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Drosselung von Internetzugängen - Aktuelle Infos zur DSL-Drossel

Als die Deutsche Telekom im April 2013 verkündete, 2016 ihre DSL-Tarife ab einer bestimmten Volumengrenze zu drosseln, ging ein Aufschrei durch Deutschland – obgleich das nicht der erste Vorstoß in diese Richtung war. Was ist aus den Drossel-Plänen geworden?

Drosselung bei alternativen Anbietern

Schon in den Jahren vorher hatte der zunehmende Datenverkehr, vor allem wenn es um Video- und Filesharing-Dienste ging, so manche Anbieter zur Traffic-Schere greifen lassen. So offerierte zum Beispiel 1&1 schon einige Jahre zuvor einen als Flatrate bezeichneten Tarif, der nach Erreichen von 100 Gigabyte (GB) im Monat heruntergebremst wird. Auch Kabel Deutschland (heute Vodafone) hatte schon vor 2013 eine Bremse eingebaut. Diese greift tageweise bei Erreichen von 10 GB; gebremst werden File-Sharing-Anwendungen, am nächsten Tag wird dann wieder bei Null angefangen. Diese und ähnliche Tarife gab es im April 2013, als die Telekom ihre Drosselungspläne öffentlich machte, schon eine ganze Weile.

Auch andere Anbieter haben in der Vergangenheit eine Drosselklausel in ihre AGB aufgenommen. Bei O2 beispielsweise wird es als "Fair-use-Mechanik" bezeichnet: Wer drei Monate in Folge über 300 bzw. 500 Gigabyte versurft, wird ab der vierten Überschreitung gedrosselt. Grundsätzlich sind einschränkende Maßnahmen aus Anbietersicht eigentlich immer möglich, wenn jemand sehr viel Traffic verbraucht – zur Not wird dem Nutzer halt gekündigt.

Was ist das Besondere bei der "Drosselkom"?

Die Deutsche Telekom war der erste Anbieter, der eine Drosselung aller bestehenden Tarife ankündigte – dies war in Neuverträgen ab Mai 2013 so festgehalten, umsetzen wollte man die Bremse frühestens 2016, hieß es aus Bonn. Diese Verlautbarung schlug hohe Wellen, zumal der Konzern keinen Zweifel daran ließ, eigene volumenintensive Dienste wie etwa das IP-Fernsehen Entertain von der Drosselung auszunehmen. Kritiker sahen damit die Netzneutralität gefährdet, also den freien, uneingeschränkten und gleichartigen Zugang zu Internetdiensten.

Die Telekom verteidigte ihre Pläne: Es sei angesichts des stetig steigenden Datenverkehrs unerlässlich, in die Netze zu investieren, und dies könne nicht mit weiter sinkenden Flatrate-Preisen geschehen. Deshalb sollten Poweruser einen Aufpreis zahlen, wenn sie einen Internetzugang ganz ohne Schranken nutzen wollen.

Was ist aus den Drosselplänen geworden?

Nachdem sich regelrechte Protestbewegungen nach der Drossel-Ankündigung der Telekom entwickelt haben, ist es um die Drosselung von DSL und Co. still geworden. Die Drosselklausel wurde seitens der Telekom bereits Ende 2013 wieder aus allen Tarifen gestrichen.

Anders bei weiteren Anbietern: Hier gibt es eine Reihe, die bestimmte Tarife eingeführt haben, bei welchen die Internetgeschwindigkeit beim Erreichen eines bestimmten Datenvolumens heruntergefahren wird. Häufig sind diese Tarife jedoch besonders günstig und Otto Normalnutzer erreicht ohnehin eher selten die Drossel-Grenze.

Drosselung im mobilen Internet

Was als Argument für Beschränkungen bei den stationären Zugängen hinhalten muss, nämlich der noch nicht abgeschlossene Netzausbau, ist bei funkbasierten Anschlüssen gang und gäbe. Bei einem Zugang über UMTS oder LTE kommt nämlich so gut wie niemand ohne Beschränkungen weg, weder Powernutzer noch Business-User, und von diesen Bremsmechanismen kann man sich selten und wenn, dann nur für viel Geld, freikaufen. Nahezu jeder mobile Tarif wird gedrosselt, die einen früher, die anderen (etwas teureren) später. Dies gilt sowohl für Zuhause-Anschlüsse via LTE, die als Ersatz für DSL dienen sollen, als auch für Smartphone- oder Tablet-Tarife, die überall nutzbar sind.

Da die Mobilfunker nicht mit dem Ausbau der Netze hinterherkommen und ihnen gleichzeitig wegen des Trends zur Flatrate sowie sinkender Minutenpreise die Einnahmen wegbrechen, wollen und können sie nicht allen Nutzern uneingeschränkt schnelle Zugänge freischalten – das würden die Netze, die ohnehin an der Belastungsgrenze sind, nicht aushalten.

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