehr genutzt werden können (zum Beispiel HD-Videos anschauen). Bislang gibt es aber keine Verbote, die das Bezeichnen solcher Tarife als Flatrates untersagen. Anders sieht es mit Datenautomatiken aus, bei denen kostenpflichtig Volumen nachgebucht wird.

Einschränkungen im Kleingedruckten

Ein etwas anders gelagerter Fall tritt ein, wenn eine angebliche Flatrate für SMS oder Gespräche laut Vertragsdetails begrenzt ist. In der Vergangenheit gab es auch immer mal Abmahnungen von Verbraucherschützern gegenüber Providern. O2 zum Beispiel hatte früher eine SMS-Flatrate im Sortiment, die auf maximal 3.000 Kurzmitteilungen monatlich beschränkt war. Klar, als Normalverbraucher wird man niemals so viele SMS verschicken, doch es ist dann genau genommen auch keine Flatrate mehr. Heute ist es meist eher so, dass Anbieter in ihren AGB eine "gewerbsmäßige Nutzung" ausschließen und sich darüber eine Lücke offenhalten, gegen ein ganz ungewöhnlich hohes Telefonie-Aufkommen vorzugehen.

Fazit

Die Bezeichnung "Flatrate" ist im Allgemeinen dann unzulässig, wenn die Leistung(en) nicht unlimitiert nutzbar sind. Aufpassen muss man insbesondere beim Thema Drosselung. Die meisten DSL- oder Kabelinternet-Tarife werden nicht gedrosselt, und wenn doch, werden sie nicht als Flatrate bezeichnet. Anbieter behalten sich in der Regel vor, bei ungewöhnlicher, gewerbsmäßiger Nutzung einzuschreiten.

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