Kameradrohne© Halfpoint / Fotolia.com

Drohnenversicherung – Schutz für unbemannte Fluggeräte

Viele Nutzer wissen nicht, dass eine Drohnenversicherung für viele Fluggeräte Pflicht ist. In der privaten Haftpflicht sind Drohnen oft nicht mitversichert. Bevor man seinen Quadrocopter aufsteigen lässt, sollte man unbedingt seine Versicherung checken.

Als Drohnen bezeichnet man spezielle unbemannte Flugmodelle, die vier oder mehr Rotoren haben. Die Quadro- oder Multicopter gibt es in allen Preisklassen auf dem deutschen Markt – von der kleinen Drohne mit nur wenigen Gramm Gewicht bis hin zu großen Flugmodellen, die mehrere Kilogramm auf die Waage bringen.

Haftpflicht zahlt nicht immer bei Drohnen-Schäden

Bei einer wenigen Gramm schweren Drohne für den Inneneinsatz mag die Versicherung kein Thema sein, bei den schwereren Modellen für den Außeneinsatz wehren sich viele Haftpflicht-Versicherer bei Schäden gegen eine Regulierung. Eine separate Drohnenversicherung ist dann auf jeden Fall empfehlenswert, um sich vor den finanziellen Folgen von Schäden zu schützen, die durch die Drohne verursacht werden. In der Haftpflichtversicherung gibt es keine Unterscheidung zwischen den einzelnen Modellgruppen, egal ob Quadro-, Hexa- oder sonstige Multicopter, versicherungstechnisch werden alle gleich behandelt. Ausschlaggebend ist dagegen das Gewicht des Fluggeräts; einige Versicherer inkludieren Drohnen mit mehreren Kilogramm Gewicht in ihre Tarife, bei anderen darf das Gerät nur 50 oder 200 Gramm wiegen.

Was leistet eine Drohnen-Haftpflicht?

Eine Drohnenversicherung erbringt immer dann eine Ersatzleistung, wenn durch den Betrieb der Drohne ein Schaden entsteht. Versichert sind zum Beispiel Schäden durch einen Absturz oder solche, die sich durch Kollisionen in der Luft ergeben. Wenn eine Drohne zum Beispiel mit einer Hochspannungsleitung kollidiert, kann es schnell zu hohen Schadensummen kommen, weil die Reparatur dieser Leitungen sehr aufwändig ist. Die Drohnen-Haftpflicht kostet bei den meisten Versicherern weniger als 100 Euro pro Jahr und bei einigen Anbietern ist der Schutz bereits in der privaten Haftpflichtversicherung enthalten. Fragen Sie im Zweifelsfall einfach bei Ihrem Anbieter nach, oft ist eine kostenpflichtige Erweiterung des Versicherungsschutzes ebenfalls möglich.

Kaskoversicherung für Drohnen

Neben der reinen Haftpflichtversicherung für Drohnen gibt es auch eine Kaskoversicherung. Diese entspricht prinzipiell einer vollwertigen Elektronikversicherung und leistet zum Beispiel auch, wenn die Drohne durch Fehlbedienung beschädigt wird. Allerdings sind die Kosten für diese Art der Drohnenversicherung relativ hoch, bei den meisten Versicherern liegt schon die Mindestprämie für eine Drohnenversicherung bei mehr als 100 Euro. Die Kaskoversicherung für Drohnen macht im Normalfall nur Sinn, wenn eine sehr teure Drohne auch gewerblich eingesetzt werden soll.

Wer braucht eine Drohnenversicherung?

Wenn Sie Ihre Drohne auch gewerblich einsetzen wollen, benötigen Sie unbedingt eine Drohnenhaftpflicht. Diese ist Voraussetzung für die Erteilung einer Aufstiegsgenehmigung, ohne die Sie Ihr Modell nicht im gewerblichen Bereich einsetzen dürfen. Eine gewerbliche Drohnenversicherung ist sowohl bei der Haftpflicht als auch in der Kaskoversicherung teurer als eine private Versicherung, da das individuelle Risiko bei gewerblich eingesetzten Geräten deutlich höher ist.

Auch als Privatnutzer einer Drohne sollten Sie auf den richtigen Versicherungsschutz nicht verzichten, damit Sie im Schadenfall keine hohen Summen aus der eigenen Tasche bezahlen müssen. Für den gewerblichen und den privaten Bereich gibt es bei diversen Modellflugverbänden besonders günstige Drohnenversicherungen, die aber nur Mitglieder abschließen dürfen. Wenn Sie ohnehin Mitglied in einem Verband sind, lohnt sich ein Blick auf das entsprechende Angebot.

Weitere Vorschriften für Drohnenpiloten

Eine neue Verordnung sieht vor, das Betreiben von Drohnen strengeren Regeln als bisher zu unterwerfen. Ab einem bestimmten Gewicht muss an einer Drohne ein Schild mit Namen und Adresse des Besitzers angebracht werden. Auch die Privatsphäre anderer muss beachtet werden. Hier ist Vorsicht geboten, die Kameradrohne darf nicht über das Grundstück des Nachbarn fliegen! Wiegt die Drohne mehr als zwei Kilogramm, muss sogar eine Art "Drohnenführerschein" gemacht werden. In vielen Städten gibt es Flugverbotszonen und generell sollte man sich von Kraftwerken, Flughäfen und Ähnlichem auch mit seiner privaten Mini-Drohne fernhalten.

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