Snapchat Logo© Snap Inc.

Snapchat: Kurz mal da und gleich wieder weg – oder?

Die Nutzerzahlen des Messengers Snapchat explodieren: Über die App lassen sich Bilder und Videos versenden, die nur für wenige Sekunden sichtbar sind. Warum die App so beliebt wurde und was man sonst noch über sie wissen sollte.

2011 tauchte das amerikanische Snapchat erstmalig in den App-Stores auf und legte seitdem eine steile Karriere hin. Mitte 2016 überholte Snapchat den beliebten Messenger Twitter: Über 150 Millionen täglich aktive Nutzer zählte die App, Nutzerzahlen weiterhin steigend.

Das Konzept von Snapchat

Das Konzept von Snapchat reizt vor allen Dingen die junge Generation, über 50 Prozent der Nutzer sind unter 24 Jahre. Über den Messenger lassen sich Bilder und Videos (sogenannte Snaps) versenden, die vorab mit Text, Stickern und anderen Filtern versehen werden können. Daher auch der Name, welcher sich aus "Snapshot", also Schnappschuss, und "Chat" zusammensetzt. Beim Gesprächspartner können die Inhalte nur für eine begrenzte Zeit anschaut werden – und verschwinden dann unwiderruflich vom Endgerät. Ein Bild mal schnell öffnen und nur mit halbem Auge betrachten funktioniert also nicht, denn nach wenigen Sekunden ist das Bild verloren. Das verführt dazu, auch mal peinliche oder schräge Bilder zu versenden.

Private Chats und öffentliche Stories

Snapchat hat zwei grundlegende Funktionen. In privaten Chats mit einer oder mehreren Personen lassen sich Bilder hin und her senden, die je nach Wahl des Senders zwischen einer und zehn Sekunden lang sichtbar sind. Leicht umgehen lässt sich das Konzept natürlich mittels Screenshots. Der Sender des Bildes wird von Snapchat darüber informiert, wenn ein Screenshot erstellt wird, es gibt jedoch auch Mittel und Wege, dies zu umgehen. Regelmäßig kommen neue Sticker, Filter und Funktionen hinzu, über welche sich die Fotos und Videos vor dem Senden gestalten lassen. Mittlerweile ist auch das Versenden von normalen Textnachrichten möglich.

Die zweite Funktion nennt sich öffentliche Stories. Vorstellen kann man sich das wie ein Bilderbuch: Jeder, der dem Nutzer folgt, kann sich die Story ansehen, alle Bilder und Videos eines Tages werden gesammelt und können 24 Stunden lang angesehen werden. Danach wird die Story gelöscht.

Snapchat als Marketing-Instrument

Nicht nur im privaten Gebrauch ist Snapchat wegen seiner hohen Authentizität beliebt. Auch Unternehmen setzen auf die Wirkung der kleinen App. Durch die Schnappschüsse aus dem Alltag von Unternehmen, Vereinen und berühmten Personen fühlen sich Fans nah am Geschehen und die Unternehmen können Aufmerksamkeit generieren. So nutzen etwa Borussia Mönchengladbach oder Lena Meyer-Landrut Snapchat, um die Fans an ihrem Alltag teilnehmen zu lassen. Selbst die eigentlich unerwünschten Screenshots, über welche der Sender benachrichtigt wird, lassen sich auf diesem Wege sinnvoll einsetzten, etwa zur Marktforschung oder als Werbekampagne.

Kritik an Snapchat

Wie so ziemliche jeder beliebte Messenger steht auch Snapchat in der Kritik – für seine Sicherheitslücken und den laschen Datenschutz. Auch wenn man über einen gefertigten Screenshot und somit die dauerhafte Konservierung eines Bildes informiert wird, etwas unternehmen kann man dagegen nicht. So landen Bilder auf Festplatten und geraten in Umlauf, die nicht dazu gedacht waren. Die Zehn-Sekunden-Regel vermittelt dem Nutzer eine trügerische Sicherheit. Auch Sicherheitslücken sind bei Snapchat nicht unbekannt. So landeten etwa im Herbst 2014 über 200.000 private Bilder im Netz – darunter auch Nacktfotos Minderjähriger.

Der Hype um Snapchat ist und bleibt jedoch gerade bei der jungen Generation ungebrochen – Experten nehmen Snapchat mittlerweile sogar als ernst zu nehmenden Konkurrenten zu Facebook und WhatsApp wahr.

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