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WhatsApp – Der beliebteste Smartphone-Messenger

Kaum ein Smartphone, auf dem nicht die Messenger-App WhatsApp installiert ist. Neugierig, warum WhatsApp so bekannt wurde, woher WhatsApp eigentlich kommt und ob es spezielle Bedienungstricks gibt, die nur wenige kennen?

WhatsApp ist ein 2009 gestarteter Instant-Messenger, welcher sich auf jedem App-fähigen Smartphone installieren lässt, welches über einen Internetzugang verfügt. Seit Veröffentlichung hat WhatsApp einen bemerkenswerten Zuspruch: Waren es zu Ostern 2013 noch 200 Millionen Nutzer weltweit, waren es zweieinhalb Jahre später schon eine Milliarde, im Januar 2018 waren es 1,5 Milliarden Nutzer.

Da WhatsApp kostenfrei genutzt werden kann, wird der Instant Messenger als größter Konkurrent der SMS gehandelt. Die Anzahl versendeter SMS fiel in den letzten Jahren stark, was in erster Linie der Messenger-Konkurrenz angelastet wird.

Warum ist WhatsApp so beliebt?

WhatsApp ist schnell installiert und Kontakte aus dem Telefonbuch werden automatisch mit WhatsApp verknüpft, wenn Sie den Instant Messenger nutzen. Die Nutzeroberfläche ist übersichtlich, schnell verständlich und mit allen wünschenswerten Funktionen ausgestattet, sodass man direkt los-chatten kann. Versenden lassen sich Textnachrichten, Bilder, Videos oder Tondateien, wahlweise an eine Einzelperson oder an eine Gruppe. Auch Anrufe und Videotelefonate können über den Messenger durchgeführt werden. Außerdem läuft WhatsApp im Hintergrund weiter, sodass man jederzeit und sofort mitbekommt, wenn man eine neue Nachricht erhalten hat. All das hat dazu geführt, dass WhatsApp der beliebteste Messenger überhaupt wurde.

Wer sein Smartphone gerne mal links liegen lassen möchte oder lieber am PC schreibt, kann WhatsApp auch mit dem PC verknüpfen. WhatsApp-Web stellt beim Aufrufen einen QR-Code zur Verfügung, welcher mit dem sich im Internet befindlichen Smartphone eingescannt wird. Schon liest man all seine Nachrichten auf einem großen Bildschirm und kann mit einer analogen Tatstatur antworten.

Das kostet WhatsApp

Bei der Einführung war der Messenger komplett kostenlos, Ende 2015 stellte sich die Situation wie folgt dar: Das Installieren von WhatsApp und die Nutzung waren im ersten Jahr gratis. Nach einem Jahr bat WhatsApp den Nutzer mit 89 Cent zur Kasse – für die Nutzung eines weiteren Jahres. Dabei verlängerte sich die Nutzung nicht automatisch und das Geld musste vom Anwender aktiv überwiesen werden. Anfang 2016 kam die erneute Kehrtwende: WhatsApp wird seitdem wieder kostenlos angeboten.

WhatsApp kostet also nichts – bis auf die Internetkosten, die meist durch eine Flat abgedeckt sind. Pro Nachricht benötigt WhatsApp etwa 1 bis 2 Kilobyte, das macht rund 10.000 Nachrichten mit 100 Megabyte möglich. Und selbst wenn der Internettarif gedrosselt wird: Textnachrichten in WhatsApp kommen trotzdem ohne spürbare Verzögerung an.

Kritik an WhatsApp – Sicherheitslücken

Die Missgunst zahlreicher Kritiker schlägt WhatsApp vor allen Dingen aus den Reihen der Datenschützer entgegen: Immer wieder treten Probleme bei der Datensicherheit auf: Eine Verschlüsselung der versendeten Informationen fehlte lange Zeit, sodass jeder theoretisch die Nachrichtenverläufe einfach abgreifen konnte.

Kurze Zeit später machten Hacker auf eine weitere Sicherheitslücke aufmerksam: Eine beliebige Person konnte den Status eines fremden WhatsApp-Accounts ändern, so man denn die Telefonnummer wusste. Auch bei Stiftung Warentest erhielt WhatsApp mehrmals das Urteil "sehr kritisch", bezogen auf den Datenschutz, da zum Beispiel alle Kontakte unverschlüsselt auf den WhatsApp-Server übertragen werden.

Weitere Sicherheitslücken traten beim Zahlungsprozess oder dem Passwortschutz des eigenen Accounts auf. Im Jahr 2015 wurde unter anderem bekannt, dass WhatsApp-Anrufe mitgeschnitten und gespeichert werden und amerikanische Behörden Zugriff zu den Nachrichtenverläufen haben.

WhatsApp und Datenschutz

Ebenfalls in der Kritik steht der Datenausstausch mit Facebook. Als das soziale Netzwerk den Messenger 2014 kaufte, waren deutsche Nutzer zunächst vor dem Datenaustausch geschützt. Das änderte sich aber 2016, als Whatsapp seine Nutzungsbedingungen anpasste.

Ein weiteres Problem ergab sich für Business-User mit der Einführung der neuen Datenschutzverordnung (DSGVO) in der EU (25. Mai 2018). Weil zum Beispiel die Weitergabe von Kundendaten ohne Einwilligung verboten ist, können hohe Bußgelder auf Unternehmen zukommen, die den Messenger nutzen. Von der Nutzung auf Firmenhandys sind deshalb einige Unternehmen abgewichen.

Sichere Alternativen zu WhatsApp

Aus den genannten Gründen verabschiedeten sich manche Nutzer von WhatsApp, der größere Teil chattet jedoch unbeeindruckt weiter.

Neben WhatsApp gibt es zahlreiche weitere Instant Messenger. Viele davon sind ebenfalls kostenlos oder für kleines Geld zu haben. Als recht sicher gelten Threema, Surespot oder Telegram mit einer Verschlüsselung der gesendeten Inhalte. Sie sind für Android und iOS erhältlich. Auch der BlackberryMessenger ist mittlerweile für iOS und Android verfügbar und gilt als vergleichsweise sicher.

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