Vodafone Pass: Multimedia nutzen ohne Daten-Anrechnung

Vodafone

Wenn man viel unterwegs ist und das mobile Internet nutzt, ist das Datenvolumen des Handytarifs unter Umständen schnell verbraucht. Videostreaming, Internetradio und andere Anwendungen sorgen dafür, dass das Internetvolumen schwindet und man schließlich nur noch gedrosselt surfen kann. Mit Vodafone Pass hat der Düsseldorfer Mobilfunk-Netzbetreiber ein Angebot im Programm, das Kunden das ersparen soll.

Was ist Vodafone Pass?

Vodafone Pass wurde im Oktober 2017 gestartet und läuft auch unter der Bezeichnung GigaPass. Das Unternehmen bietet seinen Mobilfunk-Kunden damit die Möglichkeit, bestimmte Anwendungen zu nutzen, ohne dass das verwendete Datenvolumen auf das Kontingent des jeweils gebuchten Tarifs angerechnet wird. Es gibt vier verschiedene Vodafone-Pässe, die jeweils ähnliche Dienste vereinen: Soziale Netzwerke, Messenger, Musik und Video. Dabei ist nicht alles anrechnungsfrei, sondern nur die Angebote bestimmter Partner.

Zu beachten ist, dass das Abo des jeweiligen Dienstes nicht im Pass enthalten ist, sondern nur die Nicht-Anrechnung des Datenvolumens. Sprich: Möchte man einen Musik- oder Videodienst nutzen, muss man dort ein Konto haben, das zusätzlich kosten kann. Das Netflix-Abo etwa ist nicht Gegenstand des Passes und muss zusätzlich abgeschlossen werden.

Die Vodafone Pässe im Überblick

  • Chat-Pass: Gilt für diverse Messenger-Apps wie WhatsApp, Threema und den Facebook Messenger
  • Social-Pass: Gilt für soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram
  • Music-Pass: Gilt für Musikstreaming und Internet-Radio, z.B. für Deezer, Spotify, Apple Music und planet radio
  • Video-Pass: Gilt für Videostreaming z.B. mit Amazon Prime Video, Netflix, Zattoo und waipu.tv
Wie bucht man die Vodafone-Pässe? Ein Vodafone Pass ist in den aktuellen RED- und Young-Tarifen kostenlos zubuchbar. Jeder weitere Pass kostet fünf Euro im Monat, mit Ausnahme des Video-Passes, für den zehn Euro fällig werden. Dieser Pass ist auch erst ab den M-Tarifen kostenlos wählbar. Neukunden können direkt bei der Bestellung auswählen, welchen Pass sie möchten. Hat man seinen Tarif noch nicht länger als seit dem 25. Oktober 2017, kann man seinen Wunsch-Pass ebenfalls zubuchen. Bei älteren Tarifen muss zunächst ein Tarifwechsel erfolgen. Seine Pässe buchen und verwalten kann man dann ganz einfach online im Kundenbereich "MeinVodafone" oder über die MeinVodafone-App. Ein Wechsel des ausgewählten Passes ist zu jedem neuen Rechnungsmonat möglich. Welchen Vodafone Pass sollte man auswählen? Vodafone Pass richtet sich vor allem an Kunden, die viel Multimedia konsumieren oder die viel Datenvolumen für bestimmte Dienste verbrauchen. Der Musik- und der Videopass scheinen zunächst einmal am sinnvollsten, denn diese Anwendungen verbrauchen vergleichsweise viele Daten. Dafür muss man aber bei etlichen Angeboten angemeldet sein und zusätzlich zahlen. Social Media und vor allem Messenger verbrauchen nicht zu viel Datenvolumen und letztere lassen sich sogar noch nutzen, wenn bereits gedrosselt wurde. Am besten schaut man sich vor der Wahl eines Passes an, welche Partner genau mitmachen und entscheidet dann. Hat man bereits ein Abo bei einem Anbieter, der Partner ist, ist das natürlich eine praktische Sache. So kann man dessen Leistung mobil nutzen und das gestreamte Datenvolumen greift nicht das Inklusivvolumen des Handytarifs an.

Vodafone-Tarife mit Vodafone Pass

Datenvolumenverbrauch möglich

Allzu sorglos sollte man mit seinem Vodafone Pass nicht umgehen, wenn einem sein Datenkontingent wichtig ist. Bestimmte Funktionen und Inhalte werden nämlich doch aufs im Tarif enthaltene Datenvolumen angerechnet. Das sind beispielsweise eingeblendete Werbung und Links, die man aus dem Inklusiv-Angebot heraus anklickt und die auf andere Seiten führen. Ebenfalls ausgeschlossen sind einige Bestandteile, die sich in einzelnen Apps finden. So werden bei manchen Musikdiensten Albumcover geladen oder Podcasts angeboten. Auch Videostreams auf Twitter sind vom Vodafone Pass nicht abgedeckt.

Weitere Einschränkungen

Wenn man das Datenvolumen seines Tarifs aufgebraucht hat und der Speed gedrosselt wird, gilt diese Drossel auch für die im Vodafone Pass enthaltenen Inhalte. Der Nutzer sollte zusätzlich darauf achten, dass er die aktuelle App des jeweiligen Partners benutzt. Der Vodafone Pass kann nicht über VPN oder Hotspots genutzt werden und auch nicht mit RED+-Partnerkarten. Das heißt, man kann die Pässe auch nicht mit anderen Nutzern teilen. Außerdem gilt die Nicht-Anrechnung des Datenvolumens nur innerhalb Deutschlands. Hier kommen wir dann auch direkt zu den Kritikpunkten am Vodafone Pass.

Kritik an Vodafone Pass

Nicht nur der Vodafone Pass, auch andere sogenannte Zero-Rating-Angebote, werden durchaus auch kritisch gesehen. Der gemeinsame Problempunkt ist das Gebot der Netzneutralität: Alle Dienste sollen im Internet gleichbehandelt und Datenströme eines Anbieters nicht bevorzugt werden. Obwohl es diese Angebote schon länger gibt, ist die rechtliche Lage immer noch nicht abschließend geklärt. Konkret wird beispielsweise beanstandet, dass anrechnungsfreie Videostreams in der Qualität eingeschränkt werden oder dass die Dienste eigentlich in der gesamten EU unterschiedslos nutzbar sein müssten. Das Gegenargument lautet, eine unbegrenzte Nutzung im Ausland könne für die Anbieter hohe Kosten verursachen, die schwer berechenbar seien. Schließlich bemängeln Verbraucherschützer auch, dass nur bestimmte Partner berücksichtigt werden; kleinere Anbieter, die die Bedingungen der Mobilfunker nicht erfüllen, würden benachteiligt.

Vergleich mit StreamOn der Telekom

Werfen wir abschließend noch einen Blick auf die Konkurrenz und deren Angebot. Die Telekom vereint in ihrem Angebot StreamOn Musik- und Videostreaming in einer Option. Beim Magenta-Konzern gibt es deutlich mehr Partner, wobei die wichtigsten Dienste von beiden Mobilfunkern abgedeckt werden. Soziale Netzwerke und Messenger werden dagegen von der Telekom gar nicht mit einbezogen, sie konzentriert sich lieber auf wirklich datenintensive Anwendungen. Daher war die Telekom auch der erste Anbieter, der eine Option für Gaming ohne Anrechnung des Datenverbrauchs eingeführt hat.

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