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Digital Aging: Beschleunigt blaues Licht das natürliche Altern?

Digital Aging steht zusammengefasst für eine beschleunigte Hautalterung durch Geräte wie Computer, Laptops oder Smartphones. Spezieller geht es dabei um die blauen Lichtstrahlen, die auf die Haut und in das Auge strahlen.

Smartphones, Tablets, Netbooks, LED-Monitore und andere digitale Geräte senden blaues Licht aus. Häufig finden sich in der Literatur und den Medien die englischen Begriffe Blue Light und Digital Aging, welche in enger Beziehung zueinander stehen. Künstliche, blaue Lichtstrahlen stehen in Verdacht, die Haut und andere Organsysteme zu schädigen. Das soll vor allem dann zutreffen, wenn blaues Licht zu stark konzentriert ist und zu lange auf bestimmte Organe strahlt.

Auswirkungen von UV-Strahlen und Blue Light

Niemand setzt sich ungeschützt und übermäßig der Ultraviolettstrahlung (UV) aus. Denn UV-A und UV-B Strahlen können gefährlich sein, weil sie tief in die Hautschichten dringen und das Bilden freier Radikale begünstigen. Diese wirken dort weiter und sind befähigt, schadhafte Prozesse auszulösen. Daher verwenden Gesundheitsbewusste Sonnencremes mit ausreichendem Lichtschutzfaktor.

Während es gilt, sich vor allem gegen die Sonne zu schützen, weisen Wissenschaftler auch auf einen verantwortungsvollen Umgang mit dem blauen Licht hin. Es gibt Untersuchungen, die auf eine Schädigung der Augen und eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus belegen wollen. Blue Light – auch HEV-Licht (high-energy visible) genannt - soll zudem die Hautalterung beschleunigen und die Faltenbildung begünstigen. Hautärzte warnen in diesem Zusammenhang auch vor "Screen Face" und "Indoor-Smog". Sie schreiben der blauen Strahlung eine ähnliche Wirkung wie den UV-A Strahlen zu und machen sie für das sogenannte Digital Aging – das vorschnelle digitale Altern - verantwortlich.

Digital Aging - die Theorie dahinter

Das Spektrum der elektromagnetischen Strahlung der Sonne reicht von harter Röntgenstrahlung mit weniger als 0,1 Nanometern (nm) bis zu langen Radiowellen von mehr als einem Meter (m) Wellenlänge. Dazwischen unterscheiden sich drei Lichtwellenbereiche mit folgenden Größen:

  • ultraviolettes Licht (100 bis 380 nm)
  • sichtbares Licht (380 bis 750 nm)
  • Infrarotlicht (750 nm bis 1 Millimeter (mm))

Für das menschliche Auge müssen die elektromagnetischen Wellen 380 bis 750 nm lang sein, um erfasst zu werden. Darüber- oder darunterliegende Wellenbereiche sind nicht sichtbar.

Blaues Licht hat eine große Energie und strahlt mit einer Wellenlänge von 400 bis 500 nm. Es ist Bestandteil des sichtbaren Wellenbereiches mit einem Anteil von etwa 30 Prozent. Der Begriff "Digital Aging" bezieht sich auf diese energiereichen Strahlen und deren Wirkung. Sie sollen durch die Oberhaut (Epidermis) bis in die Lederhaut (Korium) vordringen und auf molekularer Ebene die Bildung eben genannter freier Radikale anregen. Dies sind Atome mit einem ungepaarten Elektron, welche die Gewebszellen irreparabel schädigen können. Moleküle wie Faserproteine (Elastin) und Strukturproteine (Kollagene) sollen in Folge ihre Stütz- und Haltefunktion im Bindegewebe verlieren und so frühzeitig Falten und unelastische Hautpartien entstehen. Langzeitstudien fehlen aber bisher in diesem Bereich.

Einfluss von blauem Licht auf den Schlafrhythmus

Außer der Epidermis und der Lederhaut verfügt der Mensch über viele weitere Hautschichten in anderen Organsystemen. Vom HEV-Licht und dem Digital Aging unmittelbar betroffen soll das menschliche Auge sein. Während das natürliche Morgenlicht mehr blaue Strahlung enthält, befinden sich im Abendlicht vor allem rote Strahlungsanteile. Einige Rezeptoren reagieren auf blaues Licht besonders empfindlich und sendet Nervenimpulse an Kernbereiche des Hypothalamus im Zwischenhirn, den suprachiasmatischen Nukleus (SCN). Dadurch wird dieser inneren Uhr des Menschen signalisiert, dass es Zeit ist, aufzuwachen.

Trifft ständig und vor allem in den Abendstunden künstlich erzeugtes, blaues Licht auf die Melanopsinrezeptoren der Retina (Melanopsin-Stimulation), kann dies die Synthese von Melatonin hemmen, welches für, für Müdigkeit sorgt für ein schnelles Ein- und Durchschlafen in der Nacht, warnen Mediziner. Aber auch hier sind die Auswirkungen noch nicht hinreichend belegt.

Nachmodus und Co.: So kann man sich selbst schützen

Um sich vor blauem Licht zu schützen, gibt es viele Möglichkeiten. Einige Android-Smartphones und iPhone-Modelle bringen bereits entsprechende Einstellungen unter Menüpunkten wie "Helligkeit" und "Anzeige" mit (z.B. Nachmodus). Zusätzlich kann man sich auch eine App im jeweiligen Store herunterladen. Solche Einstellungen gibt es auch bei Tablets und PCs. Eine weitere Möglichkeit ist es natürlich, die Zeit, die man mit dem Smartphone und PC vor den Augen verbringt, zu verkürzen.

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