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DuckDuckGo - Die Alternative unter den Suchmaschinen?

DuckDuckGo ist wie Google eine Suchmaschine für das Internet. Die Angebote unterschieden sich allerdings in einigen Punkten und vor allem das Thema Datenschutz spielt dabei eine Rolle.

Das Internet würde nicht ansatzweise so viel genutzt werden, gäbe es nicht Suchmaschinen. Platzhirsch auf diesem Gebiet ist Google: Mehr als acht Milliarden Webseiten listet der Google-Index, jährlich beantwortet Google um die 2 Billionen Suchanfragen. Weit abgeschlagen hinter Google liegt DuckDuckGo. Die Alternative zum Software-Riesen aus Mountain View verzeichnet dagegen "nur" 20 bis 30 Millionen Suchanfragen pro Tag. Dennoch: Von Datenschützern wird DuckDuckGo gefeiert. Unabhängiger, werbefrei und neutraler gehalten soll die Software mehr Privatsphäre garantieren.

Das steckt hinter DuckDuckGo

Der Gründer von DuckDuckGo, der Amerikaner Gabriel Weinberg, beschäftigte sich bereits vor Jahren mit dem Verhältnis zwischen Datenspeicherung, personalisierter Werbung und effizienter Suchmaschinentechnik zu. 2005 verfasste Weinberg seine Masterarbeit, die den Umgang und die Gefahren von Spams thematisierte. Inspiriert durch diese Forschungsarbeit entschied sich Weinberg, seine aufwendig gespeisten Datenbanken für E-Mail-Dienste zu verkaufen. Mit dem Gewinn von rund 10 Millionen US-Dollar war der Startschuss für DuckDuckGo gegeben.

Der leitende Gedanke hinter DuckDuckGo war, Nutzern unabhängige Suchtreffer zu bieten und dennoch auf Werbung zu verzichten. Ein grundlegender Unterschied gegenüber Google & Co. Im Laufe der Zeit lockerte DuckDuckGo jedoch seine strenge Werbeausschluss-Politik und der Datenschutz rückte in den Vordergrund.

Privatsphäre im Vordergrund

Einen großen Zuwachs verzeichnete DuckDuckGo nach dem Bekanntwerden des Projekts PRISM (Programm der NSA zu Überwachung elektronischer Daten), durch das mit der NSA kooperierende Unternehmen wie Microsoft, Google, Yahoo und Facebook mitsamt ihrer Dienste in Verruf gerieten. Mittlerweile mag sich die Aufregung über die Schnüffelaktivitäten der US-Services gelegt haben, doch im Bewusstsein der Internet-Community hallt die Empörung nach. Neben studierten Datenschützern haben auch Nicht-IT-Profis die Gefahren der Rundumüberwachung durch den "großen Bruder" erkannt.

Besonderheiten von DuckDuckGo

Kennzeichnend für die Arbeit von DuckDuckGo ist die Aufteilung von Suchanfragen in mehrere Quellenrecherchen: Eigenen Aussagen zufolge greift die Suchmaschine auf 400 Datenbanken zu. Darunter befinden sich solche aus den Häusern Yahoo, Yandex und Bing. Dem Prinzip eines Mash-up-Systems folgend, mixt und übermittelt DuckDuckGo demzufolge Suchanfragen und komplettiert seine Listen mit eigenen Algorithmen zwecks Webrecherche (Webcrawler). Sämtlicher Datenverkehr wird in diesen Phasen verschlüsselt: Der Nutzer soll keinen "digitalen Fingerabdruck" hinterlassen. Gespiegelt und aufeinander abgestimmt gelangen die Treffer auf den PC beziehungsweise aufs Handy des Nutzers.

DuckDuckGo als Plug-in oder App

Um DuckDuckGo zu nutzen, darf wahlweise die Homepage aufgerufen oder ein Plug-in installiert werden. Letzteres Tool setzt sich als Erweiterung (Add-on) in den Programmcode des Internetbrowsers, lässt sich dort aktivieren, deaktivieren, visualisieren und verbergen. Mittlerweile hat es DuckDuckGo zudem in die App-Plattformen von Google und Apple geschafft. 2018 soll ein Update der Software einige Neuerungen bringen. Geplant ist etwa eine Skala, mit der User erkennen können, wie sicher eine Webseite ist.

Anonymisierung und Schutz der Nutzer

Am Anonymisierungsprinzip hält DuckDuckGo weiterhin fest. In Zusammenarbeit mit der Initiative "Terms Of Service; Didn’t Read" (TOSDR) erhält eine Webseite eine Bewertung. Werden viele Daten abgefragt, über lange Zeiträume gespeichert und mit Dritten geteilt, erfolgen Negativbewertungen. Auf der Homepage von DuckDuckGo sind dem Nutzer Funktionen zur Einschränkung konkreter Dienste geboten, etwa zum Blockieren von Trackern. Zudem können die Suchanfragen gefiltert werden: Auf Wunsch listet DuckDuckGo seine Treffer nach Kriterien wie Kommerzialität und Informativität.

DuckDuckGo verspricht, keine Nutzerdaten zu sammeln, also keine "Profile" anzulegen; die Verschlüsselung der umgeleiteten Anfragen soll über SSL erfolgen. Jedoch hält sich die Suchmaschine vor, Cookies einzusetzen.

Was sagen Kritiker?

In der Kritik steht die Suchmaschine DuckDuckGo unter anderem, weil auch hier die Daten nicht komplett vor der NSA geschützt sind. Denn da die Server der Firma in den USA stehen, kann die Sicherheitsbehörde durchaus auf die verschlüsselten Daten zugreifen beziehungsweise deren Entschlüsselung verlangen. Ein weiterer Negativpunkt von Kritikern ist, dass die Server von DuckDuckGo durch Amazon verwaltet werden und das Shopping-Imperium soll ebenso mit der dateninteressierten CIA kooperieren.

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