Gamescom Flaggen© Koelnmesse GmbH

Gamescom: Die größte Spielemesse der Welt

Die gamescom in Köln ist, zumindest hinsichtlich Besucherzahl und Fläche, inzwischen größer als ihr Vorbild, die E3, aus Los Angeles. Zwar hat die gamescom bislang in der Industrie noch nicht den gleichen Stellenwert erreicht, aber ein näherer Blick auf die Messe und ihre Anfänge lohnt sich dennoch.

Offiziell gibt es die gamescom erst seit 2009, wenngleich der Vorgänger (die Games Convention in Leipzig wurde von 2002 bis 2008 abgehalten) schon länger existiert. Damals war der erste Tag ausschließlich Fachpublikum und Medienvertretern vorbehalten – eine Tradition, an der die gamescom bis heute festgehalten hat. Damit sich Journalisten, Entwickler, Publisher & Co. nicht auch noch zwischen dem übrigen Publikum gegenseitig auf die Füße treten, dürfen sie am ersten Tag der fünftägigen Messe unter sich bleiben.

Über die Jahre wuchsen nicht nur die Ausstellungsfläche und die Besucherzahlen. Die Veranstalter führten nach und nach beispielsweise Auszeichnungen wie "Best of gamescom" für das beste Spiel oder "Beste Hardware" ein, die etwa an neu vorgestellte Konsolen verliehen wird.

Zahlen und Fakten: Wie groß ist die gamescom?

2018 begann die gamescom am 21. August und endete am 25. August. In dieser Zeit schafften es etwa 370.000 Zuschauer in die Hallen auf dem Messegelände von Köln. Insgesamt warteten dort 1.037 Aussteller darauf, Spiele vorzustellen – entweder live spielbar oder auch nur als Vorschau. Insgesamt bringt es die gamescom inzwischen auf etwas mehr als 200.000 m² Ausstellungsfläche. Damit hat sich die Messe hinsichtlich ihrer Größe seit dem ersten Jahr 2009 fast verdoppelt, damals waren es nämlich "nur" 120.000 m².

Nebenschauplätze der gamescom

Nicht nur aktuelle Spiele der großen Softwarehäuser schaffen es auf die gamescom: Unter dem Namen Retro Gaming versammeln sich jedes Jahr Spieler, Sammler, Vereine und Entwickler, die auf die neue Entwicklungen weniger Wert legen und lieber zurück in die 8-Bit-Tage reisen (oder noch darüber hinaus gehen). Von sehr alten PC-Vorläufern à la Atari 2600 bis hin zu modernen Klassikern wie Nintendos SNES ist hier alles vertreten, was einigermaßen als Retro durchgeht.

Die Videodays sind das größte Treffen von YouTubern in Deutschland jedes Jahr. Die Veranstaltung wurde 2010 eingeführt und ermöglicht es den YouTubern, sich auszutauschen – und Fans kommen hautnah in Kontakt mit Menschen, die man sonst nur am Bildschirm sieht. Inzwischen dauert diese Veranstaltung mehrere Tage, nachdem am Anfang nur ein einziger Tag angesetzt war.

Auch abseits der großen Sensationen und Enthüllen, die es auf Messen regelmäßig zu sehen gibt, lockt die Messe daher mit einem interessanten Angebot.

Es lohnt sich – gerade und auch für Gamer!

Messen für Fachpublikum sind auffällig häufig so gestaltet, dass der durchschnittliche Verbraucher davon wenig profitiert. Bei der gamescom ist es anders: Ab dem zweiten Tag dürfen auch industriefremde Personen vorbeischauen und neue Spiele, die noch nicht auf dem Markt verfügbar sind, spielen. Meistens handelt es sich dabei zwar um zeitlich begrenzte Demonstrationen, sodass jeder Spieler beispielsweise 10 bis 15 Minuten mit einem Spiel bekommt – besser als nichts.

Besucher der gamescom müssen sich auf teilweise sehr lange Schlangen einstellen. Wartezeiten von einigen Stunden können bei besonders begehrten Spielen zu besonders dicht besuchten Tageszeiten und am Wochenende schon vorkommen. Immerhin: In der Zwischenzeit ist man in der Warteschlange unter sich und kann sich ausführlich übers Gaming unterhalten.

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