USB OTG© Aleksandr Makarov / Fotolia.com

USB OTG: Datenübertragung leicht gemacht

Der Ausdruck USB OTG – oder ausgeschrieben USB On-The-Go – begegnet uns beispielsweise in den technischen Daten von Smartphones, Tablet oder auch Digitalkameras. Als zusätzliche Speichermöglichkeit wird die Technik beworben. Was steckt hinter dem "USB zum Mitnehmen"?

USB OTG ist gar nicht mal so neu, trotzdem wird die 2011 eingeführte Technik erst jetzt so langsam bekannt. Die Grundidee von USB OTG ist es, Daten von einem Gerät auf ein anderes übertragen zu können, ohne dass dafür ein Computer zwischengeschaltet werden muss.

Wer zum Beispiel Fotos von der Kamera auf sein Handy bringen will, muss zuerst die Kamera an den PC anschließen und die Bilder dorthin übertragen. Anschließend wird dann das Handy an den PC gekoppelt und die Bilder werden wieder übertragen. Diesen Vorgang soll USB OTG vereinfachen. Damit hat man dann natürlich auch eine Möglichkeit zur Hand, schnell überflüssige Daten umzuverteilen. Auch USB-Mäuse, Surfsticks oder Festplatten lassen sich via USB OTG anbinden.

USB OTG macht den Client zum Host

Wichtig zum Verständnis von USB OTG ist die Unterscheidung zwischen Host und Client. Schließt man ein Smartphone an seinen Computer an, ist der Computer der Host und das Smartphone der Client. Bei USB OTG ist es nun aber so, dass das entsprechende Kabel das Smartphone oder Tablet zum Host macht. Damit kontrolliert dieses Gerät die Verbindung mit einem oder mehreren Clients und kann deren Daten auslesen.

Die Unterscheidung von Host und Client ist auch wichtig, wenn es um die Stromversorgung geht. Strom läuft grundsätzlich vom Host zum angeschlossenen Gerät. Das angeschlossene USB-OTG-Gerät zieht deshalb Strom; aufladen kann es den Host aber nicht. Möchte man gleichzeitig Daten übertragen und das Host-Gerät dabei aufladen, so ist das technisch möglich, wird aber von den Herstellern recht unterschiedlich implementiert. Es geht also nur bei einigen Modellen, und zwar mit Hilfe eines Y-Kabels. Einfacher ist es, durch einen zusätzlichen Netzstecker am USB-OTG-Gerät dieses zu speisen, damit das Smartphone als Stromquelle entlastet wird.

Wofür braucht man USB OTG? Anwendungsbeispiele

Man mit dem Smartphone unterwegs, schießt Fotos, dreht Videos, und plötzlich kommt die Meldung: Speicher voll! Jetzt muss man dringend Speicher leerräumen. Dank USB OTG kann man nun einfach einige Daten vom Smartphone auf einen USB-Stick packen. Oder ein weiteres Szenario: Man möchte seine Filmsammlung mit in den Urlaub nehmen und auf dem Tablet anschauen. Der Speicherplatz reicht aber nicht, also packt man einfach eine externe Festplatte eine und verbindet diese dann über USB OTG mit dem Tablet.

Welche Geräte unterstützen USB OTG?

Neuere Smartphones und Tablets mit Android unterstützen in der Regel auch USB OTG. Wer sich nicht sicher ist, ob sein Gerät den Standard versteht, kann das über verschiedene Apps testen. Es wird dann lediglich noch ein Adapter benötigt, denn diese Geräte haben meist keinen direkten USB-Anschluss. Ist das Kabel dann angeschlossen, wird das Gerät zum Host und kann wie ein PC verwendet werden. Einige neuere Windows Phones unterstützen den Standard ebenfalls. Für iPhone-Nutzer ist die Nutzung von USB OTG etwas komplizierter. Hier muss man speziell für iOS entwickelte Speicherlösungen nutzen. Darüber hinaus werden Geräte, die USB OTG unterstützen, mit einem grün-blauen Logo zertifiziert.

Top