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E-Sport: Mentaler Sport am Computer

Ist E-Sport eine Sportart oder nicht? Bei der Beantwortung dieser Frage wird es wohl noch lange geteilte Meinungen geben. Aber Fakt ist: Die jungen Spieler gehören zu professionellen Teams und verdienen besonders bei den populären Games Millionen-Beträge.

E-Sport: Populäre Teams verdienen Millionen

E-Sport bezeichnet den sportlichen Wettbewerb zwischen zwei einzelnen Personen oder Gruppen in Computerspielen. Der Versuch, sich online gegen andere Spieler zu messen, existiert bereits seit Jahrzehnten. Ein wirklicher Sport ist daraus aber erst später geworden. Heute verdienen gute Teams Millionenbeträge und machen damit ihre Mitglieder ebenfalls zu teilweise sehr jungen Millionären.

Die Vorreiter des E-Sports

Fixe Gehälter, wie sie heute in vielen Teams verteilt werden, gab es in den Anfangszeiten Ende der 1990er noch nicht. Stattdessen waren Spieler darauf angewiesen, Turnieren beizutreten, die Geld an die Gewinner ausgeschüttet haben. Damals (wie heute) fanden die finalen Phasen dieser Turniere offline statt, um Schummeleien am eigenen PC zu Hause zu verhindern. Spiele wie Quake oder insbesondere in Südkorea das noch immer sehr populäre StarCraft haben den Weg für den E-Sport international geebnet. Später kamen, analog zu den Olympischen Spielen, die World Cyber Games dazu. Dort konnten Spieler in zahlreichen verschiedenen Spielen gegeneinander antreten. Genres des E-Sports

Es gibt praktisch kein Multiplayer-fähiges Spiel, das nicht in irgendeiner Art und Weise um Geld gespielt wird. Klassische Ego-Shooter wie Quake, Counterstrike, Call of Duty & Co. zählen ebenso dazu wie Strategie-, Kampf- oder Rennspiele und neuerdings auch Battle-Royale-Games. Auch absolute Klassiker, die selbst abseits der Gemeinde der Spieler bekannt sind, wie Tetris, werden auf Turnieren angeboten. Die höchsten Preisgelder werden derzeit in Multiplayer Online Battle Arenen (MOBA) wie Dota 2 und League of Legends ausgeschüttet: Teilweise geht es um zweistellige Millionenbeträge, die Gewinnerteams untereinander aufteilen und damit schon 18-Jährige zu wohlhabenden Menschen machen. Ein Ende der Preisgelderhöhung ist aktuell nicht abzusehen.

Mental, nicht athletisch

Im Vergleich zu "echtem" Sport findet E-Sport mehr oder weniger ausschließlich mental statt, wenn man von schnellen Bewegungen der Hände und Finger absieht. Vergleichbar sind diese Spieler daher eher mit Personen, die Schach oder ähnliche Spiele spielen, die fast ausschließlich im Kopf stattfinden. Dennoch sind vor allem gesponserte Teams inzwischen dazu übergegangen, Spieler auch körperlich zu fördern. Frei nach dem Motto "Gesunder Geist in einem gesunden Körper" achten E-Sportler inzwischen auf Ernährung, einen Trainingsplan und ähnliche Feinheiten. Inzwischen handelt es sich um eine hochspezialisierte Industrie, die guten Teams z.B. eigene Häuser bereitstellt, in denen sie zusammen mit Coaches trainieren können.

Problematische Entwicklung für Spieler

Aufgrund der hohen Preisgelder und der Tatsache, dass Computerspiele auch einfach Spaß machen, steht ein gewisses Suchtpotenzial im Raum. Spieler, die eine Karriere wie ihre Idole anstreben, vernachlässigen dafür auch andere Aspekte im Leben: 8,4 Prozent der Jungen und 2,9 Prozent der Mädchen waren laut einer Studie der DAK-Gesundheit 2015 abhängig von Computerspielen. Gerade im Teenager-Alter ist dies problematisch, da hier die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Abhängige leiden unter anderem an einem absackenden Notendurchschnitt in der Schule, Sozialphobien oder auch einer falschen Priorisierung ("Erst das Spiel, dann der Rest"). Hier liegt es an den Eltern, die Nutzung im Auge zu behalten.

E-Sport in der Zukunft

Da Computerspiele inzwischen nicht mehr das Image des Hobbys für Teenager ohne Freunde haben, ist auch die Bedeutung von E-Sports gewachsen – was unter anderem an der Gründung von Dachverbänden wie dem eSport-Bund Deutschland (ESBD) sichtbar wird. Dort organisieren sich Veranstalter ebenso wie Sponsoren, um die Bedeutung von E-Sport als ernstzunehmende Aktivität zu unterstreichen. Vor allem in asiatischen Ländern stößt E-Sport ohnehin auf eine bessere Akzeptanz als hierzulande: Fanclubs bedeutender Spieler oder Teams sind keine Seltenheit und Spiele, die im regulären Fernsehen ausgestrahlt werden, gehören zur Senderlandschaft vor allem in Südkorea dazu. Auch Hersteller von Hardware wie Mäusen, Tastaturen oder Grafikkarten profitieren, indem besonders edles "Gamer-Equipment" die Gunst der Interessenten gewinnen soll. Jüngst gab es für E-Sport auch in Deutschland eine bedeutende Entwicklung: Union und SPD haben sich in ihrem Koalitionsvertrag (2018) darauf geeinigt, die Anerkennung der Computerspiel-Wettkämpfe zu unterschtützen.

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