Cyberkriminalität© Uli-B / Fotolia.com

Das Darknet - einem Mysterium auf der Spur

Der Großteil aller Internetuser kennt das Darknet nur aus den Medien. Dort wird es als Tummelplatz für Cyber-Kriminelle dargestellt. Von Drogen über Waffen bis hin zu Falschgeld ist im "dunklen Netz" alles erhältlich. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Was ist das Darknet und wie gelangt man hinein?

Das Darknet - kurz und knapp erklärt

Das Darknet ist ein riesiges Peer-to-Peer-Overlay-Netzwerk, dessen Server und IP-Adressen verborgen werden. Im Gegensatz zu normalen Peer-to-Peer-Netzwerken, bei denen die Verbindung zu den Clients unbekannter Personen automatisch vonstatten geht, verbinden sich die User des Darknets manuell miteinander. Allein das Tor-Netzwerk, welches das größte Darknet darstellt, verfügt über mehr als 7000 Server. Die Datenübertragungen werden bestmöglich verschlüsselt, sodass es für Ermittler beinahe unmöglich ist, Kriminellen auf die Schliche zu kommen.

Das Darknet wird jedoch nicht nur von Verbrechern genutzt, denn auch freiheitsliebende Menschen, die ihre Privatsphäre schützen möchten, tummeln sich dort zur Genüge. Für Aktivisten und Journalisten etwa, die verfolgt würden, wenn sie nicht für Anonymität sorgten, ist das Darknet die Lösung. Es grundsätzlich als "böse" anzusehen, wäre also zu kurz gedacht.

Was ist der Unterschied zwischen dem Darknet und dem Deep Web?

Das Deep Web ist ein versteckter Teil des Internets, welcher von normalen Suchmaschinen nicht erfasst wird. Hierunter fallen auch private und passwortgeschützte Webseiten, die, wenn der Link bekannt ist, auch mit einem normalen Browser aufgerufen werden können. Das Darknet hingegen ist ausschließlich mit dem Tor-Browser oder mit einer Alternative wie I2P erreichbar.

Der Tor-Browser: Das Ticket fürs Darknet

Mit dem sogenannten Tor-Browser, den man kostenlos downloaden kann, können Internetnutzer in die Tiefen des Darknets vordringen. Der Browser ist ein Onion-Proxy, welcher sich mit dem Tor-Netzwerk verbindet. Der Begriff "Onion", wird deshalb verwendet, weil das Tor-Netzwerk mit seinem mehrschichtigen Aufbau einer Zwiebel ähnelt. Jede Verbindung läuft über drei Server, was eine höchstmögliche Anonymität garantiert. Der Tor-Browser switcht im zehnminütigen Takt zwischen Netzwerk-Servern hin und her, weshalb es selbst für Computerexperten schwer ist, die Datenspur zurückzuverfolgen. Es wird geschätzt, dass der Tor-Browser täglich von etwa 1,8 Millionen Menschen, von denen 200.000 aus Deutschland stammen, genutzt wird. Um ins Darknet zu gelangen, benötigt man neben dem Tor-Browser noch die direkten Links zu den Webseiten. Diese erhalten Nutzer beispielsweise auf der Onlinepräsenz "The Hidden Wiki". Hierbei handelt es sich um eine Linksammlung, welche rein optisch wie Wikipedia aufgebaut ist.

Ist es strafbar, im Darknet zu surfen?

Nein. Im Darknet unterwegs zu sein, ist nicht verboten. Erst, wenn der User sich verbotene Inhalte ansieht, kriminelle Handlungen in Auftrag gibt oder illegale Dinge bestellt, macht er sich strafbar.

Top