Kabelinternet© Kabel Deutschland

Ein Kabelanschluss für alles: Internet, TV und Telefon

Der Kabelanschluss in Deutschland wurde ursprünglich ausschließlich für TV- und Radioübertragungen installiert. Heute kommen noch deutlich mehr Leistungen über das Fernsehkabel in die Haushalte. Der Kabelanschluss ist damit zur direkten Konkurrenz für DSL geworden.

Dadurch, dass auch der Internet- und Telefonanschluss über die Kabelanbieter gebucht werden können, haben diese sich zur ernsthaften Konkurrenz für die klassischen DSL-Anbieter gemausert. Kabelbetreiber können ihren Kunden Breitband-Internetanschlüsse anbieten, deren Geschwindigkeit mit der von VDSL-Vectoring-Anschlüssen und Glasfaser gleichzieht oder sie sogar noch übertrifft.

So schnell ist Internet über den Kabelanschluss

Im Mai 2018 hat Unitymedia die ersten Gigabit-Anschlüsse im Kabelnetz vorgestellt, die natürlich zunächst nur an wenigen Orten verfügbar sind. Auch bei Vodafone bekommt man schon 500 Mbit/s. Die Telekom erreicht zur gleichen Zeit ebenfalls 1.000 Mbit/s über Glasfaser und 100 Mbit/s über VDSL. Das heißt natürlich nicht, dass diese im gesamten Netz verfügbar wären, dies ist bei keiner Breitband-Technik der Fall. Bei allem Lobgesang auf die Geschwindigkeiten von Kabelinternet sollte man einen Blick auf die Upload-Raten nicht vergessen. Gerade, wer viel in der Cloud arbeitet oder umfangreiche Bilddatenbanken online pflegt, der profitiert möglicherweise eher von einem schnellen Upload. Bei den Kabelanbietern gibt es maximal 50 Mbit/s im Upload, aber bei anderen Techniken sieht es nicht besser aus.

Diese Kabelprovider bieten einen Kabelanschluss an

Im Gegensatz zum Telekommunikationsmarkt ist der Markt für Kabelanschlüsse regional gegliedert, weswegen der Kunde nicht zwischen vielen unterschiedlichen Anbietern, sondern oft nur einen einzigen Anbieter wählen kann. In Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen werden Kabelanschlüsse von Unitymedia gelegt und in den übrigen Bundesländern von Vodafone Kabel.

Die Nummer Drei in der Riege der Kabelanbieter heißt PŸUR und entstand aus der Zusammenlegung von Tele Columbus und mehreren regionalen Kabelnetzbetreibern wie Primacom. Das börsennotierte Unternehmen dahinter ist die Tele Columbus AG. Daneben gibt es noch mehrere regionale Betreiber wie M-Net in Bayern oder NetCologne für den Raum Köln/Bonn, außerdem Wilhelm.tel, EWE, DTK und NetAachen.

Kabelfernsehen über den Kabelanschluss

Über den Kabelanschluss werden sowohl (zunehmend) digitale als auch analoge Fernsehkanäle übertragen. Die volle Leistungsfähigkeit des Kabels wird jedoch nur mit einem digitalen Fernsehanschluss erreicht. Dieser zeichnet sich durch eine höhere Bild- und Tonqualität sowie durch eine erheblich größere Zahl an übertragenen Programmen aus.

Neben den frei empfangbaren Programmen wird über den digitalen Kabelanschluss auch eine Vielzahl kostenpflichtiger zusätzlicher Programmpakete mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten - etwa Spielfilme, Kinderprogramm, Serien, Sport oder Erotik - angeboten. Inzwischen gehört auch der "digitale Videorecorder" zum Standardangebot der Kabelprovider. Dieser Zusatzdienst erlaubt es beispielsweise, gleichzeitig eine Sendung anzuschauen und eine weitere aufzuzeichnen.

Was der Kabelanschluss noch kann

Wie bereits erwähnt, bekommt man heute auch Internet und Telefon über den Kabelanschluss. Ergänzt wird das Fast-Komplett-Programm dann noch durch ein Multimedia-Angebot. Die großen Kabelanbieter betreiben mittlerweile alle ihre eigene Entertainment-Plattform, die neben dem klassischen Kabelfernsehen Mediatheken, Video-Streaming und mehr bietet. Dazu arbeiten die Kabelanbieter mit Streaming-Diensten wie maxdome zusammen. Bei Unitymedia heißt das Horizon, bei Vodafone GigaTV und bei PŸUR advanceTV. Da einige Kabelanbieter auch Mobilfunk-Produkte vertreiben, braucht man so gesehen für die gesamte multimediale Kommunikation nur noch einen Anbieter.

Bezieht ein Kunde ein Paket aus TV, Internet und Telefon, spricht man übrigens von Triple Play. Kommt noch ein Mobilfunktarif hinzu, heißt das Ganze Quadruple Play; dieser Ausdruck ist aber noch nicht ganz so weit verbreitet.

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