Sicherheit im Internet© maxkabakov / Fotolia.com

Was steckt hinter Google Play Protect?

Google Play Protect ist ein Feature des Google Play Store und soll Android-Nutzer vor schädlichen Programmen schützen. Welche Funktionen bietet der Dienst und kann man sich gänzlich allein auf ihn verlassen, wenn es um den Schutz des eigenen Smartphones geht?

Android ist unter den mobilen Betriebssystemen die absolute Nummer eins. Eine gute Nachricht für den Entwickler Google, die aber auch Schattenseiten hat. Im Play Store tummeln sich nämlich viele schadhafte Apps herum, die Malware enthalten. 2017 musste der Konzern 39 Millionen Stück aus seinem Store entfernen, da diese potenziell gefährlich waren.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, hat das Unternehmen im Mai 2017 Google Play Protect vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Antivirenprogramm, das seit Juli 2017 großflächig verteilt wird und ein Teil der Google Play Services ist. Das heißt, dass sich der Dienst selbstständig aktualisiert und der Nutzer stets die neuste Version installiert hat. Google Play Protect ist nicht als separate App auf einem Android-Smartphone installiert, sondern in den Play Store integriert.

Welche Funktionen bietet Google Play Protect?

Die grundsätzliche Aufgabe von Google Play Protect ist, den Nutzer vor schädlichen Apps zu schützen. Dafür scannt der Dienst jede App aus dem Play Store vor der Installation und gibt bei Bedarf eine Warnung aus. Sollte ein Entwickler eines seiner Programme aktualisieren, dann wird auch dies zuerst vom Suchmaschinenriesen überprüft. Damit auch Apps aus anderen Bezugsquellen keine Chance haben, wird das Smartphone regelmäßig auf seine Sicherheit überprüft. Auch hier gibt es eine Meldung, wenn eine potenziell gefährliche App gefunden wurde. Das Feature ist allerdings optional und kann bei Bedarf deaktiviert werden.

Play Protect wird kontinuierlich weiterentwickelt

Damit Google Play Protect noch besser wird, baut der Konzern den Dienst immer weiter aus. Anfangs berücksichtigte dieser beispielsweise nur Apps im Play Store, jetzt wird auf Wunsch das gesamte Handy auf schädliche Apps überprüft. Außerdem ist das Feature nun standardmäßig aktiviert und es wird auch dann eine Warnung ausgegeben, wenn ein Programm überdurchschnittlich viele Daten ausliest. Möchte man eine sehr seltene oder ganz neue App installieren, dann wird ebenfalls gewarnt und darauf aufmerksam gemacht. Google könnte durch Play Protect auch Apps von den einzelnen Geräten löschen, was allerdings nur in Ausnahmefällen passiert. Stattdessen wird mehr mit Warnungen gearbeitet, wenn zum Beispiel ein Programm die Play Store-Bestimmungen nicht einhält (dieses wird dann aus dem Store und nicht vom Gerät entfernt).

Der Funktionsumfang von Google Play Protect wurde seit der Einführung ständig erweitert. Das wird auch in Zukunft der Fall sein: Zumindest verspricht Google dass Apps noch effektiver analysiert werden sollen und strengere Vorgaben zu erfüllen sind.

Wie gut schneidet Google Play Protect im Vergleich zu anderen Antivirenprogrammen ab?

Android soll durch den hauseigenen Virenschutz sicherer werden. In der Praxis funktioniert das aber noch nicht reibungslos, denn Malware findet manchmal trotzdem noch den Weg in den Store. Außerdem sind sich Experten einig, dass Google Play Protect alleine keinen ausreichenden Schutz bietet. Das bestätigt auch ein Test, der Ende 2018 vom Magdeburger AV-Test Institut durchgeführt wurde. Man hat insgesamt 20 Schutzlösungen getestet und der Dienst vom Suchmaschinenriesen konnte sich nicht vom letzten Platz lösen.

Als Test dienten vier Wochen alte Schädlinge, die Play Protect aber nur zu zwei Drittel erkannt hat. Im Real-Time-Test fiel der Wert auf rund die Hälfte ab. Fatal ist auch die Tatsache, dass die durchschnittliche Erkennungsrate ohne den Dienst von Google höher war. Zumindest bei der Benutzbarkeit fällt das Urteil besser aus, denn alle getesteten Schutzlösungen haben den Akku wesentlich belastet oder die Systemgeschwindigkeit beeinträchtigt.

Experten raten: Wer sein Android-Smartphone wirklich effektiv schützen möchte, der kann Google Play Protect zwar aktivieren, sollte sich aber nach einer weiteren Lösung umschauen. Bleibt zu hoffen, dass das US-amerikanische Unternehmen nachbessert und bei zukünftigen Tests besser abschneidet.

Den Dienst ein- oder ausschalten

Apps aus dem Play Store werden vor der Installation immer überprüft, diese Maßnahme kann man als Nutzer nicht deaktivieren. Man kann Google Play Protect jedoch die Erlaubnis entziehen, dass das Smartphone regelmäßig überprüft wird. Dazu öffnet man den Play Store, tippt links oben auf die drei Striche und wählt „Play Protect“ aus. Danach noch rechts oben auf das Zahnrad klicken und den Regler beim Punkt „Gerät auf Sicherheitsbedrohungen prüfen“ nach links ziehen. Jetzt ist das Antivirenprogramm abgeschaltet und kann über diesen Weg auch wieder eingeschaltet werden.

Zum Seitenanfang
Der BT-Navigator
Quicklinks