Abschied von der Telefondose

Für wen sich der Verzicht aufs Festnetz lohnt

Ist es nicht viel billiger, den klassischen Festnetzanschluss einfach zu kappen und nur noch übers Handy zu telefonieren? Das lohnt sich für manche Verbraucher in der Tat - sie sollten einen solchen Schritt aber genau prüfen.

Telefontarife© M.Jenkins / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Wann sich ein Verzicht aufs Festnetz lohnen kann, ist nicht unbedingt davon abhängig, wie viel man telefoniert. Der Verzicht auf den Festnetzanschluss kann sich für Wenigtelefonierer genauso lohnen wie für Menschen, die häufig von unterwegs telefonieren. Wer nur wenige Anrufe macht, kommt mit einem Prepaid-Discounter, also einem Handy mit Guthaben-Karte, deutlich billiger weg als mit einem Festnetzanschluss - denn er spart sich die hohe Grundgebühr. Wer viel von unterwegs telefoniert, hat vielleicht sowieso schon eine Flatrate oder ein Minutenpaket fürs Handy. Das kann er auch von zu Hause nutzen. Oft deutlich teurer sind aber Anrufe vom Handy auf Sonderrufnummern etwa von Banken oder anderen Firmen sowie Telefonate ins Ausland.

Kann ich auch eine Festnetznummer fürs Handy erhalten?

Wer nur ein Handy besitzt, will vielleicht trotzdem nicht auf eine Festnetztelefonnummer verzichten. Die erhält er bei zwei der vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber (T-Mobile und Vodafone) - und ist damit auch auf dem Mobiltelefon günstig erreichbar. Zudem ist damit das Telefonieren von zu Hause - oder aus einem anderen festgelegten Bereich - günstiger. Die übrigen Minutenpreise sind bei diesen Tarifen aber oft teurer als bei den Billig-Mobilfunkern.

Kann ich mit dem Handy auch ins Internet gehen?

Auf Mobiltelefonen sind in aller Regel Browser installiert, die Internetseiten anzeigen können. Teils sind die notwendigen Voreinstellungen bereits getroffen, ansonsten erhalten Kunden die Informationen bei ihren Telefonfirmen. Meist zeigen die Internethandys die Internetseiten naturgemäß nur winzig klein an - und laden für Handys abgespeckte Versionen der Inhalte.

Komme ich auch mit dem Computer per Mobilfunk ins Internet?

Ja. Dazu muss das Handy mit dem Computer verbunden werden und kann dann als Modem genutzt werden. Außerdem können Computernutzer sich einen Internetstick besorgen: Der wird, wie das Handy, mit einer SIM-Karte bestückt und dann an den USB-Anschluss des Computers angeschlossen. Teilweise muss eine spezielle Software für die Internetverbindung installiert werden.

Wie teuer ist das Internet per Mobilfunk?

Die Preise sind sehr unterschiedlich und werden meist nicht nach der Onlinezeit, sondern nach dem verbrauchten Datenvolumen abgerechnet. Für Wenignutzer bieten sich Tarife von Mobilfunkdiscountern an. Wer häufiger ins Internet geht, sollte auf Pauschaltarife zurückgreifen. Größere Datenpakete gibt es ab zehn Euro, solche für Vielsurfer kosten 20 bis 25 Euro. Oft haben aber auch diese Tarife eine Volumenbegrenzung. Der Surfer wird dann zwar meist nicht vom Internet abgeschnitten, die Surfgeschwindigkeit aber drastisch gedrosselt.

Kann ich in Deutschland flächendeckend unterwegs das Internet nutzen?

Die beste Versorgung bietet die UMTS-Technik, die selbst in Großstädten manchmal noch nicht flächendeckend ausgebaut ist. Anderswo gehen Handynutzer mit geringerer Geschwindigkeit ins Netz - was an die Langsamkeit eines alten Modems erinnert und für viele moderne Anwendungen wie Internetvideos nicht mehr ausreicht. Wo es gar kein Handynetz gibt, gibt es natürlich auch kein mobiles Internet.

Hat Internet per Mobilfunk Nachteile gegenüber dem DSL-Anschluss?

Selbst wenn ein Nutzer über UTMS ins Internet geht, kommt er damit nicht immer an die Geschwindigkeit von DSL heran. Internetnutzer, die besonders viel Musik oder Filme aus dem Internet laden, dürften schnell die Grenze des Inklusivvolumens erreichen. Die meisten Anbieter sperren zudem bestimmte Internetanwendungen, etwa das Telefonieren übers Internet (VoIP), wie es etwa mit dem kostenlosen Programm Skype möglich ist.

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