Ratgeber

Wie man sich gegen unerwünschte Werbung wehren kann

Trotz neuer Gesetze gegen Telefonwerbung herrscht immer noch ein erschreckender Wildwuchs. Was man tun kann, um sich zu wehren, lesen Sie hier!

Festnetztelefon© zentilia / Fotolia.com

Berlin (afp/red) – Gegen unlautere bzw. ungewünschte Telefonwerbung gelten bereits strenge Gesetze in Deutschland. Aber bislang gab es noch immer Lücken, die von den werbenden Unternehmen ausgenutzt wurden. Der Bundestag hat im vergangenen Jahr einige dieser Lücken geschlossen, seit einem Jahr hat das neue Gesetz Gültigkeit. Nachfolgend die wichtigsten Verbrauchertipps zum Thema Telefonwerbung:

Welche Unternehmen betreiben Telefonwerbung und was bieten sie an?

Meist handelt es sich um Lottoanbieter, Telekommunikationsfirmen und Zeitschriftenverkäufer. Besonders bei den Telefon- und Internetanbietern herrscht ein harter Wettbewerb, weswegen die Unternehmen intensiv um Kundschaft kämpfen.

Welches Risiko besteht bei Werbeanrufen?

Telefonwerbung kann den Verbraucher regelrecht überrumpeln. Oft bleibt kaum Zeit zu überlegen, ob der Kauf eines Produkts oder der Vertrag über eine Dienstleistung sinnvoll und der Preis angemessen ist.

Ist Telefonwerbung grundsätzlich verboten?

Werbeanrufe sind nur zulässig bei ausdrücklicher Einwilligung des Verbrauchers. Der Bundestag hat nun nochmals festgeschrieben, dass diese Erlaubnis schon vor dem Anruf vorliegen muss, die darf nicht erst zu Gesprächsbeginn eingeholt werden. Auch dürfen sich Anrufer nicht auf eine in einem völlig anderen Zusammenhang gegebene Einwilligung des Verbrauchers berufen. Oft geben Verbraucher jedoch unwissentlich eine solche Zustimmung ab - etwa bei Preisausschreiben. Diese können sie jedoch jederzeit widerrufen.

Wie kann ich mich vor Werbeanrufen schützen?

Gegen die Anrufe selbst gibt es kein Mittel, sofern die eigene Rufnummer im Umlauf ist. Verbraucherschützer raten, den Anrufer offensiv zur Rede zu stellen. Betroffene sollten den Namen des Anrufers und seiner Firma sowie den Grund des Anrufs erfragen und diese Angaben dann an die für sie zuständige Verbraucherzentrale weiterleiten. Zudem sollte der Angerufene darauf hinweisen, dass weitere Anrufe unerwünscht sind, und die Löschung seiner Daten verlangen. Verbraucherschützer sammeln Beschwerden, um gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten.

Bieten die Telefongesellschaften ihren Kunden Schutz vor Werbeanrufen?

Telefonkunden können bei ihren Anbietern beantragen, dass Anrufe mit unterdrückter Nummer nicht durchgestellt werden. Gerade bei Telefonwerbung wird häufig die Rufnummer nicht angezeigt. Dem neuen Gesetz zufolge ist die Rufnummernunterdrückung künftig allerdings verboten.

Können am Telefon abgeschlossene Verträge rückgängig gemacht werden?

Grundsätzlich besteht ein Widerrufsrecht. Verbraucher können innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen einen am Telefon geschlossenen Vertrag widerrufen, bei unerlaubten Werbeanrufen innerhalb eines Monats. Das gilt nun auch für Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements sowie für Lotto- und Wettangebote, die bislang ausgenommen waren. Die Frist beginnt erst, wenn der Verbraucher schriftlich über sein Widerrufsrecht belehrt wurde. Wird er darüber nicht informiert, kann er auch noch später widerrufen.

Was kann ich machen, wenn einfach Geld von meinem Konto abgebucht wurde?

In der Vergangenheit kam es vor, dass nach Werbeanrufen Geld ohne vorherige Zustimmung vom Konto abgebucht wurde. In diesem Fall sollten sich Verbraucher an ihre Bank wenden. Die Kreditinstitute schreiben die illegal eingezogene Summe wieder gut. Unternehmen dürfen Geld von fremden Konten nur abbuchen, wenn deren Inhaber vorher eine entsprechende Einzugsermächtigung unterschrieben haben. Der Bankenverband empfiehlt Verbrauchern jedoch, auf ihren Kontoauszügen die Abbuchungen regelmäßig zu kontrollieren.

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