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Carsharing und seine Bedeutung in der Zukunft

Carsharing bezeichnet eine Methode, um Autos nicht nur alleine zu nutzen, sondern mit anderen Menschen zu teilen. Gelegentlich wird Carsharing einfach privat organisiert, es gibt jedoch auch Unternehmen und Dienstleistungen, die sich auf die Bereitstellung von Autos für eine größere Nutzergruppe spezialisiert haben.

Gute Gründe für Carsharing

Gerade in Großstädten, in denen sich Menschen mit einem gut ausgebauten ÖPNV auch ohne Auto frei bewegen können, ist der Bedarf nach einem eigenen Auto nicht unbedingt gegeben. Dennoch ist ein hin und wieder verfügbarer eigener Pkw meist in irgendeiner Form notwendig oder zumindest hilfreich. Weiterhin stehen die meisten Fahrzeuge 23 Stunden am Tag nutzlos am Straßenrand – und die eine restliche Stunde wird für den Pendelverkehr zum Beruf genutzt. Carsharing kann diese Baustellen bekämpfen, indem ein einziges Auto genutzt wird, um wesentlich mehr Personen zu transportieren als nur den Besitzer (sofern es überhaupt eine natürliche Person als Besitzer gibt). Zusätzlich kann Carsharing die „Blechlawine“ in Großstädten bekämpfen, indem weniger Autos notwendig werden, um dieselbe Anzahl an Personen zu transportieren und dabei gleichzeitig für weniger schädliche Abgase in den Städten sorgen.

Wer bietet Carsharing an?

Bundesweit existieren sowohl klassische Unternehmen als auch Städte und Kommunen, die sich auf die Bereitstellung von Carsharing-Modellen spezialisiert haben. Gerade bei Varianten, die Großstädte bereitstellen, gibt es monatliche Abo-Modelle: Für einen bestimmten Grundpreis wie etwa 5 Euro lassen sich Autos ordern und für den angedachten Nutzungszeitraum verwenden. Weitere Kosten, wie etwa Berechnungen für gefahrene Kilometer, werden anschließend in Rechnung gestellt. Andernfalls ließe sich Carsharing auch nicht fair finanzieren, da beispielsweise auch die Benzinkosten z.B. pro Person abgerechnet werden müssen. Da die Teilnehmer jedoch andere, hohe Kosten nicht tragen müssen – wie etwa die Versicherungskosten für das Fahrzeug –, können sie finanziell jedoch noch immer deutlich profitieren (bei einer moderaten Nutzung).

Carsharing in Zahlen

Anfang 2017 waren es in Deutschland 150 Carsharing-Anbieter, die insgesamt etwas mehr als 1,7 Millionen Teilnehmer versorgt haben. Etwa zwei Drittel der Personen griff auf Carsharing-Dienste ohne stationäre Zentrale zurück, was den Bedarf nach Mobilität weiter verdeutlicht. Geschätzt wird, dass ein einziges Carsharing-Auto heute bereits 20 normale Fahrzeuge ersetzt. Knapp 50 Kunden teilten sich in diesem Jahr jeweils ein einziges Auto, wenn es um einen Anbieter mit fester Zentrale geht. Stationsunabhängige Fahrzeuge schaffen es sogar auf 173 Teilnehmer pro Auto. Die Zahlen verdeutlichen, welches Potenzial im Carsharing steckt.

Ein Blick in eine ferne Zukunft: Selbstfahrende Carsharing-Visionen

Sobald selbstfahrende Autos so sicher agieren, dass sie auch im innerstädtischen Verkehr keine Unfälle produzieren, könnte Carsharing eher die Norm als die Ausnahme werden. Interessenten können sich gerade im Stadtverkehr befindliche Autos via App praktisch wie ein Taxi heranordern. Die miteinander vernetzten Autos könnten berechnen, welches Fahrzeug den kürzesten Weg zur Zielperson nehmen kann. Jenes Auto würde dann reagieren und den Nutzer einsammeln. So könnte ein städteweites Netzwerk aus autonomen Fahrzeugen entstehen, die allen Personen ausreichend schnelle Fahrten von A nach B garantieren. Bis diese Zukunftsvision Realität wird, dürfte jedoch noch eine Menge Zeit vergehen. Weder Technik noch Infrastruktur in den Städten sind bislang an einem Punkt angekommen, an dem eine Umsetzung realistisch erscheint.

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