DSL Anschluss© Silvano Rebai / Fotolia.com

Netzneutralität: Gleichbehandlung bei der Datenübertragung

Netzneutralität bedeutet, dass Internetanbieter alle Daten in gleicher Geschwindigkeit übertragen und nicht etwa bestimmte Dienste bevorzugt behandeln sollen. Das Thema Netzneutralität spielt insbesondere bei Drosselung von Internet-Zugängen eine Rolle, wenn Anbieter Ihre eigenen Dienste von der Drosselung ausschließen.

Unter Netzneutralität versteht man allgemein eine wertneutrale Datenübertragung. Egal von wo und wohin die Daten transportiert werden sollen - alle Datenpakete müssen mit gleicher Priorität behandelt und versendet werden. Der Internetanbieter darf nicht nach Inhalt, Absender, Empfänger oder der gebuchten Dienstgüte klassifizieren. In Deutschland ist die Netzneutralität nicht gesetzlich festgelegt und der Begriff nicht klar definiert. Eine entsprechende Klausel im Telekommunikationsgesetz wurde wieder gestrichen, da die Gleichbehandlung des Datenverkehrs auf europäischer Ebene vorgegeben ist (Verordnung (EU) 2015/2120).

Größer werdende Datenmengen

Der Datenverkehr im Internet wächst und wächst, und die Anbieter müssen darauf reagieren. Im Grundsatz gibt es zwei Möglichkeiten, wie der Internetanbieter den Fluss der Daten bewältigen kann. Die erste Möglichkeit ist die des Netzausbaus. So können alle Daten gleichberechtigt transportiert werden und die Netzneutralität bleibt weiterhin gewährleistet.

Die andere Möglichkeit: Daten werden unterschiedlich schnell und in unterschiedlicher Qualität verarbeitet. Diese Art der Verwaltung sei eine gute Möglichkeit, Datenstaus zu verhindern und bei wichtigen Daten eine gewisse Übertragungsqualität zu sichern, so die Ansicht der Betreiber. So sei beispielsweise bei einem Telefongespräch die Verzögerungsrate wichtig, bei einem Videoabruf jedoch die Datenrate. Dieses Modell würde es erlauben, für besondere Dienste höhere Kosten in Rechnung zu stellen oder bestimmte Inhalte von einer etwaigen Volumenbegrenzung auszunehmen.

Netzneutralität in der Praxis: Das Problem von Zero Rating

Tatsächlich gibt es Angebote, die den Prinzipien der Netzneutralität widersprechen oder zumindest fragwürdig sind. Dazu gehören die Zero-Rating-Angebote, wie sie Telekom und Vodafone im Programm haben. Bestimmte Dienste wie Chats oder Streaming werden dabei nicht auf das im Tarif vereinbarte Datenvolumen angerechnet. Knackpunkt beim Urteil des OVG Münster gegen "StreamOn" der Telekom war nun zum einen, dass unterwegs die Übertragungsqualität heruntergeschraubt wird, zum anderen, dass der StreamOn-Vorteil nicht in den anderen EU-Ländern greift.

Schon zuvor war die Telekom mit einem ähnlichen Plan gescheitert: Ein Aufschrei ging durch Medien und Bevölkerung, als die Telekom im Bereich DSL eine Geschwindigkeitsdrosselung ab einem bestimmten Internetvolumen einführen wollte. Problematisch dabei aus Sicht der Regulierer: Zahlungspflichtige Zusatzdienste wie Entertain und Spotify sollten aus dem Datenlimit ausgeklammert werden. An diesem Punkt gäbe es Probleme mit der Netzneutralität.

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