Drohne© tostphoto / Fotolia.com

Drohnen: Praktische Fluggeräte für jedermann

Drohnen sind auch für Privatleute erschwinglich geworden und sind in vielen Varianten erhältlich. Wir erläutern, welche Einsatzmöglichkeiten es gibt und welche gesetzliche Regelungen beim Betrieb von Drohnen beachtet werden müssen.

Drohnen sind mehr oder weniger große unbemannte Luftfahrzeuge, die sowohl private als auch unternehmerische Ziele verfolgen und auch von Regierungen in Kriegssituationen eingesetzt werden. Dieser Artikel beschränkt sich jedoch auf die zivile Luftfahrt und stellt Drohnen in einem friedlichen Kontext vor: Was sind sie, was können sie und wofür werden Drohnen aktuell und in der Zukunft eingesetzt?

Was sind Drohnen?

Was der Volksmund heute als Drohne bezeichnet, sind meistens Quadrokopter: Relativ kleine Geräte mit vier Rotoren, die ähnlich wie ein Helikopter starten und landen und während des Aufenthalts in der Luft in alle Richtungen navigieren können. Aufgrund der sehr kompakten Bauweise wäre für herkömmliche Motoren in Geräten für Privatanwender kein Platz. Stattdessen werden diese Drohnen elektrisch betrieben. Die Steuerung übernimmt der Anwender am Boden. Wie hoch die Reichweite einer Drohne ist, hängt vom Modell ab. Varianten mit mehreren Hundert Metern Distanz zwischen Drohne und Pilot am Boden sind jedoch auch im Privatsektor keine Seltenheit. Die Flugdauer hängt von der Kapazität des Akkus ab: Je höher die Kapazität und je niedriger der Verbrauch der Rotoren, desto länger der Aufenthalt in der Luft.

Einsatzbereiche von Drohnen

Beliebt sind Drohnen unter anderem für beeindruckende Luftaufnahmen: Kameras wie Outdoor-taugliche GoPro-Geräte lassen sich an gelegentlich bereits vorhandene Halterungen befestigen. Anschließend ist die Übertragung dieser Aufnahmen an Geräte am Boden oder die Sicherung direkt im Speicher der Kamera kein Problem. Ein charakteristisches Merkmal der Drohnenaufnahmen sind unter anderem sehr weiche, flüssige Richtungswechsel und allgemein sehr ruhige Kamerafahrten. Helikopteraufnahmen können dies nicht erreichen, da der tonnenschwere Helikopter nicht geeignet ist, um Bewegungen dieser Art in der Luft durchzuführen. Auch bei Vloggern (Video-Bloggern), die ihre Erlebnisse in Form von Videos über Reisen oder Sportevents mit anderen Menschen teilen möchten, haben Drohnen inzwischen viele Anhänger.

Limitierungen von Drohnen

Aufgrund der recht geringen Kapazität von heutigen Akkus sind lange Laufzeiten noch nicht erreichbar. Selbst teure Modelle, welche die Grenze von 1.000 Euro überschreiten, können selten länger als eine halbe Stunde in der Luft verbringen. Anschließend muss der Akku über mehrere Stunden neu geladen werden. Problematisch sind auch schlechte Wetterverhältnisse: Starker Wind etwa bläst die Geräte, die zwischen ein bis zwei Kilogramm wiegen, sehr einfach davon. Momentan ist der Einsatz daher auf gutes Wetter beschränkt. Gute Piloten können bis zu gewissen Windstärken auch gegensteuern – aber mit einem Helikopter, der auch während eines Sturms in der Luft bleibt, ist das nicht zu vergleichen.

Drohnen für Versandhändler

Allen voran Amazon spielt mit dem Gedanken, Drohnen auch für den Versand von Waren jeglicher Art einzusetzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Drohnen müssen keine Staus befürchten, können aufgrund der relativ kompakten Größe beinahe überall landen und mit künstlicher Intelligenz in einigen Jahren auch fahrerlos von A nach B gelangen. Der breitflächige Umstieg auf Drohnen für die Zustellung von Paketen in Ballungsgebieten würde zu einer Reduktion von Verkehrsstaus und einer Verbesserung der Luftqualität führen. Bislang ist die Technik jedoch noch nicht soweit, als dass der Postbote demnächst durch eine Drohne ersetzt wird. Auch sind viele Fragen – wie die Auswirkung auf den Lebensraum der Vögel – noch nicht geklärt. Pilotprojekte laufen dennoch.

Gesetzliche Regelungen für die Nutzung von Drohnen

Drohnen dürfen nicht "einfach so" in die Luft gehen. Ab einem Fluggewicht von 250 Gramm (was praktisch jede Drohne außerhalb des Spielzeug-Bereichs um ein Vielfaches übersteigt) müssen seit dem 1. Oktober 2017 alle Drohnen ein Kennzeichen tragen. Dieses muss feuerfest sein sowie Name und Anschrift des Besitzers bzw. Piloten beinhalten. Hintergrund der Regelung ist, Straftaten vorzubeugen, die mithilfe einer Drohne ansonsten unerkannt durchgeführt werden könnten. Auch ein Versicherungsschutz ist inzwischen vorgeschrieben. Bei Verstößen gegen beide Richtlinien drohen Bußgelder. Wie hoch diese ausfallen, wird im Einzelfall entschieden.

Für Drohnen gilt zudem aus Sicherheitsgründen ein Betriebsverbot beispielsweise im Bereich von Flughäfen, Naturschutzgebieten, bei Menschenansammlungen oder bei Einsätzen von Polizei und Feuerwehr. Bringt es die Drohne auf ein Gewicht von mehr als zwei Kilogramm, so ist ein Kenntnisnachweis und ein Mindestalter von 16 Jahren erforderlich. Drohnen unter 5 Kilogramm dürfen zudem nicht außerhalb der Sichtweite des Piloten betrieben werden.

Aber auch wegen des Schutzes der Privatsphäre gibt es Einschränkungen. So ist das Fliegen über Wohngrundstücken mit Drohnen, die über 250 Gramm Startmasse mitbringen, nicht erlaubt. Das gilt auch für Drohnen, die mit Kameras ausgestattet sind. Eine Ausnahme ist nur gestattet, wenn der jeweilige Besitzer des Wohngrundstücks dem Überflug zuvor ausdrücklich zugestimmt hat.

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