Fußball© Christopher Dodge / Fotolia.com

Sportrechte: Der Kampf um Bundesliga & Co.

Sportrechte sind ein Milliardengeschäft, bei dem immer mehr Player aus verschiedenen Medienkanälen mitmischen. Besonders interessant sind hierzulande die Live-Austragungen von Bundesliga, Champions League & Co.

Die Sportberichterstattung nimmt sowohl in den Medien als auch bei den Medienkonsumenten eine große Rolle ein: 85 Prozent der Deutschen verfolgen laut der PwC-Studie "Sportrechte" aus dem Jahr 2018 Sportberichte. Einen besonders hohen Stellenwert hat hierbei die Live-Berichterstattung von Sportveranstaltungen. Am beliebtesten sind Spiele aus dem Spitzenfußball (Bundesliga, WM, Champions League) und die Olympischen Spiele.

Während zwei Fünftel der Medienkonsumenten bereit sind, hierfür Geld auszugeben, ist nur ein Fünftel damit einverstanden, dass Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga an kostenpflichtige Anbieter gehen.

Worum geht es beim Handel mit Sportrechten?

Gegenstand des Handels um Sportrechte sind die Rechte eines Sportveranstalters an Aufnahmen (Bild und Ton) seiner Veranstaltung. Gängige Begriffe sind Medienrechte, Übertragungsrechte, Sportrechte, Fernsehrechte, TV-Rechte, Vermarktungsrechte, Aufnahmerechte und Verwertungsrechte; einen einheitlich festgelegten Begriff gibt es hierfür nicht. Damit Medien über eine Sportveranstaltung in Ton und/oder Bild berichten dürfen, benötigen sie die Rechte hierfür.

Die Rechtevergabe wird öffentlich ausgeschrieben. Teils können die Rechte nur in Paketen erworben werden, teils gibt es auch Ausschlussregeln, die verhindern sollen, dass alle Übertragungsrechte, beispielsweise der Bundesliga, an nur einen einzigen Anbieter gehen. Das Kartellamt ist hier schon mehrfach aktiv geworden, um für mehr Wettbewerb zu sorgen. Kehrseite der Medaille: Der Fan braucht möglicherweise mehrere Abos, um wirklich alle Spiele zu verfolgen, für die er sich interessiert.

Die Rolle von TV-Rechten für Sender, Vereine und Sportveranstalter

Für Fernsehsender ist die Direktübertragung von großen Sportereignissen ein wichtiger Faktor im Wettbewerb um Zuschaueranteile und damit für ihren eigenen Marktwert. Der wirtschaftliche Wert von TV-Rechten beliebter Sportveranstaltungen ist riesig, da sie auch zahlungsbereite Sponsoren anlocken. Die Vereine bzw. Veranstalter von sportlichen Ereignissen haben ebenfalls ein enormes Interesse an den Erlösen aus den TV-Rechten.

Welche sind die Hauptempfangskanäle?

Die Hauptempfangskanäle für Sportberichte sind:

  • Free-TV (ARD, ZDF, RTL …)
  • Zeitung
  • Radio
  • Pay-TV (Sky)
  • soziale Medien
  • Internet/Streaming (DAZN)

Während noch vor wenigen Jahren die Hauptfrage war, ob Übertragungsrechte ans Free-TV oder ans Pay-TV gehen, hat sich die Zahl der Player inzwischen beträchtlich erhöht. Die Deutsche Telekom beispielsweise hat ihr Magenta-Paket schon in der Vergangenheit mit Sport-Übertragungsrechten aufgestockt. Ab der Saison 2021 wird auch Amazon mitmischen und die Champions League in Bild und Ton übertragen.

Fußball-Bundesliga: Hauptmarkt für Sportrechte

Das wichtigste Thema für die deutschen Konsumenten von Sportberichterstattung ist wohl die Fußball-Bundesliga. Einer Aufteilung dieser Übertragungsrechte auf mehrere Anbieter stehen die meisten Zuschauer ablehnend gegenüber, weil sie befürchten, dass für die Übertragung der Fußballspiele dann höhere Kosten aufzubringen sind. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Bequemlichkeit: Die meisten Zuschauer möchten sich nicht vor jedem Spiel informieren müssen, auf welchem Sender es zu sehen ist.

Manche Zuschauer sehen jedoch auch Vorteile in einer Aufteilung der TV-Rechte, weil so einer zu großen Marktmacht eines einzelnen Anbieters entgegengewirkt werden könnte. Ein Teil der Fußball-Zuschauer sieht auch in einem höheren Konkurrenzkampf auch die Chance, dass mittelfristig die Sendequalität steigen könnte.

Was ist den Konsumenten wichtig?

Neben der Live-Berichterstattung legen die Medienkonsumenten viel Wert auf eine hohe Übertragungsqualität. Eine Übertragung in HD- oder UHD-Bildqualität ist Zuschauern aller Altersgruppen wichtig. Am Free-TV schätzen die Zuschauer das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. An Leistungen der frei empfänglichen Sender werden hier vor allem die stabile Verbindung, die einfache technische Einrichtung, die Qualität von Kommentatoren bzw. Experten und die Vielfalt der abgedeckten Sportarten genannt.

Lediglich bei der Vielfalt der Fußball-Ligen und bei der Abdeckung exklusiver Inhalte, die Zuschauer sonst nirgends zu sehen bekommen, liegt das Pay-TV vor dem Free-TV. Diese Inhalte sind aber der Masse der Medienkonsumenten nicht so wichtig. Berichterstattung aus regionalen Ligen und neue Technologien wie beispielsweise Virtual Reality sind nur für 10 bzw. 6 Prozent der Zuschauer relevant.

Wie hoch ist die Zahlungsbereitschaft?

Auch wenn Sportübertragungen sehr beliebt sind: 59 Prozent der Konsumenten würden kein Geld dafür ausgeben. Die Zahlungsbereitschaft von Männern ist erwartungsgemäß höher als diejenige von Frauen. Die meisten Anhänger von Sportberichterstattung würden zwischen 10 und 20 Euro monatlich für Sportfernsehen ausgeben.

Sportrechte als Antriebsfeder für Medienentwicklungen

Dem Bezahlfernsehen dienen beliebte Sportinhalte als Zugpferd. Häufig geht daher die Einführung technischer Neuentwicklungen mit der Übertragung massentauglicher Sportveranstaltungen einher. In der Vergangenheit war dies bereits bei 3D und Ultra-HD der Fall.

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