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Online-Banking heute: Verfahren und Risiken

Online-Banking ist, anders als noch zu Beginn des Jahrtausends, keine Nische mehr. Im Jahr 2017 haben 42 Millionen Einwohner Deutschlands Bankgeschäfte über das Internet abgewickelt. Grund genug, ein wenig tiefer in die Materie einzutauchen.

Was ist Online-Banking?

Ganz einfach: Bürger besuchen keine Bankfilialen vor Ort mehr, um etwa Überweisungen in Auftrag zu geben, sondern wickeln diese Aufgaben im Internet ab. Dort verwaltet jeder Bankkunde sein Konto selbst und veranlasst die gewünschten Transaktionen. Die Einsicht in aktuelle Kontobewegungen ist ebenso möglich wie eine Gesamtübersicht aller Konten. Zusätzlich bieten immer mehr Banken bestimmte Sonderfunktionen an, um zum Beispiel direkt vom Konto aus Prepaid-Handys aufzuladen. Ob Online-Banking mit zusätzlichen Gebühren verbunden ist oder nicht, hängt von der jeweiligen Bank ab. Da Bankgeschäfte im Internet heute jedoch Alltag sind, verlangen Banken in der Regel keine Sondergebühren mehr.

Mit welchen Geräten ist Online-Banking nutzbar?

Das klassische Online-Banking erfolgt heute wahrscheinlich immer noch am häufigsten über den PC. Allerdings stellen alle großen Banken eigene Apps bereit, um dieselbe Funktionalität auf einem deutlich kleineren Display zu bieten. Eine Alternative sind responsiv, sprich speziell designte, Webseiten, die sich automatisch auf alle Geräteklassen anpassen. Allen Verfahren des Online-Bankings gemeinsam ist jedoch die Notwendigkeit eines Internetanschlusses – denn ohne Verbindung zu den Bank-Servern geht es nicht.

Verschiedene Online-Banking-Verfahren

Unterschiedliche Methoden haben sich heute durchgesetzt, um Banking-Aktivitäten des Nutzers zu autorisieren. Beim SMS-TAN-Verfahren erhalten Bankkunden den notwendigen TAN-Code via SMS-Nachricht auf das Smartphone. Gerade an Notebooks und Computern ist das Chip-TAN-Verfahren eine Alternative, bei dem ein kleiner (von der Bank bereitgestellter) Scanner einen optischen Code auf dem Bildschirm analysiert und daraus TANs generiert. Das App-TAN-Verfahren hingegen schickt Bankkunden eine TAN direkt in eine von der Bank bereitgestellten App.

Gefahren von Online-Banking

Bei der Nutzung von Online-Banking drohen generell mehr Gefahren als direkt in der Filiale. Eine Überweisung, die an einem Computer in Auftrag gegeben wird, muss von einem Gerät stammen, das nicht von Schadsoftware befallen ist. Keylogger beispielsweise könnten sonst schnell geheime Daten wie die PIN oder Passwörter ausspionieren. Allerdings ist dies kaum ein Merkmal, das nur dem Online-Banking allein eigen ist, da alle anderen Aktivitäten an einem Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, ebenfalls Gefahren beinhalten, wenn das jeweilige Gerät nicht sicher ist. Wer auf Sicherheit achtet und ausschließen kann, dass Smartphone, Tablet und Notebook mit Schadsoftware verseucht sind, geht beim Online-Banking schonmal weniger Risiken ein.

Gerade vorm Online-Banking mit dem Handy wird immer wieder gewarnt. Apps bieten natürlich eine gewisse Angriffsfläche. Zudem ist es riskant, Transaktionen mit ein und demselben Gerät durchzuführen; sicherer ist es beispielsweise, am PC eine Überweisung zu tätigen und die TAN per SMS aufs Handy zu empfangen.

Die Zukunft des Online-Bankings

Banken prognostizieren, dass gerade die Authentifizierung in Zukunft nicht mehr durch Passwörter, sondern etwa Iris-Scans oder Fingerabdrücke funktionieren wird – und letzteres Feature ist heute bereits verfügbar, wenn auch nicht bei allen Banken. Außerdem werden Nutzer mehr Komfort erwarten, was daraus hinausläuft, dass ein einheitliches Verfahren für alle Banken im Raum steht. Bankkunden müssten sich dann nicht mehr an verschiedene Verfahren mitsamt einzigartigen PINs und TANs für alle Bankkonten gewöhnen, sondern könnten dieselben Daten überall verwenden. Außerdem steht noch die Nachfrage nach Kryptowährungen sowie der Umgang mit der digitalen Form von Geld im Raum – doch ob Bitcoin und andere Kryptowährungen jemals von Banken reguliert werden, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

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