Mobiltelefonie© Edyta Pawlowska / Fotolia.com

Google Assistant: Die Sprachsteuerung von Google

Mit dem Google Assistant hat das Suchmaschinen-Unternehmen den Nachfolger von Google Now etabliert. Über die Sprachsteuerung kann man dem Handy Fragen stellen oder bestimmte Dienste starten. Ein Kritikpunkt ist der Datenschutz.

Die Bedienung per Touchscreen hat sich auf mobilen Endgeräten, also Smartphones und Tablets sowie Convertibles, längst durchgesetzt. Der neueste Trend: Sprachbefehle. Mit seinem "Assistant" nimmt Google das Bedienungskonzept auf und integriert es in sein System. Primär soll der Helfer auf Handys zum Einsatz kommen und durch das Zusammenspiel mit hinterlegten Apps in vielen Bereichen aushelfen.

Entstehung und Vermarktung von Google Assistant

Der Google Assistant folgte auf den vorherigen Sprachdienst Google Now. Google Assistant findet sich seit Februar 2017 auf Geräten, die mit dem hauseigenen Betriebssystem Android in der Version 6.0 alias Marshmallow ausgestattet waren beziehungsweise sind. Die Verteilung der Software verlief zunächst schleppend. Teilweise mussten sich die Nutzer mit der Betaversion zufriedengeben und einige Funktionen ließen sich zunächst lediglich auf Englisch nutzen. Der "Intelligente Persönliche Assistent" hat mittlerweile auch auf iOS-Geräten (iPhones und iPads) Einzug gehalten. Auch die Integration in Google Home ist abgeschlossen, die Lautsprecherplattform, die mit Amazons Alexa und Apples HomePod konkurriert.

Unter anderem soll dem Nutzer die Einbindung in den Messenger Google Allo Vorteile verschaffen. Voraussetzung: Das verwendete Endgerät muss einen Bildschirm mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixel und einen Arbeitsspeicher von 1,4 GB aufweisen. Ebenfalls ist ein Account, also ein Google-Konto samt Mailadresse, notwendig, um auf den Dienst zuzugreifen.

Google Assistant aktivieren

Dreh- und Angelpunkt von Google Assistant ist das Erkennen, Analysieren und Beantworten von Sprachbefehlen. Dem Nutzer bleibt überlassen, ob er die Erkennungsfunktion dauerhaft aktiviert oder aber nur bei Bedarf nutzt. Letztere Möglichkeit gewährt Google in Form eines kleinen Mikrofonsymbols, welches beispielsweise in Suchleisten visualisiert wird. Ist die durchgehende Sprachanalyse aktiviert, lauscht der Google Assistant nonstop: Erkennt die Software den Befehl "Okay Google", erwacht der Sprachassistent zum Leben. Ab jetzt analysiert Google Assistant die Äußerungen des Nutzers. Unterhält sich der Nutzer mit einem menschlichen Gegenüber, werden Fragen etc. in der Regel vom Programm ignoriert. Allerdings: Google speichert die letzten Sekunden jeder Unterhaltung. Dies geschieht laut Google nur temporär.

Funktionen und Möglichkeiten des Google Assistant

Antworten liefert das Programm meist korrekt und auch bei der Aufgabenbewältigung ist Google Assistant auf einer Höhe mit Amazons Alexa und Apples HomePod. Lediglich der Umstand, dass das System häufig in Textform antwortet, wird bemängelt.

Inwieweit Google Assistant auf Anfragen reagiert beziehungsweise diese korrekt beantworten kann, ist an die Aussprache des Benutzers und an den Inhalt der Botschaft geknüpft. Schlichte Fragen à la "Wie lautet der amerikanische Präsident?" beantwortet Google Assistant meist fehlerfrei. Auf direkte Nachfragen wie "Mit wem ist er verheiratet?" folgen ebenfalls häufig korrekte Aussagen. Doch sobald Details verlangt werden, muss Google Assistant mitunter passen. "Wo fand die Heirat statt?" beispielsweise kann die Software nicht mehr kontextualisieren.

Eine weitere Möglichkeit ist das Starten bestimmter Dienste wie das Abspielen von Musik oder das Öffnen von Dokumenten. Der Google Assistant initiiert auch einen Anruf oder eine Navigation. Eine Transkription ist ebenfalls möglich; ähnlich wie die kostenpflichtige Software Dragon formt Google Assistant Gesprochenes in Geschriebenes um. Diese Möglichkeit ist mittlerweile sowohl im Messenger Google Allo als auch im Datenverarbeitungsprogramm Google Docs eingebunden.

Google Assistant und der Datenschutz

Die Diktierfunktionen des Suchmaschinenriesen gehen vielen Datenaktivisten zu weit: Wann und ob die Aufnahmen, die Google teils durchgehend aufzeichnet, von den Servern gelöscht werden, ist für den Kunden kaum nachvollziehbar. Mit dem Dienst hat sich Google sogar ein Hintertürchen aufgeschlossen: Entgegen der Versicherung, die Mails seiner Kunden nicht mehr nach werberelevanten Inhalten zu scannen, analysiert Google weiterhin die Nachrichten seiner Nutzer, sobald diese auf den Assistenten zugreifen. Immerhin will Google Assistant die Option bieten, die gespeicherten Daten einsehen und manuell löschen zu können. Hierzu bedarf es jedoch die Eigeninitiative des Nutzers.

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