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Klingeltöne: Von Möglichkeiten und Abofallen

Viele Handynutzer passen ihren Klingelton an, um dem Handy ein Stück Individualität zu verleihen, denn die Standardklingeltöne sind doch oft zu langweilig und unpersönlich. Wie die Umstellung des Klingeltons gelingt, welche Vorteile das bringt und weshalb mit "Gratis-Klingeltönen" nach wie vor kräftig Umsatz gemacht wird, verraten wir hier.

Das Mobiltelefon beherrscht seit einem guten Vierteljahrhundert den Kommunikationssektor. Im Jahre 2008 erhielt es erneuten Auftrieb, denn mit der Geburt des iPhones entwickelte sich aus dem Gesprächs"knochen" ein Multitalent: Das Smartphone hilft in etlichen Situationen und vereint weit mehr Möglichkeiten als der Vorläufer. Zu diesen Möglichkeiten gehört auch erweiterten Optionen, die man bei der Wahl des Klingeltons hat.

Klingelton umstellen leicht gemacht

Die Option, den Klingelton zu verändern, verbirgt sich in den Systemeinstellungen. Je nach Betriebssystem unterscheiden sich die Menüpunkte und deren Namen, ähneln sich jedoch und sind weitestgehend selbsterklärend. Besitzer eines Android-Smartphones beispielsweise können Ihren Klingelton wählen, indem sie unter "Einstellungen" den Punkt "Töne und Vibration" auswählen. Unter "Klingelton" etwa kann dann einer der vorinstallierten Sounds ausgewählt werden. Dieser ertönt bei sämtlichen Anrufen, sofern der Ton-Modus aktiviert ist. Des Weiteren bietet ein Smartphone die Möglichkeit, den Klingelton mit einem Vibrationsalarm zu unterlegen. Android stellt sogar verschiedene Vibrationsmuster bereit.

Vorinstallierte und externe Klingeltöne

Bei der Auswahl des Tons ist zwischen systeminternen und systemexternen Melodien zu unterscheiden. Zu den systeminternen Varianten gehören Klingeltöne, die bereits beim Erwerb des Handys auf dem Speicher vorhanden sind, also mit dem Betriebssystem aufs Smartphone gelangen. Dauer und Vielfalt dieser Töne sind eher kurz und knapp – mehr Abwechslung bieten systemexterne Kompositionen. Diese gelangen am schnellsten per USB-Verbindung aufs Handy. Dort kann ein beliebiger Ordner, etwa "Music", gewählt oder erstellt werden. Per "Drag and Drop" gelangen die gewünschten Audiodateien vom Computer auf das Smartphone.

Um den Klingelton dann noch in die Klingelton-Liste einzufügen, muss im genannten Menü noch die Option "Vom Telefon hinzufügen" oder "Vom Gerätespeicher hinzufügen" gewählt werden. Schon ist der Sound in der Liste für Llingeltöne vertreten. Wer es besonders individuell mag, darf jedem Kontakt übrigens einen eigenen Klingelton spendieren. Dies gelingt im Telefonbuch in den Kontaktdetails unter dem Feld "Bearbeiten".

Musik als Klingelton festlegen

Die Möglichkeit, eigene Musik als Klingelton einzustellen, bietet zahlreiche weitere Optionen. So ist es zum Beispiel ein Kinderspiel, das persönliche Lieblingslied, den neusten Hit oder lustige O-Töne als Klingelton zu verwenden. Je nach System können der individuellen Soundgestaltung jedoch ein paar Stolpersteine im Weg liegen. So spielt zum Beispiel die Formatierung des Sounds eine Rolle. Aktuelle Smartphones wissen meist mit den Formaten MP3, M4A, 3GA, AAC, OGG, OGA, WAV, WMA, AMR, AWB, FLAC, MID, MIDI, XMF, MXMF, IMY, RTTTL, RTX, OTA, DFF, DSF und APE umzugehen. Nicht selten bietet das Smartphone überdies eine Konvertierung an, falls die zu kopierende Melodie in einem anderen Format auf dem PC hinterlegt ist.

Diese Automatikumwandlung greift jedoch nicht bei jedem Format. Zudem können Höhen und Tiefen durch solch einen Service geschluckt werden. Eine gute Alternative halten Programme wie "Format Factory" parat. Hierüber lassen sich sowohl Musik- als auch Videodateien konvertieren. Um lange Intros zu überspringen oder lediglich die Lieblingsstelle eines Liedes als Klingelton einzustellen, empfiehlt sich der Griff zu Schneideprogrammen: "MP3 Direct Cut" etwa erlaubt ein Zuschneiden, eine Lautstärkenregulierung und viele weitere Individualisierungsoptionen.

Vorsicht vor der Klingelton-Masche

Man möchte meinen, die Zeiten der Klingelton-Abofallen scheinen mit den heutigen Möglichkeiten, jegliche Audiodateien recht einfach aufs Smartphone zu bringen, vorüber zu sein. Der Sumpf der Klingelton-Anbieter ist jedoch keineswegs ausgetrocknet: Sowohl im Internet als auch im TV gibt es je nach Webseite beziehungsweise Sender und Sendezeit noch immer Klingelton-Reklame.

Hier sollte man heute wie früher skeptisch sein: Denn sobald das entsprechende Codewort per SMS an den Anbieter übermittelt wurde, schrumpft der Kontostand des Guthabens. Bei einem Prepaid-Handy mag sich der Schaden zunächst in Grenzen halten, doch da selbst Discounter in ihren Tarifen automatische Aufladeoptionen hinterlegt haben, können die Anbieter innerhalb kurzer Zeit etliche Euros kassieren. Ein noch größerer Verlust droht Vertragskunden. Der "endlose" Nachschub an Gesprächsguthaben bringt den Klingelton-Portalen enorme Summen ein. So reicht es ihnen bereits, wenn lediglich eine Handvoll gutgläubiger beziehungsweise ahnungsloser Kunden das Codewort verschickt. Mit diesem Vorgehen erklärt sich der Versender nämlich bereit, ein Abo abzuschließen.

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