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Was ist Streaming und wie funktioniert es?

Streaming bezeichnet die kontinuierliche Datenübertragung über ein Netzwerk, wobei Inhalte im Cache des Rechners vorübergehend zwischengespeichert werden. Der Vorteil: Bild und Ton werden in Echtzeit übertragen.

Streaming ist auf dem besten Wege, die beliebteste Variante zu werden, Musik und Filme zu konsumieren. Dabei können die gewünschten Inhalte gehört beziehungsweise angesehen werden, ohne die Datei auf den eigenen Rechner herunterladen zu müssen. Darüber hinaus müssen die Dateien nicht dauerhaft gespeichert oder wie beim Filesharing anderen Nutzern zur Verfügung gestellt werden.

Legales und illegales Streaming

Schlagzeilen macht in regelmäßigen Abständen vor allem das illegale Streaming, wodurch das legale Streaming oft aus dem Blickfeld verschwindet. Im Gegensatz zum illegalen Streaming kommt es beim legalen Streaming jedoch nicht zu Urheberrechtsverletzungen. Problematisch wird Streaming nämlich dann, wenn unerlaubte Kopien urheberrechtlich geschützter Werke übertragen werden. Denn bei der Übertragung und Zwischenspeicherung des Streams wird dieser illegal vervielfältigt. Verletzungen des Urheberrechts werden mit Geldbußen, Schadensersatzforderungen und Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren geahndet.

Hierbei ist ein Trend interessant: Bezahlt man erst einmal für ein Streaming-Abo, hat man weniger Grund, illegale Angebote zu nutzen. Damit hängen beliebtere legale Angebote und ein Rückgang des illegalen Streamings eng zusammen.

Musik einfach online hören

Im Musikbusiness ist das Streamen von Liedern - also das direkte Abspielen im Internet - ein hart umkämpftes Feld, auf dem Betreiber von Musikplattformen versuchen, sich gegenseitig auszustechen: Aus Deutschland kommt neben Simfy die Berliner Plattform SoundCloud, aus Frankreich stammt der Onlinedienst Deezer und aus Großbritannien das Portal Rara. In Europa besitzt die schwedische Musikplattform Spotify noch immer den größten Bekanntheitsgrad, während Rhapsody eine der beliebtesten Musikplattformen der USA ist.

Oftmals wird auch versucht, die monatlichen Gebühren eines Musik-Streaming Dienstes zu umgehen, indem man die Musik einfach über Playlists auf Video-Plattformen wie Youtube hört. Neben dem Fehlen einer Offline-Funktion besteht hierbei aber das Problem, dass am Ende kein Geld bei den Künstlern ankommt. Folglich sollte man sich ein Herz fassen und einen kostenpflichtigen Dienst ohne rechtliche Grauzone nutzen, oder am besten gleich die Musik direkt beim Künstler erwerben.

Streaming von Filmen und Serien

Beim Videostreaming können Videos, Filme und Serien live oder zu einem späteren Zeitpunkt im Browser angeschaut werden. Ist man auf der Suche nach einem Anbieter, bei dem man Filme streamen kann, hat man erst einmal viel Auswahl. Kriterien können dabei sein, welche Filme und Serien angeboten werden – diese sind oft exklusiv nur bei einem Anbieter zu sehen – oder wie viel das monatliche Abo kostet. Große Anbieter sind dabei unter anderen Netflix, Maxdome oder Amazon Prime Video. Auch beispielsweise iTunes bietet die Möglichkeit, Filme online zu entleihen, jedoch nicht als Abo, sondern mit Kosten pro Film.

Der neueste Trend: eSport statt Fernsehen

Ein weiterer Markt, der sich rapide weiterentwickelt, ist das Gaming. Dabei gibt es mehrere interessante Tendenzen. Die erste dürfte sich jedem erschließen, der im Fernsehen regelmäßig Fußball oder andere Sportarten schaut. ESports – seien es Shooter oder MOBAs (Multiplayer Online Battle Arena) – erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit, sprechen sie doch die kompetitive Natur des Menschen in jedem Gamer an. Inzwischen kann man dabei den richtigen Profis zuschauen, wie beim normalen Sport im Fernsehen. Der bekannteste Gaming-Stream ist dabei Twitch, wo Spiele live im Internet gestreamt werden.

Betrachtet man sich die Art, wie Onlinegames technisch funktionieren, tauchte irgendwann noch eine weitere Idee auf: Normalerweise hat man einen Client auf dem eigenen Rechner, der das Spiel darstellt und berechnet, während er mit dem Spielserver Daten austauscht. Heute sind die Übertragungsraten für Internet aber oft so hoch, dass man eine andere Architektur bauen kann: Cloud Gaming. Dabei gibt es zwei Varianten. Datei-basiertes Cloud Gaming sorgt dafür, dass man nur einen kleinen Teil des Client heruntergeladen haben muss, um spielen zu können. Die restlichen Spiel-Daten werden transparent im Hintergrund auf den eigenen Rechner gestreamt, so wie sie gerade gebraucht werden. Die zweite Variante (Video-basiert) berechnet einfach alles auf dem Server und schickt nur das darzustellende Bild auf den Rechner.

Technische Hintergründe

Bei all den modernen Anwendungen für Streaming handelt es sich dabei nur um Ausprägungen eines universellen technischen Prinzips. Ein Stream ist dabei ein Übertragungskanal, der – potenziell unendlich lange – einzelne Datenblöcke oder Bytes überträgt. Dies steht im Kontrast zu klassischem Ablauf: Lädt man eine Website, dann werden dort angezeigte Bilder in der Regel komplett heruntergeladen und dann erst dargestellt.

Für komplette Filme ist schnell ersichtlich, dass man auf diese Weise lange warten muss, bis man anfangen kann zu schauen. Um das zu umgehen, wird gestreamt. Sobald ein Teil geladen ist, kann das Abspielen beginnen. Beim gebufferten Streamen versteht der Browser, dass der Stream eine komplette Datei überträgt. Dadurch kann man vor und zurückspulen. Schaut man stattdessen einen Live-Stream, kann man meist nicht spulen, sondern muss sich mit dem Bild "gerade jetzt" zufriedengeben. Diese Variante nennt sich Online-Streaming, wobei der technische Term in diesem Fall nichts mit dem Internet zu tun hat.

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