Bitcoin© peshkov / Fotolia.com

Drei Kryptowährungen abseits des Bitcoin-Booms

Bitcoin ist unter allen Kryptowährungen wohl die bekannteste. Dennoch lohnt es sich, über den Tellerrand hinauszuschauen. Wir zeigen Ihnen drei digitale Zahlungsmittel, die zum Teil auf eine ganz andere Art und Weise genutzt und eingesetzt werden.

Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel. Die technische Basis dahinter nennt sich Blockchain. Im Grunde handelt es sich dabei um ein Buchhaltungssystem im Netz. Der Begriff Blockchain beschreibt genauer eine Datenbank, die sich am unteren Ende um Transaktionsdatensätze linear erweitern lässt.

Bitcoin ist unter allen Kryptowährungen bisher die einzige, die in der größeren Gesellschaft auf ein Mindestmaß an Bekanntheit schauen kann. Mit dem digitalen Zahlungsmittel kann in Online-Shops, aber theoretisch auch im Restaurant bezahlt werden, sofern Bitcoins dort für die Zahlung akzeptiert werden. Es gibt mittlerweile eine ganze Menge an Kryptowährungen und nicht alle lassen sich auf dieselbe Art und Weise verwenden. Wir stellen drei Alternativen vor.

Ethreum: die größte Kryptowährung neben Bitcoin

Das Killer-Feature von Ethereum sind die Smart Contracts, zu Deutsch "intelligente Verträge". Dahinter verstecken sich Ereignisse, die ausgeführt werden, sobald eine bestimmte Kondition erfüllt wurde. Weil das ein bisschen abstrakt klingt, gibt es jetzt ein Beispiel: Sie überweisen 1 ETH an einen Softwareentwickler, der sein Programm über eine Webseite zur Verfügung stellt. Sofort bei Eintreffen des Geldes wird der Zugang zum Programm freigeschaltet – ohne Verzögerungen, die bei klassischen Zahlungssystemen durch umständliche Buchungen und Verrechnungen stattfinden. Dasselbe Prinzip würde sich in ferner Zukunft auch im Alltag anwenden lassen: Sie bezahlen ein Haus mit ETH und sofort bei Zahlungseingang werden die entsprechenden Grundbucheinträge in einer digitalen Datenbank vorgenommen. Klar, Zukunftsmusik – aber theoretisch schon umsetzbar.

VeChain: interessante Technik aus China

Diese Kryptowährung kommt bereits vereinzelt in China zum Einsatz und wird genutzt, um die Echtheit von Produkten zu verifizieren. VeChain kann z.B. teure Handtaschen, Uhren, Schmuck aber auch Genussmittel wie Wein oder Zigarren mithilfe von RFID-Chips verbessern. Durch einen QR-Code scannen Sie mit dem Smartphone etwa eine Handtasche. Ein Bruchteil dieser Kryptowährung wird dann von Ihrem Konto aus übertragen und Sie bekommen in Form eines Gütesiegels Gewissheit darüber, dass es sich wirklich um eine Handtasche eines renommierten Herstellers von Luxusartikeln handelt. Die Blockchain-Datenbank von VeChain ist nicht fälschbar, sodass Kunden garantiert wissen, dass sie ein Original in den Händen halten. Dort können dann auch noch viele weitere Informationen festhalten werden – etwa der Herstellungsort der Handtasche oder der Weg, den sie zum Händler zurückgelegt hat.

Nano: rasante Bezahlungen weltweit

Eine höchst interessante Technik steht hinter der Währung Nano, die bis vor wenigen Wochen noch als RaiBlocks bekannt war. Diese Währung kommt ohne die horrenden Anforderungen von Bitcoin daher, bei dem für die Verifizierung einer Transaktion große Mengen an Strom verbraucht werden. Nano hingegen soll seinen Entwicklern zufolge kostenlos und in Echtzeit funktionieren. Geld könnte so innerhalb von Sekunden um die ganze Welt gesendet werden und theoretisch auch unendlich weit skaliert werden. Die Technologie hinter der Währung führte dazu, dass Nano innerhalb kürzester Zeit sehr hohe Gewinne erzielen konnte. Damit könnte es sich hier um eine Art Bitcoin 2.0 handeln: alle Vorteile, aber keine Nachteile des klassischen Bitcoins.

Alles klar – aber in welche Währung investiere ich mein Geld?

Vorweg: Es ist immer ein hohes Risiko, überhaupt Euros in Kryptowährungen umzutauschen. Wir möchten Sie keinesfalls dazu überreden und auch keine Empfehlungen aussprechen. Wenn Sie nur ein wenig "Spielgeld" einsetzen möchten, können Sie mit allen drei Währungen aber erst einmal nicht viel falsch machen. Vor allem Ethereum ist dabei am meisten etabliert. Wer größere Summen investiert, sollte ähnlich wie bei Aktien auch auf Verluste eingestellt sein. Ganz allgemein bleibt definitiv interessant, wie sich Technologie und Einsatzmöglichkeiten weiterentwickeln werden.

Top