Funkmast© Gutzemberg / Fotolia.com

Mit 4G schneller surfen als mit DSL

Wer sich in letzter Zeit nach einem neuen Smartphone umgesehen hat, der ist vielleicht darüber gestolpert: 3G, 4G. Diese Zahlen-Buchstabenkombination trifft eine Aussage darüber, mit welcher Technik man im mobilen Netz surfen kann.

Wenn man 4G liest, so oft im Zusammenhang mit Mobilfunk oder Smartphones. Und genau dort ist es auch anzusiedeln. 4G steht für die vierte Generation der Mobilfunk-Standards und ist aktuell die schnellste mobile Internetverbindung, die man bekommen kann. Unter 4G fällt die derzeit verbreitete Technik LTE (Kategorie A) mit bis zu 150 Megabyte die Sekunde. Korrekt müsste LTE eigentlich 3,9G heißen. Erst mit der LTE-Erweiterung 4,5G, auch LTE Advanced genannt, lassen sich Download-Bandbreiten von bis zu 1 Gbit/s erzielen. Diese Bandbreite ist Bestandteil der 4G-Definition.

Von 1G zu 4G

Die Zahlen vor dem G stehen immer für eine bestimmte Mobilfunkgeneration. Unter 1G versteht man das allererste Mobilfunknetz, welches noch auf analoger Basis war. 2G fasst GSM, HSCSD, GPRS und EDGE zusammen. UMTS und HSPA bilden zusammen die dritte Generation und sind immer noch weit verbreitet.

So schnell wird 4G

Mit dem aktuellen 4G-Standard LTE sind bis zu 150 Megabyte pro Sekunde im Download drin. Ob man diese auch tatsächlich erreicht, hängt zum einen davon ab, ob die Hardware über die neuesten Updates und Techniken verfügt, aber auch vor allen Dingen vom verfügbaren Netz. Je mehr Leute über den gleichen Sendemast ins Internet möchten, desto weniger Ressourcen stehen pro Kopf zur Verfügung. Aber auch die Entfernung zum Sendemast bestimmt mit über die Verbindungsqualität. In Zukunft möchte man über LTE Advanced noch deutlich schnellere Verbindungen von bis zu einem Gigabit pro Sekunde ermöglichen. Im Sommer 2017 hat beispielsweise Vodafone zunächst LTE mit Bandbreiten von bis zu 500 Mbit/s gestartet.

4G als Alternative zu DSL

Als man in Deutschland neue Funkfrequenzen für LTE freimachte und versteigerte, knüpfte man den Ausbau an Bedingungen: So sollten die Netzbetreiber zuerst Regionen erschließen, die zuvor noch keinen DSL-Internetzugang hatten. So wollte man sicherstellen, dass jeder in Deutschland Zugriff auf eine Breitband-Technologie bekommt. Nachdem die Auflagen erfüllt waren, zog man jedoch schnell in die mehr Profit versprechenden Städte weiter.

Was man für 4G braucht

Um LTE empfangen zu können, muss zum einen eine Netzabdeckung vorhanden sein, man muss über passende LTE-Hardware verfügen und einen LTE-Vertrag abgeschlossen haben. In das LTE-Netz wurde in den letzten Jahren sehr viel investiert und mittlerweile kann man großflächig 4G empfangen, wenn auch überall nicht von jedem Anbieter. Was die Hardware angeht, so gibt es LTE-Surfsticks oder -Router für den Heimbedarf. Möchte man mobil surfen, so haben mittlerweile zahlreiche Smartphones die entsprechende Technik eingebaut. Die letzte Zutat ist der LTE-Tarif, bei welchem man eine große Auswahl hat.

Was kommt nach 4G?

Wer bei 4G denkt, das nun das Maximum in Sachen Geschwindigkeit erreicht ist, der sei eines Besseren belehrt. So ist man schon heute mit den Vorbereitungen für die fünfte Generation - 5G - beschäftigt. Mit dieser möchte man in Sachen Geschwindigkeit noch einen großen Schritt weitergehen.

Der Marktstart von 5G ist für 2020 geplant. Dann soll der 4G-Nachfolger mobile Surfgeschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s bieten. Auch bis zu 20 Gbit/s sollen machbar sein. Mit 5G soll insbesondere das Internet der Dinge, die Vernetzung von Maschinen, einen großen Schub erhalten.

Mobilfunk-Generationen von 2G bis 5G im Vergleich

Mobilfunk-Generation Technologie maximale Bandbreite
2G GPRS/EDGE 53,6 Kbit/s / 220 Kbit/s
3G UMTS 384 Kbit/s
3,5G HSDPA/HSDPA+/HSPA/HSPA+ 3,6 / 7,2 / 21,6 / 42 Mbit/s
4G LTE/LTE Advanced 150 Mbit/s / 1 Gbit/s
4,5G LTE Advanced Pro über 1 Gbit/s
5G Beyond LTE 10 bis 20 Gbit/s

(Stand: Juli 2017)

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