Handy im Urlaub© contrastwerkstatt / Fotolia.com

Datenroaming: Im Ausland mobil surfen

Mit Datenroaming werden die Gebühren bezeichnet, die beim mobilen Surfen im Ausland anfallen. Während man bei "Roaming" meist die Gebühren für Telefonie im Ausland meint, bezieht sich Datenroaming allein auf die Datennutzung.

Wer auf Reisen in Europa mit dem Handy oder Notebook mobil im Internet surft, muss sich seit Mitte Juni 2017 keine Sorgen mehr über Roaming-Gebühren machen. Das gilt sowohl für das Telefonieren als auch für das Surfen in den EU-Ländern. Seitdem können Mobilfunkkunden von den regulären Preisen ihres Mobilfunktarifs profitieren. Davor haben lediglich Obergrenzen Verbraucher bei ihren Surfaktivitäten geschützt.

Beim Datenroaming schnappte früher auch in der EU die Kostenfalle zu

Grundsätzlich werden Verbraucher durch die sogenannte "Roaming-Verordnung" immer besser geschützt. Die Anpassung erfolgte aber nur Schritt für Schritt. Selbst nachdem die EU bei Handygesprächen im Ausland eine Preisobergrenze fixiert hatte, konnten die Mobilfunkanbieter ihre Preise beim Datenroaming noch immer frei gestalten. So konnte das Surfen im Ausland mit Handy oder Notebook lange Zeit schnell richtig teuer werden.

Im Juli 2010 hat die EU den Mobilfunkern für das Datenroaming erstmals ein Limit auferlegt. Kunden musste es ermöglicht werden, eine Obergrenze für die Gesamtkosten für das Surfen im Ausland auszuwählen. Bei Überschreitung von Gebühren in Höhe von 50 Euro (60 inklusive Mehrwertsteuer) wurde die Verbindung gekappt. Eine Kostenobergrenze pro Megabyte für Datentarife gab es dann ab Juli 2012. Ende April 2016 lag diese bei 20 Cent pro MB (ohne MwSt.) oder maximal fünf Cent Aufschlag auf den MB-Preis des Heimattarifs.

Neue Datenroaming-Regelung 2017: Nur innerhalb der EU!

Die neuen Roaming-Regeln ab 2017 gelten in allen Ländern der EU sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein. Das Konzept dahinter nennt sich Roam-Like-At-Home-Prinzip (RLAH-Prinzip). Damit stehen einem auch im EU-Ausland die gewohnten Volumina des Heimattarifs zur Verfügung. Ausnahmen gibt es aber bei Tarifen, die unbegrenzte oder umfangreiche Surf-Flatrates enthalten. Hier kann durch den Mobilfunkanbieter eine Grenze eingerichtet werden.

Will man jedoch außerhalb der EU das Mobilfunknetz nutzen, muss man sich unbedingt separat noch mal erkundigen. Möglicherweise stellt der derzeitige Mobilfunkanbieter spezielle Vergünstigungen bereit. Andernfalls bieten sich etwa ausländische SIM-Karten an. Ohne Zusatzkosten aber ist das Surfen sehr wahrscheinlich dann nur im WLAN-Netz möglich.

Besonders auf einem Kreuzfahrtschiff kann das Surfen sehr teuer werden, weil hier über Satellit eine Verbindung hergestellt wird. Tipp: Auf einigen Schiffen gibt es Internetcafés oder öffentliche WLAN-Bereiche. In jedem Fall sollte man sich über Zugangsart und Preise informieren.

Gibt es Ausnahmen bei der Abschaffung der Roaming-Gebühren?

Zwei Besonderheiten dienen vor allem dem Schutz der Mobilfunkunternehmen. Zusatzkosten dürfen diese nämlich zum Beispiel dann erheben, wenn ihnen durch die Einhaltung der Inlandstarife für das Telefonieren und Datenroaming auf der Kostenseite Nachteile entstehen. Desweiteren dürfen Roaminggebühren weiter verlangt werden, wenn die neue Regelung durch den Kunden missbräuchlich genutzt wird. Das wäre etwa der Fall, wenn günstigere SIM-Karten im Ausland gekauft und dann im Heimatland genutzt würden oder andersherum ein Vertrag im Heimatland abgeschlossen würde, die Karte aber dauerhaft im Ausland genutzt würde. In diesen Fällen spricht man auch von Dauer-Roaming.

Handytarife

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