Satellitenschüssel© Alexandr Blinov / Fotolia.com

DSL über Satellit: Alles Gute kommt von oben

Kein terrestrisches DSL verfügbar und trotzdem auf Highspeed-Internet angewiesen? Dann ist vielleicht Satelliten-DSL eine Alternative. Vorteil: Satelliten-DSL kann man überall bekommen. Nachteil: Es ist teurer als "herkömmliches" DSL und aufwändiger in der Einrichtung.

Wenn Sie kein herkömmliches, so genanntes "terrestrisches" DSL (terrestrisch = in der Erde verlegte Kabel) bekommen, so können Sie Highspeed-Internet immer noch über Satellit erhalten - und das bundesweit und flächendeckend. Satelliten-DSL (korrekter "Satelliteninternet") ist mittlerweile eine recht ordentliche Alternative zum herkömmlichen ADSL-Anschluss - alles, was Sie benötigen, ist eine digitaltaugliche Satellitenschüssel auf dem Dach Ihres Wohnhauses.

Eines aber vorweg: Hinsichtlich der Einrichtung ist Satelliten-DSL komplizierter und aufwändiger als terrestrisches DSL. Satelliteninternet - und auch das ist von Bedeutung - ist zudem in der Regel teurer als das "normale" DSL übers Telefonkabel. Erschwinglich ist es aber mittlerweile geworden.

DSL über Satellit als Einbahnstraße

Satelliten-DSL, welches beispielsweise als Rückkanal eine ISDN- oder auch Modemverbindung nutzt und die Daten nicht direkt an den Satelliten sendet, war in den Anfängen der Technik eine "Einbahnstraße". Will heißen: Für das Aufrufen von Webseiten ("Rückkanal") benötigte man weiterhin einen zusätzlichen Internet-Zugang über ISDN, DSL Light, ein Modem oder auch über ein Mobilfunknetz - lediglich die empfangenen Daten ("Hin-Kanal") wurden per Satellit verschickt. Kurzum: Bei dieser Satelliten-DSL-Variante ist zu unterscheiden zwischen dem Senden und dem Empfangen von Daten.

Keine parallele Verbindung mehr nötig

Der Nachteil an Satelliten-DSL war früher, dass man wie beschrieben mit beiden Verbindungen parallel online sein musste - sowohl mit einer Wählverbindung beispielsweise über einen Internet-by-Call-Anbieter wie auch mit der Satellitenanbindung. Das machte die Sache entsprechend teuer, weil zum einen die normalen Internetkosten, zum anderen die Kosten für die Nutzung des Satelliten-DSL anfielen.

Mittlerweile ist es jedoch möglich, ohne eine parallele Internetverbindung Satelliten-DSL zu nutzen. Denn mit einem sogenannten bi-direktionalen Internetzugang kann man nun Daten über eine Satellitenantenne an den Satelliten senden sowie empfangen – vorausgesetzt, die Satellitenantenne verfügt über ein integriertes Sende- und Empfangsmodul. Diese Art der 2-Wege-Verbindung wird heute von allen gängigen Satelliteninternet-Anbietern genutzt.

Einschränkungen von Satelliten-DSL

Aufgrund des langen Weges sind einige Internet-Anwendungen wie zum Beispiel Online-Games, bei denen es um Millisekunden geht, mit Satelliteninternet nur eingeschränkt nutzbar. Es sind auch keine Highspeed-Zugänge wie über Glasfaser oder Kabelinternet; über Satellit gibt es aber immerhin zwischen 20 und 30 Mbit/s.

Stichwort: Kosten. Hier müssen Sie zwei Kostenstellen berücksichtigen: Den Internettarif, der mittlerweile durchaus zu erschwinglichen Konditionen angeboten wird und die Kosten für Hardware und Installation - hier sollten Sie genau durchrechnen, ob ein solches Satelliten-Angebot für Sie in Frage kommt.

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