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Breitband-Internet: Mal mobil, mal stationär

Eine allgemeingültige Definition, welche Datenübertragungsraten erreicht werden müssen, damit ein Internetzugang das 'Prädikat' Breitband verliehen bekommt, gibt es nicht. Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) geht von 2 Mbit/s aus, vielen Verbrauchern dürfte das aber bei Weitem zu wenig sein.

Ein Breitband-Internetzugang ermöglicht einen Datentransfer mit hoher Geschwindigkeit, vor allem im Vergleich zu älteren Zugangstechniken wie Modem- oder ISDN-Verbindungen. Diese sogenannten Schmalbandtechniken verfügen über deutlich niedrigere Datenübertragungsraten. Bei der Breitbandversorgung wird zwischen verschiedenen Techniken unterschieden: Neben leitungsgebundenen Techniken wie DSL, Glasfaser, Kabel und Powerline gibt es die drahtlosen Techniken UMTS/HSDPA, LTE, WLAN/WiFi und WiMAX. In Deutschland ist der Datentransfer über das Telefonnetz via DSL unter den kabelgebundenen Varianten am weitesten verbreitet.

Breitband als Basis für wirtschaftliches Wachstum

Leistungsfähige Breitbandnetze bilden die Grundlage für ökonomisches Wachstum, da sie einen schnellen Informations- und Wissensaustausch ermöglichen. Breitbandnetze sind inzwischen ebenso Teil der wirtschaftlichen Infrastruktur wie Straßen, Kanäle und Energie- beziehungsweise Wasserverteilungsnetze. Sie gestatten den Einsatz innovativer Dienste wie eWork, eGovernment, eLearning et cetera und sichern den Zugang zu audiovisuellen Medieninhalten ebenso wie zu Infotainmentdiensten.

Multimedia-Datenmengen erfordern Breitband

Doch nicht nur bei Unternehmen ist der Bedarf an Breitband-Anschlüssen da: Im Zeitalter von YouTube-Videos, IP-Fernsehen und Internettelefonie genügen langsame Internet-Anschlüsse nicht mehr den täglichen Anforderungen. Für Wenignutzer, die nur ab und ins Netz wollen bzw. müssen, mag eine Geschwindigkeit wie aus ISDN- oder Modem-zeigen noch tolerabel sein, doch inzwischen wird selbst beim mobilen Surfen ein höherer Speed erreicht. Zwei Mbit/s, ein Wert, den etwa die ITU anlegt, genügen längst nicht mehr, um alle heute üblichen Anwendungen ruckelfrei zu erleben. Für IP-Fernsehen beispielsweise wird ein Zugang von mindestens 16 Mbit/s empfohlen. Trotzdem gibt es natürlich noch immer weiße Flecken auf der Landkarte, wo man über zwei Mbit/s schon froh wäre. Klar ist: Wo die Datenabrufe aus dem Internet umfangreicher und aufwändiger werden, ist Bandbreite gefragt - und die muss hoch sein. Breitband eben.

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Auch mobiles Internet wird schneller

Doch nicht bei stationären Internet-Anschlüssen werden immer höhere Anforderungen an die Bandbreite gestellt, mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones und Tablets sind auch mobil schnelle Download-Geschwindigkeiten gefragt. Mit dem neuen Mobilfunkstandard LTE sind Anfang 2018 Download-Raten von mehreren hundert Mbit/s möglich – die entsprechende Hardware vorausgesetzt. Damit hat das Breitband-Netz auch für mobile Nutzer einen neuen Standard erreicht. Wer jedoch auf dem Land wohnt, kann von solchen Geschwindigkeiten oft nur träumen, denn genauso wie schnelle DSL-Anschlüsse ist auch LTE-Netz ist noch lange nicht flächendeckend ausgebaut.

Breitband-Versorgung auf dem Land

Vor allem in ländlich geprägten Regionen haben viele Haushalte noch keine Möglichkeit, auf breitbandiges Internet zuzugreifen. Die Installation von funkbasierten Breitbandtechniken - Stichwort LTE - zählt zu den schnellsten Möglichkeiten, diese Regionen mit Breitband zu versorgen und ist bereits in einigen Gegenden zur Anwendung gekommen. Die andere Option ist Satelliteninternet, was aufwändiger und auch teurer, dafür aber quasi überall verfügbar ist. Gleichwertig zu DSL und Kabelinternet können diese Techniken aber nicht angesehen werden, da sie entweder von der Geschwindigkeit oder vom Datenvolumen her nicht mit den üblichen Internettarifen mithalten können. Sie stellen also wirklich nur eine Alternative dar, wenn es kein DSL oder Kabel gibt.

Manchmal scheitern funkbasierte Projekte auch an der Angst vieler Menschen vor möglicherweise gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen der hochfrequenten elektromagnetischen Felder. Auf der Grundlage zahlreicher Studien über die Auswirkungen von Elektrosmog hat die Internationale Kommission zum Schutz der nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP) weltweit anerkannte Grenzwerte erarbeitet, bei deren Einhaltung keine gesundheitlichen Risiken bestehen. Dabei sind die Frequenzen der elektromagnetischen Felder ausschlaggebend, unabhängig von der Art ihrer tatsächlichen Anwendung.

Breitband-Intitiative der Bundesregierung

Da es neben der Verfügbarkeit aber vor allem auf die Qualität der Internetverbindung ankommt, hat sich die Bundesregierung im Rahmen ihrer Breitbandstrategie zum Ziel gesetzt, bis Ende 2018 für alle Haushalte Internetanschlüsse zu ermöglichen, die über eine Datentransferrate von mindestens 50 Megabit pro Sekunde verfügen. Dieses Ziel wird voraussichtlich aber nicht erreicht werden.

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